Ocean College

Marlen auf dem Boot

Valentinstag (keine Sorge, wir haben nicht groß gefeiert – wir wollen doch keine Baby-Pelicans)

Datum: 14.02.2019
Autor: Marlen
Position: Cien Fuegos und Viñales, Cuba

„Auch wenn der Abschied mir bereitet Schmerzen, hast du immer einen Platz in meinem Herzen.“ Mit diesen Worten haben wir heute morgen um halb fünf Ben und Pete verabschiedet. Die beiden gehen jetzt in ihren wohlverdienten Urlaub und stoßen erst auf Bermuda wieder zu uns.

Der Valentinstag und die Liebe begleiteten uns jedoch den ganzen Tag. Poldi nahm ganz nach dem Motto „Liebe macht blind“ ein unfreiwilliges Bad im Hafenbecken. Mo, den wir ebenfalls heute verabschiedet hatten, shuttelte uns mit dem RHIB ab fünf Uhr zum Hafen.

Voll bepackt mit unseren Rucksäcken und der Vorfreude auf Kuba, quetschten wir uns ins Motorboot. Vermutlich kamen Dunkelheit, Müdigkeit und Vorfreude zusammen, oder es war doch die Liebe, jedenfalls plumpste Poldi ins Wasser.

Klitschnass fischte Ben ihn heraus. Mit ein bisschen Improvisation bekam Poldi trockene Kleidung und einen trockenen Rucksack und dann stiegen wir alle in den Bus.

Ich muss zugeben, ich habe mich sehr in Kuba verliebt. Allein das, was wir aus den Busfenstern sehen konnten, war unglaublich! Alles ist grün und voller Palmen, Tabakfelder, Bananenbäume und Gärtchen.

Während wir im klimatisierten Bus saßen, der sogar eine Toilette besaß, fuhren hinter uns auf der Straße (wie sich herausstellte war es die Autobahn) Oldtimer und Pferdekarren. Ich würde sagen, Gegensätze ziehen sich an, vor allem hier in Kuba.

Für uns Touristen gibt es nicht nur moderne Busse, wir haben auch unsere eigene Währung. In Kuba gibt es nämlich zwei Währungen, eine für die Einheimischen, die fast nichts wert ist, und eine für die Touristen. Unsere Guides Emilio und Juniel haben uns jedoch erklärt, dass die Kubaner ihr Land sehr lieben und dass sie immer mehr Rechte bekommen.

Liebe, lebe, lache heute! Während unserer langen Busfahrt nach Havanna hörte ich mit meinem MP3-Player Musik und stellte dabei fest, wie viele Lieder es über die Liebe gibt. Über die Schwesterliebe habe ich allerdings kein Lied gehört (bis zu Frozen kam ich nicht mehr). Trotzdem möchte ich an dieser Stelle meiner Schwester alles Liebe und Gute zum Geburtstag wünschen! Ich habe ganz fest an dich gedacht und hab dich unglaublich lieb.

Unser erster Stopp mit dem Bus war ziemlich unnötig. Wir wechselten lediglich den Bus um den Weg nach Viñales einzuschlagen. Während der Busfahrt bekamen wir alle ganz schön Schmetterlinge in den Bauch, vielleicht war es aber auch nur Hunger. In einer entzückenden Touristenfalle gab es dann köstliches Mittagessen direkt neben einer Tropfsteinhöhle, die wir natürlich auch besichtigten.

Der dritte Busstopp (wir fühlten uns allmählich wie eine Rentnergruppe, die eine Bustour durch Kuba macht) war eine organische Farm auf der einiges an Gemüse angebaut wird. Am herzallerliebsten waren jedoch die Ferkel, die überall herum gestreunert sind.

Bei unserem vierten Stopp sind einigen Jungs förmlich die Herzen aufgegangen vor Freude – eine Tabakfarm. Von der Pflanze bis zur fertigen Tüte durften wir uns alles ansehen und Alfonso, der siebzigjährige Farmer, hat uns gleich mal eine Zigarre vorgepafft. Eine Tabakfarm in Kuba besuchen, das ist schon eine kulturelle Erfahrung, wie Niki meinte. Und er hat recht, man sieht hier ziemlich viele Leute Zigarre rauchen.

Zum Schluss hielten wir noch an einem Aussichtspunkt. Von dort aus konnte man über das ganze Tal blicken. Es war wirklich traumhaft schön und wir konnten sogar die drei schlafenden Elefanten entdecken. Das sind Felsformationen, die so aussehen, als würde sich eine Elefantenfamilie zum Schlafen aneinander kuscheln.

Dass wir über die Zeit von vier Monaten, die seit Dublin vergangen sind, ebenfalls zu einer richtigen Familie geworden sind, hat man mal wieder beim Zelte aufbauen gesehen. Viele Hände, schnelles Ende und so war unser Zeltlager ruck zuck fertig, sodass einige noch in den Pool gesprungen sind.

Lizzy und ich haben den Platz gleich einmal genutzt und uns entgegen der Annahme „Sport ist Mord“ bewegt. Elly hat begeistert herausgefunden, dass die Dusche lauwarmes Wasser hat, dafür ist die Toilette verstopft, aber das kennen wir ja… Ich glaube ich spreche hier im Namen von allen, dass wir auf der Reise unsere Duschen, Klos und Bäder sehr zu lieben und schätzen gelernt haben.

Das Abendessen läutete dann das Ende eines langen Tages ein. Liebe geht durch den Magen und das tat Abendessen wirklich. An einer langen, fein eingedeckten Tafel, erwartete uns ein drei Gänge Menü mit Salat, Suppe, Reis, Yams, Hühnchen und zur Krönung Käse mit Mangopüree. Schon lange hatten wir kein so köstliches Mahl.

Als wir dann endlich im Schlafsack lagen und die Musik vom Pool übermäßig laut zu uns herüber dröhnte (Lizzy und ich hatten uns dagegen entschieden noch mal auf der Tanzfläche das Tanzbein zu schwingen, nicht dass uns Blondies passend zum Valentinstag ein Kubaner noch einen Heiratsantrag machen würde) entdeckte ich eine Spinne im Zelt.

Aber wegen der Nächstenliebe und weil Valentinstag ist, haben wir sie nicht erschlagen, sondern vorbildlich mit meiner Reisepasskopie vor das Zelt gesetzt.

Und nach all der Liebe an diesem langen, aber wunderschönen Tag ging mein letzter Gedanke in den Himmel über uns, wo Orion und die Zwillinge über uns wachen. Ein Stern, der deinen Namen trägt: liebe Dodi. Ich hoffe du hattest einen wunderschönen Geburtstag und ich wollte dir mal sagen, ich liebe dich bis zum Mond und wieder zurück!

Ganz liebe Grüße natürlich auch an meine Familie, Mama dir nochmal alles gute nachträglich zum Geburtstag! Meinen Freunden zu Hause wünsche ich auch alles Gute und viel Kraft im neu angebrochenen Halbjahr.

Vielleicht habt ihr ja auch eine Valentinstag-Karte bekommen… Der blau gelben Garde wünsche ich am Wochenende viel Spaß beim Faschingsball und bei der bevorstehenden Faschingssaison. Ich hab euch alle lieb, frohen Valentinstag!