Ocean College

Schüler Rene

Sonntag im Bermudadreieck

Datum: 10.3.2019
Autor: Rene 
Position: Bermuda Dreieck
Nautische Position: 29°11.1 N 74°23.3 W
Etmal: 9000 NM! Yay!

Dieser ziemlich normale Sonntag auf See begann bei mir um 4 Uhr morgens. Nicht etwa weil ich Wache hatte, sondern weil meine Wasserflasche aus dem Fach am Kopfende meines Betts wegen der Schräglage auf mich drauf fiel.

Nach einem raschen Griff zu meinem Kindle (nachdem mein Laptop und meine Armbanduhr kaputt sind, ist das die einzige Möglichkeit für mich auf die Uhr zu sehen) wusste ich wie spät es war. Nach diesem kleinen Schreck versuchte ich noch etwas zu schlafen, aber ich gab mich nach einiger Zeit geschlagen und las noch etwas.

Etwa drei Stunden später weckte mich Fabi fürs Frühstück, ich war wohl doch noch eingeschlafen. Ich habe ernsthaft überlegt, ob ich nicht einfach weiterschlafe, aber der Gedanke an Speck mit Rührei am Sonntag motivierte mich doch noch aufzustehen.

Nach einem leckerem Frühstück legte ich mich nochmal kurz ins Bett. Etwa fünf vor acht stand ich mit einem großen Seufzer auf, schnappte mein Schulzeug und ging nach oben. Als ich beim Hochlaufen darüber nachdachte, was wir heute für Fächer haben, fiel mir mit großer Erleichterung ein, dass wir heute keine Schule haben.

Da ich schonmal oben war, füllte ich meine Wasserflasche auf und tat sie in den Gefrierschrank (ich bemerke gerade, dass sie jetzt schon seit über 24 Stunden dort drinnen ist, bin gleich wieder da!).

Weil ich ja nachts etwas wach war, ging ich nochmal schlafen. Um 10:45 Uhr wurde mein Zimmer liebevoll von Louiz für den anstehenden Deep Clean geweckt. Als die Blue Watch mit der Messe und dem Saloon fertig war, gab es gleich Mittagessen für die White Watch.

Da ich nicht zu dieser Wache gehöre, ging ich mit Fabian und jeweils einer Tasse Tee in der Hand auf das Foredeck und etwas später kamen Basti und Helena dazu. Nachdem Fabian seine Wurfkünste mit Teebeuteln unter Beweis gestellt hatte, kam endlich die Ansage, dass es jetzt auch für uns Mittagessen gab.

Zum Essen gab es Süßkartoffelbrei mit Brokkoli und Mais. Ich mag leider keine Süßkartoffeln und finde Brokkoli auch nicht sonderlich lecker. Das führte dazu, dass ich mit einem großen Teller Mais zum Picknicktisch ging. Ich hätte es zwar nicht gedacht, aber es hat erstaunlich gut geschmeckt.

Nach dem Mittagessen lieh ich mir das Bordbuch vom letzten Jahr aus, um etwas Inspiration für diesen, wie mir gerade auffällt für mich letzten, Tagesbericht der Reise zu finden. Um 16 Uhr hatte ich Wache, die bis zum Abendessen eher langweilig war.

Das Schöne an der 16 bis 20 Uhr Wache ist, dass das Abendessen in der Wachzeit ist. Das bedeutet nicht nur eine halbe Stunde weniger Wachzeit, es ist auch eine nette Pause in der Wache. Dafür konnte ich den Film, der jede Woche am Sonntag geschaut wird, nicht mit ansehen, die Wache hat also auch ihre Nachteile.

Der Tag wurde dann um einiges besser als es zur Nachspeise Brownies gab, die ich auf jeden Fall vermissen werde, wenn wir das Schiff verlassen. Als die Messe um etwa 22:45 Uhr ziemlich leer wurde und Nils mit russischer Musik hochkam, hatte ich keine Lust mehr den Tagesbericht zu schreiben. Da wir am nächsten Morgen wieder Schule haben, ging ich auch gleich ins Bett.

P.S. von Miriam: Liebe Oma! Alles Gute zum Geburtstag und eine dicke Geburtstagsumarmung vom anderen Ende der Welt! 🙂 

P.P.S. von Tati: An meine liebe Familie, ich freue mich sehr auf Zuhause. Habe euch lieb wir sehen uns bald!