Ocean College

Rotationsprobleme in der Redwatch A?

Datum: 01. November 2019
Autorin: Frida
Position: vor den Kanarischen Inseln
Nautische Position: 29°59582N/12°38685W

Rotationsprobleme in der Redwatch A?

Unsere Watch (Redwatch A, aka die coolste Wache) startete für Jacky, Simon, Ben, Max, Joana und mich um 07:50 Uhr, als wir die Bluewatch A ablösten. Eigentlich gehen alle Watches vier Stunden lang, aber weil es nicht ganz hin kommt mit den Essenszeiten, geht unsere Watch von 08:00-12:30 Uhr und die Watch nach uns schleicht sich erstmal schön eine halbe Stunde raus.

Schüler setzen Segel

Gute Organisation

Unsere Watchleaderin Jacky hatte “einen Plan” aufgestellt, der für jeden von uns für jede Uhrzeit eine bestimmte Position vorsieht. Die Positionen sind Helm (Steuer), Starboardlookout, Portlookout, immer zwei Personen haben Pause und einer muss den Logbookeintrag machen.

Wenn eine Person Galleyduty (Küchendienst) hat, wird einfach die eine Pause gestrichen.  Also bekamen alle ihren festen Job für eine halbe Stunde, danach wurde eine Position weiter rotiert.

Die Watch verlief soweit normal, das heißt wir gaben uns gegenseitig Tanzunterricht, machten Workouts oder schliefen kurz in den fünf Minuten, in den Simon (Offizier) Tee holen war. Bis Pete (Bosun) kam und fragte, ob wir auf das T’gallant klettern wollen.

Die Umsetzung des Rotations-Plans

Da immer eine Person am Helm bleiben muss und Max nach Jackys Liste als Helmsman vorgesehen war und er auch nach mehrfachem Angebot von Jacky und mir nicht tauschen wollte, blieb er am Helm. Auch ich blieb da, weil ich noch ein bisschen seekrank war. Wie schon in der Watch vor ein paar Tagen musste der arme Max nicht nur eine halbe Stunde, sondern zwei Stunden am Helm bleiben.

Das Segel der Pelican im Abendlicht

Da ich die meiste Zeit schlief oder er wegen meiner Seekrankheit nicht mit mir wechseln wollte, blieb er standhaft der Helmsman. Als die Anderen vom Klettern wieder kamen, ging Jacky ans Helm, obwohl Simon vorgesehen war, was heißt, dass Simon gar nicht am Helm gewesen wäre und Max zwei Stunden. Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, machte das Max Laune nicht besonders besser…er war zutiefst erschüttert.

Da Joana am Morgen schon Helmsman war und erstmal eine Patenthalse gemacht hat und so um die 40 Grad vom Kurs abgekommen ist, übernahm Simon der Ehrenmann für sie den Helm (eigentlich nur fürs Allgemeinwohl, damit wir nicht jetzt schon der Titanic gleich kommen). Deshalb waren alle mindestens eine halbe Stunde am Helm. Soweit hat der Plan also funktioniert.