Ocean College

August2020

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Abenteuer Auslandsjahr: Ready?

Es gibt Jugendliche, die mit 15 oder 16 Jahren selbst auf die Idee kommen, ein Auslandsjahr zu absolvieren, andere müssen erst auf diese Chance gestoßen werden. Wann wirklich der beste Zeitpunkt für ein Auslandjahr ist, hängt neben der Persönlichkeit des Jugendlichen von ein paar wenigen Rahmenbedingungen ab. 

Den optimalen Zeitpunkt finden

Viele Jugendliche legen zwischen der 9. und der 11. Klasse ein Auslandsjahr ein. Wer ein Gymnasium besucht und das Abitur nach 13 Jahren ablegt, wählt oftmals die 11. Klasse. Hier befinden sie sich noch nicht in der Qualifikationsphase, die aus der 12. und 13. Klasse besteht.

Schülerinnen und Schüler, die nach der 10. Klasse die Real- bzw. Sekundarschule verlassen, können das Auslandsjahr anschließend einplanen. Hier fungiert das Auslandsjahr als Gap-Year zwischen Schule und Ausbildung bzw. dem Besuch einer weiterführenden Schule.

Anerkennung ist Ländersache

In den meisten Bundesländern werden Auslandsaufenthalte in der 10. und oft auch in der 11. Klasse problemlos anerkannt. Voraussetzung ist, dass die Schülerin bzw. der Schüler während des Auslandsjahres regelmäßig Unterricht erhalten hat und Lernerfolge nachweisbar sind.

Für andere Klassenstufen sind die Regelungen sehr viel differenzierter, in Sachsen werden regelmäßig auch Auslandsschuljahre in der 9. Klasse anerkannt. In Bundesländern wie Rheinland-Pfalz dürfen wiederum die Schulen selbst entscheiden, ob Leistungen aus dem Auslandsjahr anerkannt werden.

Eltern und Jugendliche sollten also rechtzeitig den Kontakt zur Schule bzw. der zuständigen Schulbehörde aufnehmen, um alle Informationen zu den Voraussetzungen einer Anerkennung zu erhalten.

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Auslandsjahr?    

Neben der Überlegung, wann für eine Schülerin bzw. einen Schüler der beste Zeitpunkt ist, für ein halbes oder sogar ganzes Jahr die Heimatschule zu verlassen, zählt auch die persönliche Reife des Jugendlichen. Selbstverständlich entwickeln sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Austausch-Programmen oder Projekten wie Ocean College auf ihrer Reise enorm weiter.

Aber wer das erste Mal für eine längere Zeit von Zuhause weg geht, sollte auch wissen, dass dieses große Abenteuer auch eine Entwicklungsreise mit relativ offenem Ausgang ist. Eltern sollten also vorab besprechen, ob ihr Kind für ein Auslandsjahr geeignet ist. 

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Das erste Weihnachtsfest ohne Familie ist eine wichtige Erfahrung.

Hilfreiche Fragen an den Jugendlichen:

1. Schaffst du es für mindestens ein halbes Jahr auf deine Freunde und deine Hobbys zu verzichten?

2. Wirst du damit zurechtkommen, mit – erst einmal – fremden Menschen auf engem Raum zusammenzuleben?

3. Kannst du auf deine vertraute Umgebung und liebgewonnene Dinge verzichten?

4. Traust du dir zu, auf andere Menschen zuzugehen und neue Freundschaften zu knüpfen? 

5. Bist du bereit, neue und ungewohnte Regeln und Umgangsformen einzuhalten?

Wenn die Antwort auf diese Fragen ein klares, lautes „Ja!“ ist, dann ist die Aussicht auf ein erfolgreiches Auslandsjahr sehr gut. Wenn Sie Ocean College besser kennen lernen möchten, dann erfahren Sie hier mehr über das segelnde Klassenzimmer.

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Fünf Fragen zum segelnden Klassenzimmer

Was macht man den ganzen Tag auf einem Segelschiff? Welche Länder besuchen wir? Gibt es auf dem Schiff WLAN? Unsere Teilnehmer*innen bringen ihre ganz speziellen Fragen mit in die Vorbereitungsphase des segelnden Klassenzimmers. Eltern haben wiederum ganz essentielle und praktische Fragen, die sie beschäftigen. Hier geben wir Antworten auf die fünf häufigsten Fragen zu Ocean College-Segelreisen.

1. Wie sicher ist das segelnde Klassenzimmer?

Sicherheit wird auf unserer Reise über den Atlantik groß geschrieben. Alle Teilnehmer*innen erhalten eine Segelausbildung, die ihnen das notwendige Wissen und die Techniken zum sicheren Segeln vermittelt. 

Zu den sehr hohen Sicherheitsstandards gehört es, dass die Jugendlichen beim Klettern an Bord immer mit mindestens einem Haken an ihrer Kletterausrüstung gesichert sind. Wenn es sehr windig oder wellig ist, werden die Jugendlichen an langen Seilen eingehakt, so dass sie sich sicher über das Deck bewegen können. 

Bei allen Entscheidungen in Sachen Sicherheit können sich die Teilnehmer*innen auch auf die Crew verlassen. In England wird eine Ausbildung nach den weltweit höchsten Sicherheitsstandards gemacht, alle Crew-Mitglieder haben eine Life-Safe-Ausbildung und sie sind zudem speziell für die Arbeit mit Jugendlichen ausgebildet. Zu den weiteren Sicherheitsvorkehrungen gehören der Arzt, der die Besatzung während der Atlantiküberquerung begleitet sowie regelmäßige Übungen aller Teilnehmer*innen, die den Ernstfall wie etwa einen Brand oder „Mann über Bord“ trainieren.

2. Werden Teilnehmer*innen auch nach Hause geschickt?

Tatsächlich ist es bei schwerem Fehlverhalten möglich und notwendig, Teilnehmer*innen nach Hause zu schicken. Um für sechs Monate auf einem Segelschiff zusammenleben zu können, braucht es ein starkes Team und Beziehungen, die von Vertrauen und Loyalität geprägt sind. Es ist wichtig, dass alle Jugendlichen auf die Anweisungen der Crew hören, damit insbesondere während Segelmanövern ein sicherer Ablauf gewährleistet ist. 

Zu den Regeln gehört selbstverständlich das Verbot von Drogen, Alkohol und Nikotin, außerdem dürfen Mädchen und Jungen nicht gemeinsam übernachten, Beziehungen sollten also weitestgehend platonisch bleiben. Vor Reiseantritt werden die Jugendlichen über die geltenden Regeln und Verbote im segelnden Klassenzimmer informiert. 

3. Wie funktioniert der Schulunterricht im segelnden Klassenzimmer?

Zunächst einmal ist mit der Heimatschule abzuklären, welche formalen Schritte für eine Teilnahme am Ocean College notwendig sind. Zumeist werden die Jugendlichen für die Dauer der Reise beurlaubt, die Beschulung erfolgt dann im segelnden Klassenzimmer. 

Alle Teilnehmer*innen erhalten während der Reise Unterricht, unsere Lehrer*innen stehen ihnen bei der Bearbeitung ihrer Materialien zur Seite. Die Heimatschule kann alle Unterrichtsmaterialien jederzeit in die persönliche Dropbox des/der Schüler*in legen. So können alle Teilnehmer*innen Klausuren und Tests aus der Heimatklasse ablegen und verlieren nicht den Anschluss an deren Lernstand. Nach einem halben Jahr können sie direkt wieder in ihre Heimatschule gehen, eine Wiederholung der Klasse ist nicht notwendig.

4. Wie ist das Essen auf dem Segelschiff organisiert?

Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen, weshalb Ocean College großen Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Heranwachsenden legt. Bevor es auf die große Reise geht, werden die Essgewohnheiten aller Teilnehmer*innen abgefragt. Ob Vegetarier, Veganer oder Jugendliche mit Lebensmittelunverträglichkeiten, es werden immer alle satt. 

Unsere Schiffsköchin organisiert die Mahlzeiten an Bord, die Jugendlichen helfen bei der Zubereitung der Gerichte. Der Küchendienst wechselt täglich, so dass jeweils eine Gruppe an Schüler*innen in der Schiffsküche arbeitet. Abwechslung gibt es durch kulinarische Themenwochen, außerdem ermuntern wir die Jugendlichen, Rezepte aus ihrer Heimat oder Kochbücher mit an Bord zu bringen. 

Kreativ müssen die Köchin und Helfer*innen insbesondere während der langen Zeit der Atlantiküberquerung sein. Während der restlichen Zeit kauft das Team frische und regionale Produkte im jeweiligen Hafen, an dem das segelnde Klassenzimmer an Land geht.

5.Wie sind die Teilnehmer*innen auf dem Segelschiff erreichbar?

Der pädagogische Ansatz von Ocean College sieht einen bewussten Umgang mit digitalen Medien vor. Dazu gehört, dass die Teilnehmer*innen des segelnden Klassenzimmers sich auf der Reise nicht mit ihrem Smartphone von dem ablenken lassen, was um sie herum geschieht. 

Deshalb werden die Handys auf dem Schiff nicht benutzt und nur zu Landgängen ausgeteilt. Dann können sie gern mit ihren Familien und Freunden telefonieren oder Fotos verschicken. In der Regel legt das Segelschiff alle zwei Wochen in einem Hafen an, nur bei der Überquerung des Atlantiks sind die Jugendlichen über ihre Handys längere Zeit nicht erreichbar. Die Crew ist selbstverständlich über das Satellitentelefon an Bord im ständigen Kontakt mit den Organisatoren und nutzt das Telefon für die Kommunikation zu technisch-organisatorischen Abläufen. In Notfällen wird natürlich auch dieses Satellitentelefon genutzt. Die Eltern der Schüler*innen stehen zudem jederzeit in Kontakt mit dem Orga-Büro in Berlin, deren Mitarbeiter*innen alle organisatorischen Fragen mit ihnen abklären.

Haben Sie weitere Fragen zu Ocean College? Dann schauen Sie sich gern unsere FAQ an oder kontaktieren Sie uns.

Warum segeln? Darum!

Im vergangenen Jahr segelte Greta Thunberg 15 Tage lang über den Atlantik. In England gestartet, legte sie am 28. August 2019 in New York an. Die Anreise zum UNO-Klimagipfel in den USA hätte leichter sein können, ein mehrstündiger Flug hätte gereicht.

Aber die Klimaaktivistin entschied sich für das Segelboot. Auch Ocean College hat gute Gründe dafür, Schülerinnen und Schüler für sechs Monate auf einem Segelschiff lernen, arbeiten und leben zu lassen.

Nachhaltigkeit als Way of Life 

Auf einem Segelschiff und während der Landgänge sind unsere Teilnehmer*innen der Natur oftmals näher als in ihrem Alltag. Das birgt die Chance, das eigene Verhalten und unbewusste Denkmuster zu hinterfragen: Wie schone ich die Umwelt? Was mache ich aktiv gegen Umweltverschmutzung? Was könnte mein persönlicher Start zu einem nachhaltigeren Umgang mit der Umwelt sein?

In der Vorbereitung und Durchführung  unserer Segelreisen agieren wir gemäß der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Das bedeutet im Besonderen, dass wir möglichst wenig Müll produzieren, erneuerbare Energien verwenden, wo es möglich ist und unseren Teilnehmer*innen in besonderen Aktionen wie den Beach-Clean-Ups nachhaltiges Handeln vorleben. 

Während der Landgänge werden die Jugendlichen in regionale Projekte involviert. Auf Kaffeeplantagen oder beim Bau von Hütten aus natürlichen Rohstoffen bekommen sie ein Bewusstsein dafür, wie Menschen außerhalb Europas leben und welche Auswirkungen ihr eigenes Handeln auf das Leben von Menschen hat, die tausende von Kilometern entfernt von ihnen leben. 

Mehr Informationen zur Nachhaltigkeit bei Ocean College gibt es hier.

Es braucht im Leben mehr als Algebra

Wir sind überzeugt davon, dass das klassische Bildungssystem in Deutschland die Schüler*innen nicht ausreichend auf das Leben nach der Schule vorbereitet. Im Hinblick auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts braucht es junge Menschen, die offen gegenüber anderen Kulturen sind, Herausforderungen annehmen und lösungsorientiert vorgehen; die Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben, verantwortungsbewusst mit ihren Mitmenschen, der Umwelt und den natürlichen Ressourcen umgehen.

Team- und Konfliktfähigkeit, Disziplin und Engagement sind Fähigkeiten, die dafür notwendig sind. In den meisten Schulen steht diese Art von Bildung jedoch selten auf dem Lehrplan. Dabei ist gerade sie die Basis, um erlerntes Wissen aus Mathematik, Englisch, politischer Bildung oder Physik verantwortungsbewusst anwenden zu können.  

Diese Basis legen wir im segelnden Klassenzimmer durch ein durchdachtes Lernkonzept. Neben dem klassischen Schulstoff lernen die Jugendlichen in Pathway-Projekten und wenden ihr Wissen praktisch an – zum Beispiel beim Berechnen von Knoten, dem Navigieren auf hoher See oder dem Umgang mit der englischsprachigen Crew.

Segeln als Entwicklungsreise

Das Segeln ist Sport, Abenteuer und Reise ins Innere zugleich. Es gibt keine Ablenkungen in Form von sozialen Medien oder eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten: Das nächste Café zum Treffen mit den Freundinnen und der Fußballrasen des heimischen Sportvereins sind in unerreichbar.

segeln lernen bildet

Das lässt viel Zeit für Dinge, die oft zu kurz kommen: Muße zum Lesen, Neues ausprobieren oder einfach dabei zuschauen, wie sich das Segelschiff nur sehr langsam seinem Ziel nähert. Unsere Teilnehmer*innen kommen ins Gespräch miteinander, lernen andere Lebenswirklichkeiten kennen und erfahren, was es bedeutet, in Gemeinschaft zu leben – eine unbezahlbare Erfahrung.

Gleichzeitig wachsen die Schüler*innen an ihren Aufgaben: Wer kann schon von sich behaupten, mit 16 oder 17 Jahren ein Segel gesetzt zu haben? Nachts ein Segelschiff navigiert zu haben? Oder eine stürmische Nacht auf dem offenen Meer verbracht zu haben? Die Jugendlichen machen sich nach und nach mit dem Ozean vertraut, lernen die Kraft der Elemente kennen und wie sie ihnen mit geschickten Manövern, fundiertem Wissen und einer Portion Menschenverstand begegnen. Diese herausragenden Erfahrungen prägen die jungen Menschen ein Leben lang und schenken ihnen Vertrauen ins eigene Können und in die Natur.

Möchten Sie Ihrem Kind dieses Erlebnis ermöglichen? Dann finden Sie hier Antworten auf oft gestellte Fragen.

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