Ocean College

Cumpleaños feliz!

Datum: 14.01.2021
Autor: Mats
Position: OneWorld Farm, Talamanca
Geographische Position: Karibikküste von Costa Rica

Ken und Don Dionisio, ein indianischer Mitarbeiter und Freund von Ken, hatten heute beide Geburtstag und deshalb haben wir natürlich mehrmals auf Spanisch, Englisch und Deutsch für sie gesungen. Zusätzlich gab es ein tolles Frühstück mit Bananen-Schoko Küchlein, die wir alle unbedingt nochmal selber machen wollten, was wir nachmittags dann auch getan haben. Zwei große Geburtstagskuchen gingen bei 40 Leuten auch erstaunlich schnell weg.

Ocean College beim Buffet

Als alle nach dem Frühstück bereit für den Regenwald waren, sind wir aufgebrochen und haben uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe ist in die Plantagen der Farm und durfte Früchte und Gemüse ernten. Elias und Lorn z.B. mussten mit Leitern auf zwei bis fünf Meter hohen Palmen die Kokosnüsse runterholen, indem sie diese mit Macheten abgeschlagen haben. Anschließend wurde ihnen gezeigt wie man sie schält, um sie danach in den Salat für das Mittagessen zu machen.
Außerdem hat die Gruppe neben dem ganzen Ernten auch das Unkraut in den Feldern beseitigt.

Briefing von Ken
Ken beim Briefing

Ich war jedoch in der Gruppe, die tiefer in den Regenwald musste, um dort die Schwitzhütte zu Ende zu bauen. Zwei Tage bevor hatten wir mit ihr angefangen, indem wir ein Loch gegraben haben, wo später die heißen Steine mit dem Aufguss drauf kommen würden. Um das Loch herum haben wir 13 halbvolle Säcke mit Erde hingelegt, auf denen man sich hinsetzt. Hinter jedem Sack sollte nun ein langer dehnbarer Ast in den Boden gebohrt werden, den man anschließend in die Mitte dehnen und dort mit allen anderen Ästen zusammenknoten sollte.

Schwitzhüttenbau

Als wir heute also an der igluförmigen Schwitzhütte ankamen, mussten wir alle zuvor gesammelten Palmenblätter auf der Hütte befestigen, um die Hitze innen drin zu lassen und uns natürlich vor vermeintlichem Regen zu schützen. Nachdem wir damit abgeschlossen hatten, mussten wir gefühlt eine Tonne Steine von dem großen Weg, wo ein Auto noch hinkommt, bis hin zur Schwitzhütte tragen. Zur Info: Der ungefähr 250m lange Weg war steil und suuuuper schlammig!!!

Mats beim Steineschleppen
Mats beim Steineschleppen

Generell glaube ich, dass, wenn es um Schlamm und Matsch geht, wird jeder von uns nach Ocean College komplett abgehärtet sein, weil wir oft durch fast kniehohen Schlamm laufen mussten. Kleiner Tipp nebenbei: Am besten schnellstmöglich durch Schlamm laufen sonst sinkt man immer weiter ein und sein Gummistiefel bleibt stecken. Könnte sein, dass dies mir und anderen mal geschehen ist 😉 …

Ocean College im Schlamm

Als wir nach einiger Zeit alle Steine schweißtreibend und kräftezehrend zur Schwitzhütte gebracht hatten, damit sie später im Lagerfeuer erhitzt werden konnten, hatten wir eigentlich schon all das geschafft, was wir vor unserem Mittagessen schaffen wollten. Deshalb hatten wir die Idee, in dem kleinen Fluss/großen Bach baden zu gehen, was sehr cool war, weil: Wann geht man denn sonst schon mitten im Regenwald baden…

Zum Mittagessen gab es natürlich wieder Reis mit Bohnen, einen Salat mit Blumen, Pflanzen, Kokosnuss, Sternfrucht und Kraut und noch Kochbananen. Natürlich alles aus eigenem Haus. Ich persönlich werde das Essen hier vermissen, da alles einfach unfassbar lecker geschmeckt hat, vor allem die Bananen in allen verschiedenen Gerichten. Wenn man dazu noch die frischesten Früchte und Gemüsesorten isst, die vor dem Haus wachen und dann nachdem man sie erntet direkt auf den Teller kommen, schmeckt es noch besser:)

Buffet bei Ocean College
Die Familie von Ken bei der Essensausgabe

Nachmittags haben, wie schon erwähnt, einige die Bananen-Schoko Küchlein gekocht, zu denen ich auch gehört habe, einige haben sich nach den anstrengenden zwei Tagen und vor der ,,Schwitzhüttenzeremonie‘‘ noch mal ausgeruht und manche haben die letzten Vorbereitungen dafür getroffen, wie z.B. die Steine auf einen Haufen gelegt, große Äste und Holz gesucht für das Feuer und schließlich auch das Feuer entfacht. So konnten die Steine noch richtig heiß werden, bis wir Stunden später losgelegt hatten. Natürlich konnte es sich diese Gruppe auch nicht entgehen lassen, an solch einem sonnigen Tag und in solch einer Natur im Fluss baden zu gehen.

Schwitzhüttenbau

Wir, die Personen, die in der Farm geblieben sind, waren natürlich (leider) so nett und haben der Gruppe, die bei der Schwitzhütte gearbeitet haben, genug von den selbstgekochten Küchlein übrig gelassen. Vor dem Highlight am Abend haben wir es uns also noch mal gut gehen lassen und auch die zwei Geburtstagskuchen verputzt, sowie viel Flüssigkeit zu sich genommen, da man später ja sehr doll schwitzen wird, was der Name Schwitzhütte bereits in sich hat. Das Schwitzen haben wir jedoch in Ocean College schon echt gut drauf, weil wir in unseren Cabins ja gar keine andere Wahl haben als zu schwitzen. Irgendwann muss man ja mal schlafen in der Schwitzcabin.

Abhängen bei Ken

Was echt enttäuschend ist, dass die einzig guten und meist kalten Zimmer Cabin 10 und 11a sind, wo nach dem Landaufenthalt hier in Costa Rica sowieso nur Mädchen reinkommen werden, da es zu viele Jungs gibt, die daher höchstwahrscheinlich wieder in drei Sechserzimmer aufgeteilt werden müssen und nicht in die Viererzimmer 10 und 11a, wo die Mädchen nach dem Schlafen am Morgen gerne mal erzählen, wie doll sie doch gefroren haben, oder dass sie sich mal wieder so gemütlich in ihre Bettdecke eingekuschelt hätten … schön ruhig bleiben und so tun, als hätte man das einfach gar nicht gehört

Jetzt aber mal wieder zum eigentlichen Thema: Schwitzhüttenzeremonie! Wir begannen ungefähr um 17:30 loszulaufen und der Plan war, um 21:00 Uhr zurückzukehren und dann Abend zu essen. Die letzte Ocean College Klasse, die auch eine Schwitzhütte gebaut hatte, kame erst um 23:00 Uhr zur Farm zurück und das hatte Ken wahrscheinlich dieses Jahr nicht unbedingt vor. (Spoiler: neun Uhr wird’s nicht…)
Zumindest sind wir dann mal losgelaufen. Alle wollten nicht mit, aber mehr als sechs Leute sind glaube ich nicht in der Farm geblieben.
Die ,,Nachtwanderung’‘ bis zur auf uns wartenden Schwitzhütte war echt spannend und an manchen Stellen auch herausfordernd, da ich Dummerchen natürlich meine Stirnlampe in meinem Zimmer liegen gelassen habe. Ich habe es aber erstaunlicherweise nicht geschafft, mich in Matsch zu legen. Erstes ,,Highlight‘‘ war, dass wir einen freirumlaufenden Hund entdeckt haben, der dann einfach mit uns mitgekommen ist. Nachdem wir also den matschigen Weg überstanden haben und wir an der Hütte im Regenwald angekommen sind, wollte der (Jagd-) Hund erst mal jagen gehen, kam aber nach viel Gejaule fünf Minuten später wieder zurück zu unserem Lagerfeuer. Als der Hund sich beruhigt hatte, haben wir ihm eine Leine angebunden und er war auch für den Rest des Abends leise und echt süß. Ken hat Bilder von dem Hund am nächsten Tag ins Internet gestellt, damit ihn hoffentlich jemand abholen wird.

Kriegsbemalung bei Ken

Ken hat bereits mit einigen Helfern die heißen Steine in die Hütte verfrachtet und die Kräuter bzw. den Aufguss bereitgestellt. Es gab frisches Limonengras, Zimt und verschiedene Kräuter. Ich bin mit der ersten Gruppe hineingegangen und wir waren dort circa 15 Minuten drin, wie jeder anschließende Gang auch. Es war ein super Gefühl in der Schwitzhütte und als Ken dann noch mit uns über die ,,Traditionen‘‘ der Indianerstämme geredet hat sowie mit einer costa-ricanischen Trommel Lieder gesungen hat, wurde es zu einem einmaligen und unvergesslichen Erlebnis. Den Meisten ging es genauso gut wie mir, d.h. ein bisschen mehr als die Hälfte wollte noch ein zweiten Gang haben. Ein paar Leute sind also nach den drei Gängen zur Farm zurückgelaufen und ich habe mich auf meinen Zweiten gefreut, der diesmal mit Sophie, unserer neuen Ärztin war, die uns auch viel erklärt hat, da sie eine Schwitzhüttenzeremonie nun zum dritten Mal gemacht hat. Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein Shanty während man sauniert. Also haben wir kurz überlegt, was wir singen wollen und dann haben wir die ersten beiden Strophen aus dem Shanty ,,Spanisch Ladies” gesungen!

Muss man einfach mal gemacht haben: Einen Seemansshanty zu singen in einer Schwitzhütte mitten im Regenwald 🙂

Anschließend sind alle wie nach dem ersten Gang in den Fluss gegangen, um abzukühlen. Man ist langsam immer tiefer ins Wasser, bis man mit dem ganzen Körper drin war. Als wir auch mit dem Kopf unter Wasser waren haben, wir unseren Herzschlag gehört, was ich auch sehr interessant fand. Weil wir nach jedem Schwitzhüttengang eine kurze Pause hatten, da neue heiße Steine in die Hütte geholt wurden, habe ich versucht, in den zweiten Gang der anderen mit reinzugehen, also in meinen Dritten. Hat geklappt! Ich war also insgesamt drei Mal drinnen und jedes Mal bleibt unvergesslich! Da wir natürlich Ken‘s Zeitplan in den Eimer werfen konnten, sind wir nach dem schnellen Abkühlen im Wasser zügig durch den Schlamm nach Hause gelaufen, was auch noch mal echt lustig war, da die meisten nach der Hitze echt müde waren und fast während des Laufens eingeschlafen sind. Als wir dann nach unserer zweiten Nachtwanderung endlich angekommen sind, konnten wir uns auf das wieder unfassbar leckere Essen stürzen.

Und das war um 23:30… also haben wir um eine halbe Stunde den Rekord gebrochen. Mal gucken, was das nächste Ocean College Jahr hier bei Ken so zu bieten hat…

Danach ist jeder tot ins Bett gefallen und die Leute, die auf dem Sofa saßen, um vielleicht noch ein bisschen zu quatschen, sind dort eingeschlafen, bis sie und alle anderen um 07:00 morgens von den Brüllaffen geweckt wurden, die heute erstaunlich laut waren. Ich bin jetzt nicht so der Affenexperte, aber vielleicht hatten sie ja schlechte Laune. Zumindest haben die schon ganz schön laut gebrüllt, aber na ja, so heißt ja auch ihr Name, also wundert mich das jetzt nicht so sehr.

Aber den Tagesbericht für den 15.01. überlasse ich jetzt mal Magda, also wäre dies jetzt langsam das Ende. Den Tagesbericht zu schreiben war aber echt ein guter Zeitvertreib in den letzten vier Stunden auf der siebenstündigen Busfahrt zur Kaffeefarm, hat mich aber auch ein bisschen auf die wieder bevorstehende Übelkeit an Bord der Pelican denken lassen, da wir gerade nur über Berge und somit tausende Serpentinen fahren und ich nur auf das iPad starre…

Ich wünsche jedem, der das hier liest, ein tolles neues Jahr 2021 und dass ihr alle gesund bleibt.

Ich hab meine Familie ganz doll lieb und würde die Zeit hier in Costa Rica natürlich super gerne mit euch verbringen, aber macht das Beste aus der Situation zu Hause!

Karun wünscht seinem Vater alles alles Gute zum Geburtstag!

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