Ocean College

Mein Geburtstag

Datum: 13.02.2021
Autorin: Clara
Position: Atlantischer Ozean
Nautische Position: e.g. 28°40,6 N 071°47,0 W
Etmal: 123 NM (10110 NM insgesamt)
 
Nordatlantik(wetter)

Während ich das hier gerade schreibe, sitze ich auf dem Foksle, also dem Foredeck. Die Sonne scheint. Es ist kurz nach 14:00 Uhr. Vorhin gab es Mittagessen, super leckere Nudeln mit einer Spinat-Brokkoli Sauce. Tagsüber hat die Sonne momentan noch genug Kraft, um uns in kurzen Klamotten zu wärmen.

students in the sun

Man merkt aber trotzdem deutlich, dass wir Richtung Nordosten segeln, weil es gerade bei den Nachtwachen ganz schön frisch werden kann. Naja, frisch ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Bisher war unsere “kälteste” Temperatur ungefähr 21 Grad. Aber gerade in Kombination mit Müdigkeit muss man sich nachts nun langsam aber sicher wieder lange Hosen und Pullis, manchmal sogar noch eine Jacke dazu anziehen.
 
Müdigkeit

Die Müdigkeit hat in den letzten Tagen allgemein um Einiges zugenommen. Das Aufstehen zu Nachtwachen fällt gerade gegen Ende einer Etappe immer schwerer. Unser heutiger Energiebooster: Um 04:00 morgens mit der gesamten Wache (plus Officer, Ali ist wohl die coolste erste Offizierin ever) zum Pink-Panther Techno Song ‘The Groovy Cat’ von PAWSA tanzen. Danach waren dann alle, zumindest für die nächsten 30 Minuten, wach. 😉
Andere beliebte Müdigkeit-Bekämpfungmethoden sind Workouts und einfach ganz viel quatschen.

Clara with the glass

Lieblingsorte

Die Brücke, beziehungsweise das Watchkeeping, gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen oder Lieblingsorten. Nichtsdestotrotz haben wir das Poop-Deck sehr zu schätzen gelernt. Man kann dort auch bei relativ hohem Seegang und viel Wind entspannt chillen, so lang die Temperaturen noch so angenehm sind. Ich zum Beispiel habe dann immer das Gefühl, dass wir das Draussensein absolut ausnutzen sollten, solange es noch so schön ist.

Clara and Anousch

Als es so ungemütlich war, war es logischerweise verboten, auf das Foredeck zu gehen. Dort ist es dann auch echt gefährlich, weil die Wellen alles und jeden wegspülen würden. Normalerweise würde ich nämlich sagen, dass das Foredeck mein liebster Ort auf der Pelican ist. Gerade wenn wir segeln, ist es dort herrlich ruhig. Man hört an den meisten anderen Orten sonst den Generator oder die Lüftung aus dem Engine Room, auch wenn der Motor aus ist.

students chilling

Andere tolle Orte sind natürlich Bowsprit oder oben auf dem Main Mast. Die Pärchen bevorzugen, so munkelt man, die Laundry Ecke oder auch den Dry Store. Generell ist Zweisamkeit aber eher ein rares Gut auf einem Schiff mit fast 50 Leuten. 😉 Ich bin gespannt, wie wir uns verteilen werden, wenn es kälter wird und wir uns alle nur noch drinnen aufhalten.
 
Mein Geburtstag

Vier Tage ist mein Geburtstag jetzt schon her. Trotzdem möchte ich noch kurz einige Gedanken und Eindrücke darüber loswerden. Ich würde nämlich sagen, dass das der bisher coolste Geburtstag war, den ich je erleben durfte. Er fing mit einem netten Ständchen beim Wachwechsel um kurz vor 04:00 morgens an. Das zweite Highlight war ein mega tolles Frühstück, was Sophia B und Elisa für mich vorbereitet haben. Dazu gehörte eine Lametta Girlande, vier Scheiben von Abbies legendärem Rosinenbrot und ein selbstgebackener Tassenkuchen. Die beiden haben mir eine selbstgenähte Tasche aus Segel geschenkt, mega cool!

all good

Mittags haben wir ja dann in Freeport auf Grand Bahama angelegt und dort haben wir eine Lieferung Essen bekommen. Unter anderem waren viele frische Äpfel dabei und es war für uns alle ein absolutes Highlight, wieder frisches Obst essen zu können. Weiter ging es mit Frischwasseranschluss, was für uns unbegrenztes Duschen bedeutet hat. Auch ein toller Höhepunkt!

Was aber fast am schönsten war, waren die vielen Nachrichten, die ich bekommen habe. Zu merken, wie viele nette Menschen zu Hause an mich gedacht haben, während ich hier von ebenfalls absoluten Herzensmenschen umgeben bin und dieses Abenteuer erleben darf, hat den Tag für mich perfekt abgerundet.

Clara in the rigg

Generell hat es mir geholfen, ohne Erwartungen an den Tag ran zu gehen. So habe ich gelernt, auch die kleinen Dinge wertzuschätzen.
 
P.S.: Ich sende viele warme Gedanken nach Hause. Besonders liebe Grüsse an Alena, Deinen Geburtstag hab ich natürlich nicht vergessen. Alles, alles Gute nachträglich! Danke für die vielen Feo-Updates, über die freue ich mich immer sehr!
Besonders liebe Grüsse gehen auch an meinen Bruder Luki, ich vermisse dich!
 
Viktoria: Ich grüsse ganz herzlich meinen Bruder Martin. Alles Gute zum Geburtstag, ich hab dich lieb!
 
P.P.S.:
Malina: Auflösung des Rätsels aus meinem Tagesbericht vom 09.02.: Insgesamt haben wir 577 aktuelle Seekarten an Bord.

Wie eine Familie

Datum: 13.02.2021
Autor: Elias
Position: Bermuda
Etmal: Mit dem Flugzeug von Panama nach Bermuda

Hallo alle zusammen, heute gibt es mal einen ganz normalen Tagesbericht; ich erzähle euch nämlich so wie fast immer was die ganze letzte Woche so passiert ist. Dieses Mal nur mit dem Unterschied, dass ich seit einer Woche nicht mehr auf der Pelican bin, weil ich eine Blinddarmentzündung hatte (hört sich schlimmer an als letztendlich war) und deswegen wurde ich in Panama notoperiert. Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass ich jetzt weg von der Pelican bin und ich sie alle echt doll vermisse…

Ich meine, ich lebe mehr oder weniger gerade den Pelican-Dream: Großes Bett, jeden Tag duschen und kein Wellengang!!!

Klingt eigentlich ganz super, aber ich vermisse einfach mein neues Zuhause (Pelican) und meine neue Familie.

Es ist unfassbar, wie sehr wir alle zusammengewachsen sind, ich meine wir sind wie eine Familie. Wir halten zusammen, machen die Kotze der anderen weg und kümmern uns umeinander wie ein Rudel Wölfe 🙂. Wir sind immer füreinander da. Als am Anfang der Reise Nicolas die Briefe der letzten Reise vorgelesen hatte, in denen die Schüler vom letzten Jahr alle erzählt haben, „das wird eure Familie für die nächsten sechs Monate“, konnten wir das kaum glauben. Als uns damals Louisa dann nach einem Monat verlassen musste, hat man aber schon gesehen wie schwer einem der Abschied fällt.

Naja, nach fast 10 Tagen Panama, bei einer wirklich sehr netten Gastfamilie, bin ich mittlerweile schon auf Bermuda und warte jetzt darauf, dass die Pelican ankommt. Ich freue mich schon sehr, alle wiederzusehen. Ich kann von meinem Zimmer aus den Hafen sehen und freue mich schon darauf zu sehen, wie die Pelican einfährt…

Naja, viel mehr ist eigentlich nicht passiert, deswegen war’s das jetzt auch schon mit dem Tagesbericht: Kurz, etwas zu schnulzig aber dennoch cool 😎.

Und weil Bilder mehr sagen als 1000 Worte kommen jetzt ein paar meiner Pelican-Lieblingsfotos (und danach Grüße).

Schülergruppe auf der Pelican
Schüler am Strand
Schüler beim Dinner an Land
Schülerparty am Strand

Danke für’s Lesen. 

Ich danke: 

Meinen Eltern, danke, dass ihr das alle möglich macht und die letzte Woche kaum geschlafen habt, um dafür zu sorgen, dass ich in Panama und Bermuda untergebracht bin. 

Thanks to Vivien und Alex for being my family the last week in Panama and taking care of me. I enjoyed it very much with you guys. 

Danke auch an Johan und das Team vom Ocean College und auch an den lieben Ken, dass er extra aus Costa Rica in einer Nacht und Nebel Aktion zu mir geflogen ist und für mich nach der OP da war! 

Danke auch an Nicolas und Sophie, dass ihr auf der Couch im Krankenhaus gepennt habt, weil ihr mich nicht alleine lassen durftet 😉 

And thank you, Mike, for taking care of me here in Bermuda! 

Ich grüße: 

Meine kleinen Geschwister, Ava, Feline und Jonathan, ich habe euch lieb wie verrückt und passt mir gut auf Henry und Felix auf! 

Meine Großeltern: Oma und Opa, Oma und Opa Spandau, Oma und Opa Hakensee, Oma und Opa Siegen, Opa Johannes und Oma Marita, Oma Margret und Oma Rosalis. 

Ich grüße meine Patentante Mihriban und meine Tante Rebecca und die ganze Familie, meine Tante Helga. Ich grüße Dagmara, Caro aus Hamburg, Franzi, Louisa und Gäbi, die uns schon verlassen haben. 

Ich grüße meine besten Freunde Constantin und Carlo und noch Mia, Pia und Karli. Außerdem grüße ich meine Klasse in Berlin. Zu guter Letzt grüße ich natürlich das ganze Schiff, und ganz besonders Lorn und Marie, Sophia, Victor, Mats, Hannes, Caspar und Magda. 

Und ich grüße Elton John, den ich zwar nicht kenne, aber ich höre gerade “I’m still standing” und von daher ;-)) 

Außerdem grüße ich meine Leser und hoffe, es geht euch gut im kalten Deutschland! Liebste Grüße aus dem auch nicht ganz so warmen Bermuda! 

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