Ocean College

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Changemaker: Wir machen den Unterschied

Extremes Wetter, Ozeane voller Plastikteppiche, eine schwindende Artenvielfalt und eine neue gesellschaftliche Akzeptanz von politischen Extremmeinungen – das sind nur einige der Herausforderungen, vor denen wir als Gesellschaft stehen. Aber oft fragen wir uns: Wo anfangen? 

Sind wir kleine Rädchen im großen Getriebe?

Die Probleme sind so groß und wir sind so klein, oder? Wie können wir das Bildungssystem revolutionieren, um unseren Kindern endlich die Möglichkeit zu geben, sinnvoll fürs Leben zu lernen? Wie beeinflussen wir die Wirtschaft, damit sie endlich nachhaltig und nicht in erster Linie kapitalmarktgetrieben handelt? Da kann man schon mal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und verzweifeln. Es ist klar: Wir ganz allein bekommen es nicht hin – aber ohne uns geht’s auch nicht. Die Veränderung beginnt bei uns. Wir machen den Unterschied. Das ist die Botschaft des Buches „Mehr sein, weniger brauchen“ von Thomas Bruhn und Jessica Böhme. 

„Die Welt mag uns beängstigend groß erscheinen. Aber wenn wir sie aus einer systemwissenschaftlichen Sicht begreifen, dann merken wir, dass es letztlich ausreicht, in den eigenen unmittelbaren Beziehungen zu wirken, ohne den Anspruch zu haben, das große Ganze zu bewegen.“

aus: Mehr sein, weniger brauchen.

Denn es ist doch so: Wir leben alle in vielen verschiedenen Beziehungen. Sei es die eigene Familie, die Arbeitskollegen, die Vereinsmitglieder, der Bäcker, zu dem wir jeden Morgen gehen, der Friseur, die nette Postbotin, Freunde, entfernte Bekannte und der Klassenlehrer vom Kind. Und indem wir mit diesen Menschen in Kontakt kommen, haben wir einen mehr oder weniger großen Einfluss auf sie.

Wenn wir in der Mittagspause auf den Coffee to go aus dem Plastikbecher verzichten und den Kollegen erklären, warum wir das tun, passiert vielleicht erst einmal nichts.

Aber vielleicht erinnert sich ein Kollege am Abend an die Situation, googelt nachhaltige Kaffeebecher, kauft sich einen und steht in der nächsten Woche stolz mit dem Becher in der Bürotür. Das ist eine mögliche Folge des eigenen Handels, es gibt aber viele andere Optionen: Ob und wie wir Einfluss nehmen, ist nicht immer erkennbar und selten messbar. Aber es passiert und das macht Mut. 

Willkommen in der komplexen Welt!

Unsere Großeltern dachten noch, dass sie in einer mehr oder weniger komplizierten Welt leben: Dort gibt es viele Menschen und viele Dinge, da verliert man schnell den Überblick. Aber, so ihre Perspektive, beruht glücklicherweise alles auf dem Prinzip der Ursache und Wirkung. Wenn A dann B: Drücke ich den Knopf an der Klingel, dann kann ich ziemlich sicher davon ausgehen, dass es klingelt. Irgendwie beruhigend.

Dieses technologische Weltbild, was für Maschinen super funktioniert, ist aber nicht auf das menschliche Verhalten übertragbar. Zum Glück, denn gerade diese Annahme macht uns doch mutlos. Denn wir wissen: Wenn ich aufhöre Fleisch zu essen, dann werde ich damit allein den Klimawandel nicht stoppen. Wir können nicht die alleinige Ursache für eine solche Wirkung sein – also geben wir schon vorher auf. 

Was aber nicht der richtige Weg ist. Wir müssen nur unsere Sicht verändern. Wir leben in einer komplexen Welt, in der alles mit allem verbunden ist, also in Beziehung zueinander steht. Es gibt das Beispiel vom Schmetterling, der einen Tornado auslösen kann. Und aus dieser systemtheoretischen Sicht ist das auch möglich. „Natürlich löst der Flügelschlag den Tornado nicht allein aus, aber ohne den Flügelschlag des Schmetterlings hätte es den Tornado eben nicht oder an anderer Stelle gegeben“. 

Werde bewusst wirksam

Wenn wir also auch nur in unserem kleinen Wirkkreis Einfluss nehmen können, so ist es doch möglich. Denn wir sind das System. Wir können gar nicht nicht Einfluss nehmen. Und je mehr wir Einfluss nehmen und je mehr Menschen in dieselbe Kerbe schlagen, umso schneller und stärker wird die Veränderung da sein. 

Wie können wir also starten? Indem wir bei den kleinen großen Dingen anfangen und für unsere Werte einstehen, auch beim Kaffeeholen. Und indem wir unseren Kindern allein durch unser Handeln diese Werte vermitteln. 

Kleine Changemaker-Schritte 

  • Authentizität: Wir stehen für unsere Überzeugungen ein. 
  • Verbindung: Wir teilen unser Wissen und unsere Inspirationen mit anderen und lösen Probleme in gemeinsamen Netzwerken. 
  • Kreativität: Wir nehmen Veränderungen – ob freiwillig oder nicht – positiv an und begeben uns immer wieder auf eine Lernreise.

Ganz viele Impulse und tolle Gedanken über unsere Selbstwirksamkeit und unseren Wirkkreis in diesen herausfordernden Zeiten gibt es in diesem Buch:

changemaker buch

Jessica Böhme  + Thomas Bruhn: Mehr sein, weniger brauchen. Was Nachhaltigkeit mit unseren Beziehungen zu tun hat.
Erschienen im Februar 2021 im Beltz Verlag. Hier geht’s zum Buch.

Mit Ocean College nehmen wir Einfluss, indem wir zeigen, wie Bildung und ein sinnvolles Leben auch aussehen kann. Indem wir kleine Impulse setzen: Es gibt ein Leben ohne Smartphone. Gesundes Essen mit frischen Zutaten kann lecker sein. Das Vermeiden von Plastik ist möglich. Unsere Teilnehmer*innen tragen diese Impulse dann weit über die Zeit an Bord der Pelican of London mit sich. In ihr Zuhause. In ihre Schule. Zu ihren Freunden. Und werden so (hoffentlich) zu Changemakern.

Erste Impulse für Nachwuchs-Changemaker gibt es in der  Ocean College Summerschool. Vom 28.08.2021 bis 11.09.2021 leben und fahren Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren über die Nordsee, bekommen Einblicke in die Meereswissenschaften und verbessern ganz nebenbei ihr Englisch. Hier gibt’s mehr Infos.

Mountainbiken

Datum: 17.03.2021
Autor: Franka
Position: Azoren
Nautische Position: 37° 44,4  N  031°157 W
Etmal: 0 NM (Nautische  Meilen insgesamt: 12381)
 
Heute waren wir Mountainbiken. Weil wir nicht genug Mountainbikes für alle hatten, haben wir unsere Gruppe aufgeteilt. Während die eine den Vulkan runtergefahren ist, durfte die andere auf Shoreleave. Ich bin mit der ersten Gruppe um 10:00 Uhr aufgebrochen. Wir sind mit Taxis auf den Vulkan Caldeira in der Mitte der Insel Faial gebracht worden.

Der Pico auf den Azoren

Unten bei der Pelican war es angenehm warm und die Sonne hat geschienen, aber dort oben auf dem Vulkan war es eisig kalt und sehr neblig. Weil die Sicht sehr schlecht war, konnten wir den Krater des Vulkans nur erahnen. Auf der Informationstafel sah er jedenfalls sehr schön, grün und beeindruckend aus. Jeder von uns hat ein Mountainbike und einen Helm bekommen und dann ging es auch schon los.

Schülerinnen bei der Radtour

Da es so kalt war, habe ich meine zwei Jacken und die Mütze angezogen. Um die Nase warm zu halten, haben ein paar von uns sogar ihre Corona-Masken angezogen. So war es wenigstens im Gesicht einigermassen warm.
Für uns war es das erste Mal Fahrradfahren seit fünf Monaten. Am Anfang konnten wir wegen des Nebels weder viel noch weit sehen. Ein paar von uns sind schon vorgefahren. Und weil ich am Ende der Gruppe gefahren bin, hat es sich irgendwann so angefühlt, als würde ich alleine durch den nebligen, nach Frühling duftenden Wald fahren. Nach der langen Zeit, die wir auf engstem Raum verbracht haben, war es schön, einmal kurz allein zu sein.

Beste Aussicht auf den Azoren

Als wir tief genug waren und aus dem Nebel rausgefahren sind, hatte man eine tolle Aussicht. Man konnte viele Kühe, Felder und sogar den Hafen, in dem unsere Pelican liegt, sehen. Am Straßenrand sind viele Blumen gewachsen, die mich schon in Osterstimmung gebracht haben.

Zwischendurch hat Nico die Drohne gestartet und tolle Aufnahmen gemacht. Insgesamt hat das Mountainbiken nicht besonders lange gedauert, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Uns allen hat es sehr gefallen.
Und jetzt habe ich noch die Meinungen von ein paar anderen über das Mountainbiken aufgeschrieben.

Mia: Es war richtig cool! Man hat sich so frei gefühlt, als man den Vulkan runter gefahren ist.
 
Marie: Es hat richtig Spaß gemacht! Es war am Anfang nur etwas kalt, windig und ich hätte fast einen Hasen überfahren. Da ich mich mit Lara und Marta M. von der Gruppe abgesetzt hatte, haben wir uns dadurch etwas verfahren. Trotzdem sind wir gut an der Peli angekommen.
 
Karun: Normalerweise liebe ich Fahrradfahren, besonders dabei den Fahrtwind in meinem Gesicht zu spüren. Zu Hause fahre ich eigentlich 24/7 mit meinem Fahrrad. Ich fand es schade, dass das Mountainbike nur einen Gang hatte. Dadurch war das Fahren etwas schwieriger. Außerdem war das Fahrrad sehr leicht und der Wind hat mich manchmal zur Seite gedrückt. Trotzdem hat das Mountainbiken Spaß gemacht.

PS.: Viele Grüße an meinen kleinen Bruder. Ich freue mich schon, dich wieder zu sehen. Hab dich ganz doll lieb, bis bald.

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