Ocean College

Erster Handover Tag und mein letzter Tagesbericht…

Datum: 21.03.2021
Autor: Mats
Position: Faial, Horta

Wir sind heute zwar nicht in Richtung England losgesegelt, da sich Tamsin’s Ankunft verzögert hatte, aber gegen einen weiteren sonnigen Tag auf den Azoren hat auch keiner etwas gesagt. 

Nachdem ich mit einer kleinen Gruppe am Morgen joggen war, gab es wie gewöhnlich das Frühstück, nur heute von Marie gemacht, unserer neuen Köchin. Zugegeben hatte dies beim Frühstück keine großen Veränderungen als Folge, da die Messmen das Frühstück vorbereiten, jedoch hatte Marie ja noch ein Mittag- und Abendessen vor sich.

Nach dem Frühstück gab es anschließend ein etwas größeres Staffmeeting als sonst, da noch sieben Leute mehr (die Handover Watch) dazugestoßen sind. 

Daraufhin wie immer das Meeting für alle, nur geführt von Julius Manski, unserem neuen Captain und dem First Mate Elias. Ich würd’ mal sagen, es war das lustigste Meeting, das wir je hatten. 

Students Meeting
Arbeitsteilung 1: Julius M. (Captain) und Elias (1st Mate) leiten das Meeting

Nach einer von Elias geplanten Happy Hour, etwas Pause, einem zweistündigen Shore Leave mit den letzten Anrufen nach Hause und einem U-Boot Vortrag sowie Film war der Tag auch schon fast wieder vorbei. Natürlich gab es noch ein sehr gutes Abendessen von Marie und dann ab 20:00 abends die üblichen Hafenwachen bis zum geplanten Ablegen um 07:00 morgens am nächsten Tag.

Damit ihr euch aber noch mehr unter den (dreitägigen) Handovern vorstellen könnt, gibt es jetzt noch ein paar Eindrücke der neuen Crew, der Royal Watch, die als erstes die verschiedenen Jobs übernehmen darf. Zur Info: Man durfte sich als Captain, 1st Mate, 2nd Mate, Engineer, Bosun, Bosun‘s Mate, Koch und Doktor bewerben. 

Captain Manski & 1st Mate Elias + 2nd Mate Paul

Manski’s erster Tag als Captain begann, indem er das Wetter bzw. hauptsächlich den Wind für die nächsten Tage checken musste. Dadurch konnte er eine Route planen, wie wir bestmöglich nach England gelangen, d.h. wie wir den Wind am besten zum Segeln nutzen können und dass wir versuchen, uns aus sehr schlechtem Wetter rauszuhalten.

Er wusste auch als erstes Bescheid, dass Tamsin später kommen sollte und musste somit die ursprüngliche Planung verwerfen und sich neu organisieren. Da hat Elias (1st Mate) eine große Rolle gespielt, da er für die Planung solcher Sachen zuständig ist und im Meeting, welches extra dafür berufen wurde, erzählt hat, was los war und Nico nach einem Shore Leave gebeten hatte, welchen wir offensichtlich bekommen haben.

Manski muss als Captain generell sehr viel organisieren, dann die Sachen mit Elias besprechen, der uns (restliche Crew) schließlich informieren kann. In der 08:00-12:30, sowie der 20:00-00:00 Watch hat der Captain natürlich auch alle Hände voll zu tun. Manski muss unsere Position bestimmen, die stündlichen Einträge im Logbook machen und den Bosun’s sagen, welche Segel sie z.B. setzen oder einholen sollen.

Nicht nur Manski ist Officer of the Watch, sondern auch Elias und Paul, die als 1st und 2nd Mates in der Watch natürlich das Gleiche zu tun haben. Es gibt also nur außerhalb der Watches Unterschiede in dem, was sie machen müssen, sowie natürlich, dass der Captain höher als die Mate‘s gestellt ist.

Bosun Deparment Nora & Janek

Bosun’s sind für Seamanship, Sailhandling und Reparaturen zuständig. Das bedeutet, dass sie einerseits das Segelsetzen und -einholen organisieren bzw. durchführen und andererseits mit Teilen auf der Pelican arbeiten. Heute mussten Nora und Janek z.B. die Fender (mit Luft gefüllte Bälle, die zwischen Hafenmauer und Schiff hängen, damit wir nicht an der Mauer entlangkratzen) mit neuer Luft befüllen und die Pins (Holzstäbe, an denen Seile von Segeln befestigt werden) schleifen sowie Rost an Teilen des Schiffes abkratzen.

Außerdem haben sie noch den Kühlkreislauf des Motors unseres Beibootes gereinigt und Teile am Anker erneuert. Am zweiten Tag ihres Handovers bzw. unseren ersten Tag auf See mussten sie beide alle Segel bis auf das Inner Jib und das Fisherman setzten und teilweise ihre Lage verändern, sowie manche abends wieder einholen.


Engineer Lorn

Lorn arbeitet eher im Team mit John, unserem eigentlichen Engineer, zusammen, da es oft sehr wichtige Aufgaben gibt, bei denen John zumindest dabei sein muss, wenn nicht sogar etwas alleine machen muss. Bei anderen Jobs sieht es nämlich eher so aus, dass die eigentliche Crew versucht, der Person, die dem Job zugeteilt wurde, alles zu erklären und sie dann ,,machen lässt‘‘, wie beim Kochen in der Galley oder den Bosun’s an Deck. 

Lorn hat mittlerweile schon den Ölstand in der Main Engine sowie den Parameter am Generator checken müssen und da das Kühlwasser des Motors sehr dreckig war, musste er es auch schon sehr oft mit John durchspülen und auffüllen.

Verstopfte Toiletten musste er auch schon ,,entstopfen‘‘ und am ersten Tag auf See haben beide ein sehr großes Clean-up im Engine Room gemacht.

Köchin Marie

Marie wurde am Morgen von Abbie eingewiesen, d.h. ihr wurde erklärt, wie der Herd, der Ofen und die Klimaanlage funktioniert und zudem wurde kurz geklärt, wo das Essen, welches Marie an ihrem ersten Tag als Köchin benötigte, zu finden ist. Dann war Marie quasi alleine mit ihren Messmen in der Galley. Natürlich konnte sie noch jederzeit Fragen an Abbie stellen, wenn sie Hilfe brauchte. 

Having fun
Arbeitsteilung 3: Fraktion “Quatsch machen”

Es war jedoch manchmal trotzdem echt schwer für sie, das Essen perfekt zu kochen, da das Schiff sich extrem neigt, Ofen und Herd manchmal unberechenbar sind und es einfach was ganz anderes ist, für so viele Leute zu kochen. 94 hartgekochte Eier brauchen z.B. eine halbe Stunde und damit alles gut schmeckt, muss man erst mal Erfahrungen sammeln, wie man für 50 Personen kocht. 

Ich meine, wann hat man schon die Verantwortung, 50 Leute zu ernähren? Da werden simple Nudeln schon eine Challenge, weil man noch nie sechs Kilo auf ein Mal gekocht hat plus eine Soße dazu macht, wie die Spaghetti Carbonara heute von Marie.

Ich werde in zwei Tagen der nächste Koch sein und freue mich schon sehr darauf, sowie alle anderen Handovers und die letzten drei Wochen Ocean College mitzuerleben.

So, das war‘s jetzt schon von meinem letzten Tagesbericht. 

Ich wünsche jedem, der bis hierhin gelesen hat, noch einen schönen Tag.

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