Ocean College

Der kleine Luxus zu Hause

Autorin: Mia
Datum: 25.03.2021
lat.: 44° 09‘0 N
long.: 22° 29‘5 W 
Position: Nordatlantik

Darauf freue ich mich

Am Anfang der Reise ist mir direkt aufgefallen, welche kleinen Dinge ich an Bord besonders schätze. Diese sind mir zu Hause nie aufgefallen, weil es so alltägliche Dinge waren. Es war zum Beispiel der Duschtag alle drei Tage, das eine Stück Obst am Tag oder der tägliche Nachtisch und vieles mehr…
Jetzt, da sich die Reise ihrem Ende zuneigt, denke ich verstärkt darüber nach, auf was ich mich zu Hause freue, plane, was ich zuerst machen möchte und welches Gericht ich als Erstes essen möchte.

Schülerin schaut auf den Horizont

Während der Reise ist mir klar geworden, in was für einem Luxus wir zu Hause leben und das liegt besonders an den Sachen, die mir nie so wirklich aufgefallen sind. Man kann einkaufen gehen, immer wenn man etwas braucht, man kann sich zurückziehen, wenn man ein paar Minuten seine Ruhe braucht, einen Spaziergang machen, wenn man Lust darauf hat und man hat mehr Platz für seine Anziehsachen etc., als nur eine Box und ein Regalfach oder eine Schublade.

Schülerinnen Ocean College an Deck

Ein kleiner Einblick, auf was ich mich sehr freue, ist Sport zu machen, nicht 24/7 etwas zu hören, Nächte durchzuschlafen, so viel Obst zu essen wie ich möchte, öfter duschen zu können und besonders freue ich mich auf meine Familie und Freunde.

Was mir nach Ocean College fehlen wird

Es gibt allerdings auch sehr viele Dinge, die ich definitiv vermissen werde:

  • Die sternenklaren Nächte, wo wir Sternschnuppen gezählt haben, Delfine, Wale, fliegende Fische beobachtet haben, die Weite des Meeres, den Wind, das Gefühl vom Segeln, was mich frei fühlen lässt, die Wachen, wo man über Gott und die Welt geredet hat, getanzt und gelacht hat.
  • Ich werde die Sonnenauf- und Untergänge vermissen.
  • Die schönen und prägenden Momente mit den anderen.
  • Die Cabingespräche, sich auf dem Deck unterhalten, lachen und diskutieren.
  • Wenn es in der Nacht zu heiß war und keiner schlafen konnte, waren wir alle in der Messe und haben versucht, Ruhe zu finden, was meistens nicht besonders gut geklappt hat.

Aber das Wichtigste war, dass wir aus jeder Situation versucht haben, das Beste zu machen, egal wie hart es gerade war. Und so gab es durchgängig schöne Momente und wir haben versucht alles zu genießen, was nur ging.

Mia beim Putzen

Minimalistischer Lebensstil

Eine andere Sache, die mir auf der Reise bewusst geworden ist: Wir leben in einem riesigen Überfluss, was gar nicht nötig ist. Wir haben an Bord begrenzt Platz und können auch nur begrenzt Ressourcen mitnehmen. Wenn uns zum Beispiel das Obst auf einer Überfahrt ausgeht, sind wir immer etwas traurig, weil wir kein Obst mehr essen können. Aber nach dem „ersten Schock“ finden wir es nicht mehr schlimm und freuen uns einfach umso mehr auf neues Obst.

Mia im Rigg

Durch den begrenzten Platz mussten wir uns ebenfalls strikt an eine Packliste halten und konnten dadurch nicht jedes unserer Kleidungsstücke mitnehmen, das wir mögen. Hier sehe ich jetzt also, dass man auch perfekt mit weniger Dingen leben kann und trotzdem glücklich ist.

Mia bei der Kaffeeernte

Ich habe schon vor der Reise unsere Lebensweise hinterfragt und war mir darüber bewusst, dass wir nicht mehr in diesem Überfluss leben können. Doch jetzt, wo ich dazu „gezwungen“ werde, minimalistischer zu leben und sehe, dass es perfekt funktioniert, möchte ich gerne auch zu Hause minimalistischer leben, denn je mehr Leute sich entscheiden, minimalistischer zu leben, desto positiver wirkt sich das auch auf das Klima aus.

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