Ocean College

September2021

Erster Tag an Bord

Autorinnen: Charlotte und Anna
Datum: 06.09.2021
Nautische Positon: Emden
Etmal:

Nach dem Wecken um 07:15 herrschte zunächst Verwirrung, denn wir sind noch nicht richtig mit dem Tagesplan vertraut. Viele von uns hatten vergessen, dass die unterschiedlichen Wachen auch zu verschiedenen Zeiten essen, damit auch beim Segeln immer jemand auf Deck ist.

Arbeit an den Seilen

Damit sich das ändert, wurden wir heute in der Einführungsphase bzw. im Sicherheitstraining mit dem Leben an Bord und den Routinen des Segelns vertraut gemacht.

Als erstes hat Fiona uns beigebracht, wie man die Segel auf dem Schiff kontrolliert. Die Seile, die das Segel befestigen, werden zunächst in einer normalen Schlaufe um die Pins gelegt, danach folgen drei achtförmige Schlaufen und zum Schluss wird der Rest des Seils aufgerollt und befestigt.

Aufräumen der Seile

Anschließend haben wir gelernt, wie wir mit dem Steuerrad umgehen sollen und wie die verschieden Kommandos beim Steuern und Lookout heißen. Die Begriffe sind besonders klar zu verstehen, um möglichst viele Missverständnisse zu vermeiden. Vieles wird oft wiederholt und auf dem Kompass werden die Gradzahlen in einzelnen Ziffern vorgelesen.

Felicitas am Steuerrad

Natürlich wollen wir auf der Pelican auch sicher unterwegs sein. Dafür haben wir beim Sicherheitstraining mit Nic gelernt, was wir in einem Notfall machen und wo Rettungswesten und jede Menge Sicherheitsausrüstung finden.

Sicherheitstraining

Das waren jede Menge Zahlen, Kommandos und Orte, die wir uns merken mussten. Deswegen wurden wir in der Mittagspause zum ersten Mal von Koch Robert bewirtet. Wir hatten die Auswahl zwischen Kürbissuppe und Nudeln.

Wieder gestärkt ging es weiter. Fiona zeigte uns, wie wir Sicherheitsgurte richtig einstellen. Die brauchen wir auf den Wachen und wenn wir in den Mast klettern. Nach einigem Umstellen der Größen sollten wir jetzt sicher unterwegs sein.

Mannschaft mit Gurtzeug

Zunächst hatten wir Segelkunde mit den Watchleadern. Dort haben sie uns gezeigt, wie die verschiedenen Masten und Segel genannt werden. Das ist an manchen Punkten ziemlich verwirrend, doch bestimmt werden wir das am Ende der Reise alles auswendig können.

Als letztes haben die Watchleader uns noch genauer den Tagesplan gezeigt, denn die meisten waren immer noch sehr verwirrt und wussten nicht wie alles abläuft.

Dann haben wir auch schon abgelegt. Das hat eigentlich relativ gut funktioniert. Sobald wir aus dem Hafen und der Schleuse endlich raus waren, wurde uns erst richtig bewusst das wir jetzt die nächsten zwei Wochen auf der Pelican of Lodon leben dürfen.

Die Summerschool – bestimmt kein Urlaub!

Datum: 05.09.2021
Autorin: Franzi
Position: Emden
Nautische Position: 53° 22′ N , 7° 12′ O
Etmal: 0 NM

Liebe Leser:in,
herzlich Willkommen auf unserem kleinen aber feinen Summschool-Blog. In den nächsten zwei Wochen berichten hier die Teilnehmer:innen unserer Sommerreise von ihren Erlebnissen an Bord der Pelican of London, einem Traditions-Segelschiff, mit dem wir von Ocean College nun schon seit einigen Jahren abenteuerliche, komplizierte, erinnerungswürdige und ganz und gar wunderbare Reisen für Jugendliche organisieren.

Projektleiterin Franzi

Ich bin Franzi. Ich arbeite meistens im Berliner Büro, seit anderthalb Jahren aus dem Homeoffice und manchmal auch aus Costa Rica für dieses Projekt.

Bei der diesjährigen Summerschool habe ich die Ehre, als Projektmanagerin dabei zu sein! Juhu!

Ach ja. Die Summerschool.

Was hatten wir im Berliner Office von Ocean College schon für Hochs und Tiefs mit dieser Reise!

Die große Freude, als wir endlich beschlossen hatten, sie trotz weltweiter Pandemie stattfinden zu lassen. Die große Unsicherheit, als wir sie vom Juli in den August und schlussendlich in den September legen mussten, weil diese verflixte Pandemie unsere Flexibilität NOCH stärker forderte, als wir es eh schon von anderen Reisen gewöhnt sind. Die Erleichterung, als sich für diese neuen Reisedaten so viele genauso flexible Familien fanden, die das ganze Hin und Her bereitwillig mitmachen wollten.

Ocean College Flagge

Was wurden hier Schulfreistellungen beantragt, Telefonate geführt, E-mails geschrieben, Listen gemacht, Listen verworfen, Pläne geschmiedet, umgeschmiedet und wieder zurückgebogen…

Und dann, als endlich alles sicher schien, die Verträge unterschrieben und die Fahrgemeinschaften von den Heimatorten der Kids zum Schiff gebildet waren…
Dann kam die Hiobsbotschaft:
Der Motor ist kaputt!

Ich kann Ihnen sagen, liebe Leser:in, an diesem Punkt hätte ich eigentlich ganz gerne einfach Urlaub beantragt und wäre ein paar Wochen nicht erreichbar gewesen…

So schien dieses letzte Problem unsere Summerschool dann doch final in die Knie zu zwingen.
Man mag es ja kaum glauben, aber auch wenn unser Schiff ein Segelschiff ist, so ist man ohne Motor leider aufgeschmissen. Kein Motor, kein Lossegeln. Kein Lossegeln, keine Reise. So einfach ist das.

Doch wer sind wir schon, dass wir uns von einer solchen Lappalie wie einem komplett fahruntauglichen Schiff an unseren Plänen hindern lassen?

Sowohl Seasyourfuture als auch Ocean College als auch alle Teilnehmer:innen und deren Eltern haben das Unmögliche möglich gemacht: Innerhalb nur einer einzigen Woche wurde der kaputte Motor ausgebaut, ein neuer Motor bestellt, aus Spanien geliefert, in England eingebaut, von den zuständigen Behörden nach erheblichem Hin-und her freigegeben und das Schiff nach Deutschland manövriert.

Nebenbei galt es noch kleinere Schwierigkeiten zu bewältigen. Zum Beispiel dringend benötigte Crew-Mitglieder innerhalb eines Tages zu organisieren und einzufliegen. Aber mit solcherlei Kleinigkeiten möchte ich Sie in diesem Tagesbericht gar nicht weiter belästigen…

Gruppenbriefing

Und nun?

Nun können wir es alle gar nicht richtig fassen! Ich schaue noch in viele ganz ungläubige Augen: Kann es denn wirklich sein, dass es nach all diesen Komplikationen jetzt tatsächlich losgeht?

Wir sitzen alle zusammen auf unserem kleinen, wackelnden Ort der Glückseligkeit, das erste Essen wurde gekocht, die Wachen sind eingeteilt, die ersten Sicherheits-Trainings absolviert, die Handys eingesammelt, die Eltern verabschiedet, die Klamotten verstaut.

Und Morgen heißt es endlich: Leinen los!

Abendessen in der Sonne

Epilog

Da dies mein erster selbst geschriebener Tagesbericht ist, möchte ich den nutzen, um einfach mal Danke zu sagen:

Danke an meine Kollegen bei Ocean College, dass wir so ein tolles Team sind! Danke an die Crew und das ganze Team von Seasyourfuture (besonders Adrian), dass ihr euch so den Allerwertesten aufgerissen habt und es immer wieder für unsere gemeinsamen Reisen tut! Danke auch an alle Eltern von Teilnehmer:inenn, die so viel Vertrauen in uns (und Geduld mit uns) haben und trotz aller Widrigkeiten ihre Kinder heute hier bei uns abgesetzt haben.

Ihr alle habt dazu beigetragen, dass ich schlussendlich gar keinen Urlaub beantragen muss. Denn ich bin hier, auf einem wunderschönen Segelschiff, mit 40 weiteren fantastischen Menschen und darf das meine Arbeit nennen. Wer will da schon wo anders sein?

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