Ocean College

Ein schräger Tag

Datum: 13.10.2021
Autorinnen: Ariadni und Lotte
Position: Biskaya
Nautische Position: 45°43.4‘N ; 008°23.0‘W
Etmal: 185 NM (Insgesamt: 1094 NM)

In der Nacht hat fast keiner durchgeschlafen, denn wir hatten 25 Grad Schieflage. Während einige Angst hatten, aus den Betten zu fallen, wurden andere abwechselnd gegen die vier Wände von den eher kleinen Betten gedrückt. Um ehrlich zu sein, war es bei den meisten beides gleichzeitig. Das wirklich Schwierige ist dann aber das Aufstehen, Gehen, Essen und Stehen, aber auch hier haben wir Tipps und Tricks.

Wie man am besten seinen Alltag auf einer 25 Grad schiefen Pelican lebt…

Die goldene Regel ist einfach: nicht hinfallen!
Man fragt sich nur, wie denn das funktionieren soll. Mit unseren Harnesses klippen wir uns an Jegliches dran. Hier die kreativsten Möglichkeiten:
1. An die überall gespannten safety lines
2. An irgendwelchen Haken am Segelschiff
3. An die Person neben sich (lieber zu zweit über Bord fliegen)

Ein anderer wichtiger Punkt ist das Bewegen mit der Welle und Schräglage, weil Du in einem Großteil der Fälle nicht entscheidest, wohin du gehst, sondern die nächste Welle. Das kann nützlich sein, aber halt auch sehr nervig. Das haben wir ungefähr drei Sekunden nach dem Aufstehen gemerkt, als wir über den Boden von unserem Zimmer gegen die Tür und an die Sachen oder Personen, die auch schon dort gelandet waren, gerutscht sind. Dieser Sturm hat uns mehr oder weniger freiwillig, enger zusammengebracht.

Aber außer Tag und Nacht mit der Schräglage zu kämpfen, haben wir heute auch wieder die Segel gesetzt. Die Fore- Watch durfte auf die Yards klettern und das Course und Topsail spannen.
Die Wellen mögen zwar sehr groß sein, aber mit dem Wetter haben wir besonders Glück: Die Sonne scheint und wir dürfen wunderschöne Sonnenauf- und Untergänge beobachten.

Aber kommen wir mal zum Offensichtlichen: Welche Tiere haben wir denn entdeckt?

Seit ein paar Tagen haben wir drei Spatzen (Anm. d. Red.: Es waren ein Rotkehlchen, ein Grünfink und ein Goldfink) die uns auf Schritt und Tritt verfolgen. Unsere treuen Begleiter bereiten jedem Freude. Besonders dem Bosunary Team, die das Rotkelchen hinter ihrer Werkbank zurück aufs Welldeck scheuchen mussten, weil Luise probiert hatte, es zu füttern. Außerdem haben Einige die Spritzer von einem Wal gesehen. Der Wal selber wurde leider nicht entdeckt, aber der 1,5 Meter hohe Wasserstrahl war nicht zu übersehen.

Am Abend haben wir noch Maxims Geburtstag mit leckeren Brownies gefeiert. Brownies und Blechkuchen generell sind bei großer Schräglage eher eine Seltenheit, weil dann der ganze Teig im Ofen auf eine Seite rinnt und sogar der Kuchen schräg ist. Aber zum Geburtstag gehört Kuchen einfach dazu.

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