Ocean College

November2021

Ein Tag auf der Pelican of London

Datum: 03.11.2021
Autorinnen: Helene und Clara M.
Gesamtmeilen und Etmal wurden leider nicht geliefert, aber das
Schiff ist heil in Teneriffa angekommen

Großeinkauf zu viert

Datum: 02.11.2021
Autorin: Ann
Position: Lanzarote
Nautische Position: 28°49.1N, 013°51.5W
Etmal: 50NM (insgesamt: 2471)

Ich starte den Bericht mit einem kleinen Interview mit May (Mathilde) und Clara N., die beide mit beim Einkaufen waren.

Warum bist du mit einkaufen gegangen?

May:
Als ich aufgestanden bin, hatte ich vorerst überhaupt keine Motivation, den Tag damit zu starten, die Bilge einzuräumen, da dies im schlechtesten Fall unkoordiniert und chaotisch stattfinden kann und es mit der herumeilenden Menschenmasse einfach anstrengend ist.

Ich habe mich dann erstmal in den Messroom gesetzt, um mich mental auf die bevorstehende Anstrengung vorzubereiten.

Kurz darauf kam Kristina mit Lorenz auf mich zu und teilte mir mit, dass wir in wenigen Minuten mit dem Taxi zum nächsten Einkaufsmarkt gebracht werden würden, und ob ich bereit sei. Obwohl ich von diesem Plan zuvor nichts mitbekommen hatte, bestätigte ich meine Teilnahme – für Abbie einzukaufen erwies sich bisher immer als eine außergewöhnliche, jedoch spaßige Aktivität und war mit Sicherheit die bessere Alternative zum eigentlich geplanten Morgen.

Wenig später- ich zog mich noch schnell um – wurden wir auch schon abgeholt und ich befand mich zum ersten Mal in einem Taxi.

Clara N:
Um ehrlich zu sein war ich erst seit 10 Min wach :), bin nach oben gegangen, da ich gerne noch mit einkaufen wollte. Allerdings dachte ich, dass die Gruppe schon aufgebrochen wäre, da ich für Schiffsverhältnisse ausgeschlafen hatte, wegen der Harbour Watch, die ich von 02:00 bis 04:00 hatte.

Allerdings kam ich dann hoch und fragte Kristina, die sagte, dass noch eine Person gebraucht wurde und so saß ich ungefähr 15 Min nach dem Aufstehen mit May und Lorenz auf der Rückbank eines kleinen Taxis eingequetscht auf dem Weg zu einem Lidl.

Was musstet ihr alles einkaufen?

May:
Alles Mögliche… jedoch nur frische Lebensmittel, da der Rest noch von der Großlieferung aus Dartmouth vorhanden war. Darunter waren beispielsweise 2kg Käse, mehrere Kilogramm Tomaten, Zucchini und Paprika, viel Obst (u.A. 200 Äpfel, 100 Orangen, 50 Birnen), sehr viel Toast und 200 Eier. Und eigentlich auch 20kg Cous-Cous, den wir aber unglücklicherweise nicht finden konnten… 😉

Wie sah das Einkaufen genau aus?

Clara N.:
Es war auf jeden Fall sehr aufregend und auch wenn Lidls ja bekanntlich immer gleich aufgebaut sind, war es doch eine andere Stimmung und es gab dann auch schon ein paar andere Sachen zu kaufen. Wir hatten auf jeden Fall am Ende fünf der großen Einkaufswagen voll und mussten sie zu viert schieben, was auch eine sehr interessante Aufgabe war.

Kristina hatte eine lange Einkaufsliste, die wir nach und nach abgearbeitet haben. Wir wurden also immer losgeschickt und haben versucht acht kg abzuschätzen, da alle Wagen kaputt waren. Muss man auch mal gemacht haben. Dann musste alls übers Kassenband und die Kassiererin wollte z.B. alle Auberginen einzeln, was auch wieder witzig war, alles wieder in die Einkaufswagen zu bekommen und das in dem schnellen Tempo der Kassiererin. Insgesamt haben wir dann diese fünf Einkaufswagen vier mal ein- oder ausgeräumt.

War Einkaufen im Endeffekt entspannter als auf dem Schiff helfen?

May:
Entspannt war es sicherlich nicht. Mit vier Personen für 47 Leute einzukaufen ist wahrhaftig eine Herausforderung. Insgesamt hatten wir fünf volle, große Einkaufswagen (und das sogar, ohne Fleisch oder Konserven gekauft zu haben) und bestellten extra ein Großraumtaxi für die Rückfahrt- und sogar das war letztendlich voll.

Es war in der Tat recht anstrengend – am Ende bekamen wir Zeitdruck, da für 10:00 das Ablegen geplant war und wir uns zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Rückweg befanden-, hat jedoch aber auch Spaß gemacht und war, denke ich, insgesamt doch um einiges besser als dazubleiben.

Clara N.:
Ich muss sagen, entspannter war es auf jeden Fall nicht, aber mir macht Einkaufen in fremden Ländern immer unglaublich Spaß. Hier Grüße an meine Mutter, die auf Urlaubsreisen immer mit mir und meinen Geschwistern in die Supermärkte geht, Kuss und ich vermisse dich. Es war echt cool und auch die Taxi Fahrt hat Spaß gemacht, aber am Ende war es wahrscheinlich genauso anstrengend wie die Bilge einzuräumen und wir hatten auch noch Zeitdruck :).

So jetzt meld‘ ich mich nochmal. Der Rest des Tages war ganz entspannt. Wir haben abgelegt und uns auf den Weg nach Teneriffa gemacht. Wir haben alle an Deck in der Sonne gelegen und zwischendurch Sailhandling gemacht. Abends war wieder ein mega schöner Sternenhimmel.

Ich grüße ganz dolle meine Family 🙂

Ein Tag auf Lanzarote

Datum: 01.11.2021
Name: Dana
Position: Arrecife Lanzarote
Koordinaten:28°58.´6N 013°26.`2W
Etmal: 0 NM (Insgesamt: 2401 NM )

Als ich beim Frühstück auf das Whiteboard mit dem Plan für heute schaute, sah ich als ersten größeren Punkt „Deck Sports“. Und wunderte mich erstmal ein bisschen, bis mir einfiel, worüber Ellie (Bosun) gestern Abend mit Simon (First Mate) gesprochen hatte: Ausräumen der Main Mast Bilge, ein Stauraum im Rumpf, soz. der Keller auf Pelican, in dem unter anderem unsere Taschen drin sind. Weil das Ausräumen dieser Bilge super lange dauert und relativ anstrengend ist, hoffte ich, dass wir nur an ein paar Dinge von oben ran müssen.
Von wegen… es mussten alle Taschen raus, weil alles feucht geworden war und einige Taschen jetzt schimmelig waren. Absolut unschön, aber noch relativ einfach sauber zu machen.
Also verbrachten wir den Morgen damit, Taschen an Deck zu holen und die schimmeligen mit Wasser und Seife sauber zu machen und sie danach in die Sonne zum Trocknen zu legen.

Deswegen ein Tipp an die nächsten Schüler:innen hier an Bord: Nehmt möglichst wasserdichte Taschen mit, die sind erstens grundsätzlich praktisch und zweitens schimmeln sie nur von außen, dann müsst ihr nur eine Seite sauber machen und es ist deutlich einfacher und schneller als bei Stoffbeuteln!

Direkt danach wurde der Vormittag zum Glück von Abbie gerettet, die für uns alle super leckeres English Breakfast gekocht hatte, welches wir als Brunch aßen, um danach in den Bus für den Shore-Leave zu steigen.

Beim Shore-Leave hatten wir heute tatsächlich einen Guide, der uns den Tag über begleitete und viele interessante Dinge über die Insel erzählen konnte. Zuerst ging es Richtung Nationalpark zu dem Teil der Vulkane, der auf Touristenbesuche ausgelegt war, bei dem wir uns zuerst drei Experimente anschauen konnten, die deutlich zeigten, wie heiß die Erde an manchen Stellen sogar an der Oberfläche und vor allem kurz darunter ist: Wir bekamen Steine in die Hand, die wir einige Minuten hin und her bewegen mussten, um sie abzukühlen, an anderer Stelle entzündete die Erdwärme ein Feuer und zuletzt haben wir einen künstlichen Geysir gesehen, der eindrucksvoll zeigte, wie warm das Gestein auch über 200 Jahre nach dem Ausbruch noch ist.
Danach fuhren wir mit dem Bus noch über die Strecke, an der sich die einzelnen Informationen über Vulkanausbrüche am besten zeigen lassen, den Montañas de Fuego. Das war echt beeindruckend, da einzelne Schichten in Farbe und Form zum Teil etwas an „Geschmolzene Schokolade“, wie May (Mathilde) es nannte, erinnern.

Wir fuhren noch einige Zeit weiter über die Insel und erfuhren zum Beispiel, warum die Felder hier auf Lanzarote schwarz sind und die Häuser fast alle weiß oder warum manche Berghänge an Golfbälle erinnern.

Nach dem Abendessen gab es von unserer Ärztin Ffyon noch eine Präsentation mit dem Titel „100 ways to die in the tropics“, also „100 Wege, in den Tropen zu sterben“. Dabei erfuhren wir einiges über verschiedenste Insektenstiche, Tierbisse oder giftige Pflanzen und Krankheiten in den Tropen und besonders, wie man sie vermeidet. Zum Glück erinnerte sie immer wieder daran, dass es diese Dinge zwar gibt, viele davon aber sehr selten und die allermeisten nur unangenehm und nicht tödlich sind und dass es relativ einfach ist, sich zu schützen.

Damit ging ein spannender Tag voller Informationen zu Ende, als die Harbour Watches ihre nächtliche Arbeit antraten.

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