Ocean College

Die erste Woche Sprachschule

Datum: 01.01.2022
Autorin: Laure
Position: La Quina am Pazifik

Am ersten Tag wurden die Gruppen eingeteilt. Über das Kriterium, nach dem eingeteilt wurde, lässt sich meiner Meinung nach streiten. Ich war in einer Gruppe mit:

Helene (die nur Englisch in der Schule hat)

Julian (der Französisch und Englisch aber definitiv kein Spanisch in der Schule hat)

Leon (er hat ebenfalls nur Englisch und Französisch in der Schule)

Leni (die neu mit Spanisch angefangen und Englisch und Latein hat)

Hanna (die nie Spanisch als Fach hatte und genauso wie Leon und Julian nur Französisch und Englisch daheim hat aber dennoch auf wundersame Weise Spanisch wenigstens mehr oder weniger verstanden hat)

mir (die Englisch und Latein in der Schule hat, aber in Latein so schlecht ist, das es eigentlich nicht zählt)

und Luca (der irgendwie eh jede Sprache so lala kann oder sie zumindest extrem schnell lernt. Was der in der Schule gemacht hat, weiß ich nicht so recht).

Wir waren also vier Leute die kein Wort Spanisch sprechen geschweige denn verstehen konnten, eine Person, die Spanisch im ersten Jahr hatte und motiviert war, eine Hanna, die sehr intelligent ist und irgendwie ohne jemals Spanisch gehabt zu haben eine der Besten in unserer Klasse war und Luca, der unser ungeduldiger Übersetzer war.

In der ersten Stunde ging es darum, wie man sich oder andere Personen vorstellt also Name, Alter, Nachname, was man so für Hobbys hat usw. Wie schon gesagt, konnte der Großteil der Klasse keinen spanischen Satz bilden und wir haben auch erst nicht ganz verstanden, was wir machen mussten, aber zum Glück hatten wir Luca, der dann immer mehr oder weniger freundlich übersetzt hat. Irgendwie war die Stunde echt witzig.

Hier ein paar Beispiele: Ich weiß nicht mehr, wie oft Leon oder Julian in Französische gerutscht sind und dann plötzlich „de“ statt „el“ gesagt haben oder mitten im Satz einfach statt Spanisch Französisch gesprochen haben. Leon hat drei mal hintereinander statt Tengo Tanga gesagt. Ich habe am Ende versucht, einfach eine Person komplett auf englisch vorzustellen, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich das auf Spanisch machen soll (Im Endeffekt musste ich es dann doch auf Spanisch versuchen, hat auch mehr oder weniger (eher weniger) geklappt). Wir hatten auf jeden Fall alle viel Spaß und auch die Lehrerin fand das Ganze sehr amüsant.

In der zweiten Stunden haben wir uns mit Zahlen beschäftigt. Dazu haben wir die Stunde mit Bingo begonnen. Jeder hat ein Pappkärtchen bekommen, wo Zahlen drauf standen. Die Felder mit den Zahlen konnte man nach hinten klappen. Fünf Sekunden, nachdem wir die Kärtchen bekommen hatten, kommt von Julian: „Oh, I broke it“, weil er ein Feld rausgerissen hatte. Weitere fünf Sekunden später habe ich gesagt, dass ich es auch kaputt gemacht habe, weil ich ebenfalls eine Zahl rausgerissen hatte (wir sind alle sehr intelligent und lernen aus den Fehlern des anderen).

In den weiteren Stunden ging es um Farben, Essen, Kleidung, quasi die Basicsachen (Luca ist wirklich so ein Markenheini. Wir sollten eine Stadt auf Papier malen und das Meiste, was er beigesteuert hat, waren so reiche Leute Marken Läden. Eine Kirche oder Moschee gab es bei uns auch nicht, dafür aber ein Bundeswehrübungsgelände). Einmal haben wir (Luca und Leon) eine halbe Stunde lang über das wunderschöne, unglaubliche, atemberaubende München geredet. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir darauf gekommen sind, wahrscheinlich waren es Weißwürste oder sowas. Wir haben zwar in dieser halben Stunde nichts Sinnvolles gelernt (ich würde nicht sagen das wir gar nichts gelernt haben, ich weiß jetzt sehr viel mehr über München, nur war das eben nichts Sinnvolles) aber dafür konnte Luca seinem Münchner Patriotismus eine halbe Stunde lang freien Lauf lassen.

Ich glaube, manchmal haben wir die Lehrer schon sehr verstört, als wir uns zum Beispiel alle unabgesprochen auf die Stühle gestellt und John kanakanaka gesungen haben oder wenn wir aus der Pause mit Kokosnüssen kamen und diese dann während des restlichen Unterrichts gegessen haben. Alles in allem hat mir, und ich glaube damit bin ich nicht alleine, Lernen noch nie so viel Spaß gemacht.

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