Ocean College

Während ich schlief…

Datum: 18.11.2022
Autorin: Maliqa
Co-Autorin: Juno
Position: On our way to Tenerife 
Nautische Position: N 38*20,8 W 10*44.2
Etmal: 1189 sm 

… ging’s richtig ab. Wir mussten im Dunkeln frühstücken, da beide Generatoren nicht funktionieren wollten. Dazu kam noch, das die Toilettenspülungen nicht mehr funktionierten. Die einzige gute Nachricht an diesem Morgen war, dass der der Unterricht ausfiel, da wir die Eimer der Schule vorzogen. Die beiden Probleme wurden etwas später aber wieder behoben. 

Neue Watches, neue Segel

Gestern wurden unsere Watches von 12 auf sechs Personen reduziert, so dass wir jetzt nur noch vier Stunden Wache und vier Stunden Schule haben, deswegen bekommt man noch weniger Personen zu Gesicht, da alle schlafen. Heute lernten wir, wie aufwendig das Setzen des Square- und Bikinisegels ist – Wir sind alle sehr motiviert, Nikitas Idee umzusetzen: Nippel auf die Bikinisegel zu malen. Viele Watches bestehen aufgrund der Seekrankheit nur noch aus drei Personen und es werden alle helfende Hände gebraucht. 

Anmerkung aus dem Backoffice: Weil der TB so sparsam war und wir gerade noch sehr gutes Material gefunden haben, gerne noch etwas mehr von einigen Tagen früher:

Wale in der Biskaya

Freitag (ohne Freibier) auf der Pelican:

Datum: 18.11.2022
Autorin: Ellen
Position: Atlantik, vor Marokko
Nautische Position: 33°48´.4 N, 11°00´.4 W
Etmal:1969

Tag zwei auf See seit Lissabon: Während die Süßigkeiten-Shoppinglisten für Teneriffa geschrieben und Pläne für das Treffen mit der Regina Maris geschmiedet wurden, kam ein Fax (ja, sowas existiert noch) von der Küstenwache, dass eine 10m Segelyacht in dem Gebiet, in dem wir unterwegs sind, seit drei Tagen verschwunden ist. Deshalb sollen wir besonders gut Lookout machen, was wir natürlich immer tun, damit wir sie eventuell finden können. Natürlich werden hier schon realistische Ideen ausgearbeitet, was mit der Yacht passiert sein könnte und gehofft, dass wir nicht eine Person in Schwimmweste finden, sondern eine intakte Yacht.

Wetterbericht/Segelsituation:

Außerdem ist das Wetter von dem warmen Sonnenschein von gestern zu bewölkt und windig gewechselt. Es ist nun sogar so windig, dass wir das Spanker, Inner-Jib und das T´Gallant einholen mussten, da sie sonst bei so viel Wind kaputt gegangen wären. Heute Morgen haben wir auch gebraced, weil der Wind einfach mal eben gedreht hat.

Pelican im Abendlicht

Geruchssituation auf Planet-Pelican:

Außerdem hatte Cabin 10 ein ernstes Hygienegespräch mit Simon-Sailor, weil es aus unerklärlichen Gründen recht abscheulich im Badezimmer, vor allem in der Dusche der Cabin roch. Dennoch sind Gerüche hier sowieso so eine Sache für sich, da in der ein oder anderen Cabin die Lüftung ausgefallen ist und es auch dort leider nicht mehr sonderlich gut riecht. Daher sind die Türen in diesen Cabins permanent offen und teilweise wurden Handtücher vorgebunden, um noch einen Funken Privatsphäre zu haben. Diese wird aber eh immer unwichtiger (aber natürlich ist Cabin 6 schlimmer als Cabin 7). Leider herrscht, sobald man die Treppe abwärts zur Greenmile passiert, ein dermaßen schlechtes Klima, dass man sich dort wirklich nicht länger als nötig aufhalten möchte. Es ist dort viel zu warm & stickig und die Gerüche aus den Cabins ziehen dorthin. Leider ziehen sie mittlerweile auch in den Messroom hoch, was heißt: Man ist nur noch draußen davor sicher und ich freue mich, was das angeht, eher weniger auf die Karibik.

Schule aber interessanter:

Der Unterricht heute war abwechslungsreich und startete mit Bennos zweitem Workshop über individuelle Zukunftsperspektiven. Dieser wurde recht gut von der Gruppe angenommen und hat zum Nachdenken angeregt. Weiter ging es mit Santis Vortrag über‘s Engineering, bei dem es unter anderem um den Vier-Takt-Motor ging. Hier kommt zuerst Luft in den Motor, wodurch sich der Kolben das erste Mal dreht, danach geht der Kolben wieder hoch, wodurch die Luft zusammengedrückt wird, während der Diesel dazu kommt. Dieser entzündet sich und explodiert – nächster Kolbendreher nach unten. Durch das Herauslassen der Abgase wird der Kolben wieder nach oben bewegt. So ist ein kompletter Motorzyklus beendet und der nächste kann starten. Den Abschluss machte danach eine schöne Geschichtsstunde bei Simon-Teacher.

Abendspaß:

Heute Abend gab es noch Manuels Pathway- Präsentation über Wirtschaftsmodelle, die, obwohl das Thema doch recht trocken ist, sehr spannend und interessant erklärt wurde. Dabei wurde uns viel über mögliche alternative Marktwirtschaftsmodelle, wie Donut-Ökonomie, Gemeinwohlökonomie und Postwachstumsökonomie erzählt, aber auch über momentane Wirtschaftsmodelle, wie die freie Marktwirtschaft, sozialistische Marktwirtschaft, etc.

Noch ein kleines Gedicht aus dem Deutschunterricht (vom 19.11.2022):

Merkst du den Wind, den ich im Gesicht spüre,
die Krängung unter Deinen Füßen,

siehst du die Sonne über dem Blau aufgehen,
während wir hier frühstückend stehen,

hörst du das Flattern, wenn das Rad falsch dreht,
riechst du das Salz, dass um uns fließt, leider ohne Krone,

doch wenn die Delphine springen und die Möwen klingen,
vergessen wir, was gestern war, was morgen geschehen mag

und leben hier, denn hier sind wir und wenn All Hands on Deck erklingt
und es an die Bracing-Stations ging, merke ich, wie wir über die Schaumkronen fliegen

und wir es hier zu leben lieben.

Beste Grüße, euer Giftzwerg (Lea hat diesen Namen für mich gewählt und für sich beansprucht)

P.S.: Mama, Papa, Lutz, Amy, einfach an meine ganze Familie: Hab euch lieb!

P.P.S.: Grüße
·      Kampfriese (Ellen hat diesen Namen gewählt und für sich beansprucht): Schöne Grüße aus der Galley bei Schräglage und Wellengang an Mama, Papa und Opa, Moni. Hab euch lieb.
·      Hanna: Malena und Lina ich wünsche euch alles Liebe und Gute zu eurem Geburtstag! Habt einen hammer Tag und lasst euch feiern😊

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