Ocean College

Ein koffeinvoller Tag

Datum: 19.01.2023
Schiff: Regina Maris
Autorin: Jule
Position: Don Eli Kaffeefarm, Costa Rica

Zu meiner Mum hab‘ ich mal gesagt, das ich Leute, die Kaffee trinken, nicht verstehe.

Heute morgen hab ich am Fluss mit Freddy, Marlene und Leopold mein Tagebuch geschrieben und neben mir stand das erste mal mein EIGENER Kaffee. Ohne Zucker oder Milch kann man ihn hier trinken. Carlos sagt, das liegt an der Qualität, denn die Bohnen werden nicht wie bei den kommerziellen Fabriken komplett verbrannt. Die Kaffeebohne hier schmeckt ein wenig fruchtig oder schokoladig.


Gummistiefel und kurze Hose -das ist der Fit

Nach dem Frühstück ging es für uns zum Wet Milling. Die Bohnen, die wir gestern mit dem Auto vom Feld abgeholt haben, haben auf uns in einem riesen Kessel gewartet. Die Bohnen müssen von der Schale und dem wenigen Fruchtfleisch getrennt und anschließend gewaschen werden. Wenn dies getan wurde, werden die gewaschenen Bohnen per Eimer auf „Betten“ gelegt, um dort zu trocknen. All dies geschah in Teamarbeit. Das Coolste war in diesen riesigen Kessel zu stehen, in all den Kaffeefrüchten, um mit Schaufeln die Früchte in die richtige Ecke zu befördern. Dabei haben sich einige der Früchte direkt in unsere Gummistiefel verirrt. Direkt danach wurde uns das Dry Milling erklärt. Hierfür muss man wissen, dass Carlos verschiedene Arten von Kaffee herstellt. Einige der Früchte werden nämlich nicht von der Schale und dem Fruchtfleisch getrennt, sondern direkt getrocknet. Dies dauert über einem Monat. Hier für benötigen wir das Dry Milling. Diese Maschine entfernt die getrocknete Frucht von der Bohne. Vor allem das Trocknen führt zu einem riesen Zeitaufwand, der sich natürlich auch im Preis wiederspiegelt. Ob sich dieser Aufwand lohnt, haben wir später im „Tasting“ selbst beurteilen dürfen.


Jetzt sind wir alle richtige „Kaffeetrinker“

Kurz vor dem Mittag hieß es dann „tasting“. Wir konnten die drei Sorten: Anaerobic, Red Honey, Tarrazù testen. Marvin hat mir einmal den Unterschied erklärt:

Tarrazù ist wohl das, was wir heute im Wet Milling gemacht haben. Das heißt, die Bohne wird entfernt, gewaschen und dann getrocknet.

Red Honey ist etwas fruchtiger und süßer, weil ein wenig Fruchtfleisch mit dran bleibt.

Anaerobic wird als komplette Frucht getrocknet und somit nimmt die Bohne, den fruchtigen Geschmack mit auf.


Das Tasting ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Wenn wir in drei Monaten Kaffee von der Don Eli Kaffeefarm mitbringen und alle unsere Verwandten und Freunde den Kaffee probieren dürfen, wäre es gescheit zu wissen, wie man am besten einen Kaffee probiert und möglichst so aussieht, als hätte man Ahnung. Also hier eine kurze Erklärung:

Am besten einfach eine Bohne bereits als Ganzes probieren. Anschließend müssen die Bohnen gemahlen werden und hier wird das erste mal dran gerochen. Dann gießt man 12g Kaffee in etwas weniger als 200 ml auf. Nun wieder daran riechen, weil sich das Aroma verändert haben könnte. Nach drei min wird dreimal vorsichtig umgerührt, während man mit seiner Nase ganz nah an der Tasse ist. Mit zwei Löffeln wird der oben entstandene Schaum abgeschöpft. Der Kaffee sollte insgesamt ganze 11 min gezogen sein bevor man ihn probiert. Außerdem sollte man schnell den Kaffee im Mund verteilen, um das beste Geschmackserlebnis zu erleben.

Zitat Nikita: „Ihr dürft euch eure Mundknospen nicht mit anderen Geschmäckern voll labern“.

Jetzt überlegen natürlich alle, wie viel Kaffee mit nach Hause genommen wird.
Einerseits, wollen wir Ihnen, liebe Eltern, natürlich was Schönes mitbringen, andererseits müssen wir das durch den Regenwald schleppen.

„Rettet meine Crocs“

Vielleicht wissen Sie ja schon, das wir direkt neben der Kaffeefarm einen Fluss haben. Dieser wird sehr vielseitig genutzt, zum Zähneputzen, Wäschewaschen oder als Alternative zur Dusche. Viele von uns sind heute zu Fuß zu einer Brücke und von da aus im Fluss zurück zur Kaffeefarm „gewandert“. Safety First, wir hatten natürlich alle Crocs an, die wir aber Dank den Stromschnellen oft verloren haben. „Stromschnellen“ klingt wirklich gefährlich und das soll jetzt hier auch gar nicht dramatisiert werden, als wären wir ganz oft von den Stromschnellen mitgerissen worden und als hätten wir 50% des Weges keine Kontrolle über uns gehabt. Aber das Wort ist das Einzige, welches gerade wirklich passt. War jedenfalls eine Experience. Angekommen auf der Kaffeefarm haben wir uns auf die von der Sonne aufgeheizten Steine gelegt und uns vom kalten Wasser des Flusses aufgewärmt.


Fußball oder Tanzen

Außerdem konnten wir uns heute für Tanzen und Fußball entscheiden. Für das Tanzen kam ein einheimischer Tanzlehrer (Carlos sagt, es ist der Beste aus Costa Rica). Es gab eine super Abwechslung zwischen Paartanz und tanzen in einer Reihe. Fußball haben wir gegen einheimische Jugendliche gespielt. Wie sagt man so schön, „man kann unfair gewinnen oder fair verlieren“. Ich will unsere Niederlage gar nicht rechtfertigen, aber die haben schon mit sehr viel Körpereinsatz gespielt. Also I mean, wir haben auch in der WM gegen Costa Rica verloren, also ist es ja nichts Neues.

Das war’s jetzt mit der Don Eli Kaffeefarm für uns. Morgen brechen wir in unseren Expi-Gruppen auf.

Alles Gute zum Geburtstag Opa wünscht Dir Merit 🥳❤️

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