Ocean College

Schule des Lebens

Datum: 25.03.2023
Autorin: Ellen
Position: Atlantik, nördlich der Azoren
Nautische Position: 39 54.5´N, 27 08.7´W
Zurückgelegte Seemeilen: 12309
Schiff: Pelican of London

Geburtstagsgrüße

Dieser Daily Report startet mit Geburtstagsgrüßen, weil ich finde, dass sie nicht ans Ende passen:
Thea: Vitus! Alles, alles Gute zu deinem 8. Geburtstag. Was Du nicht für ein großer Mann geworden bist. Ich denke heute fest an Dich, meinen Lieblingsbruder und wünsche Dir viel Spaß mit Deiner Familie und vor allem mit Deinen Freunden! Ich freue mich sehr, Dich wiederzusehen und habe dann vielleicht eine Kleinigkeit für Dich dabei:) Ich hab‘ Dich lieb. Deine Schwester Thea.

Es ist der 25.03.2023, 19:34 Uhr, genau der richtige Zeitpunkt, um zu sagen, was Ocean College mir gezeigt hat

Ocean College hat mir gezeigt, was es heißt, durchzuhalten, zu kämpfen und mehr zu leisten als je zuvor. Es hat mir gezeigt, wie wundervoll und stark Freundschaften sein können und dass man, egal wie allein man sich fühlt, es nie ist. Wie viel man allein erreichen kann und was man alles im Team schafft. Auch wenn man sich auf einem Boot gefangen fühlt, in seiner Vorstellung durch die Wolken schießt und durch die Gegend fliegt, wie unendlich die Fantasie sein kann. Was ich alles aushalten kann und wie ich es schaffe, zu jeder Schulstunde und Watch aufzustehen, Spaß zu haben, die Welt zu sehen. Und auch wenn Du Dir im strömenden Regen den Hintern auf der Bridge abfrierst und dort für Stunden stehst, die Ablösung kommt, es gibt immer eine Aussicht, ob sich die Minuten wie Stunden anfühlen oder nicht, irgendwann wird geweckt und die 20 Minuten überlebt man irgendwie auch noch. Wie stark Teams sein können und wie wichtig jeder ist.


Ja, Ocean College klingt leicht nach ein bisschen Segeln, ein bisschen Schule, aber man stößt an seine Grenzen, kann nicht mehr, will nicht mehr, geht über seine Grenzen. Man findet Freunde, die besten, die man sich je vorstellen kann. Die, egal wie scheiße es Dir geht, Dich zum Lachen bringen, mit Dir heulen und mit denen Du Stunden über alles reden kannst. Wo Du weißt, obwohl es noch 25 Tage sind und Du Dich auf zuhause freust, dass Du heulen und sie vermissen und froh über Dein Handy sein wirst.
Ich dachte, Ocean College wird entspannter, jetzt sitze ich seit drei Monaten mit Kopfschmerzen hier, vielleicht hab‘ ich dafür trotz des Leidens noch anderes mitgenommen als der ein oder andere. Denn egal wie furchtbar mein Kopf schmerzt und egal wie sehr ich nicht mehr will, immer ist jemand da, der sich einfach nur dazu setzt, einfach zuhört, mich umarmt, mich ablenkt, da merkst Du, dass auch, wenn Du die Leute erst seit einem halben Jahr kennst, Du kennst sie besser als Deine Freunde zuhause und merkst, was Freundschaft wirklich bedeutet. Sie kommen aus den verschiedensten Städten: Köln, Dublin, Berlin, München und alle dazwischen.


Egal wie genervt Du von wem bist, egal, wie sehr Du Dir wünschst, nach Hause zu kommen, Ruhe zu haben, bestimmte Stimmen grade nicht zu hören, eigentlich weißt Du, dass Du extrem froh bist, hier zu sein. Geschichten der Leute zu hören, was sie in ihrem Leben schon gemacht haben oder noch machen möchten, welche Jobs, Familien und Ziele sie haben wollen, manche beeindrucken Dich, manche verstehst Du nicht, aber diese Gespräche zeigen Dir die Welt aus mehr als einem Winkel, ob es hoch hinaus, aufs/unters Wasser oder mit Menschen sein soll, alle lassen Dich die Welt besser verstehen, lassen Dich Menschen besser verstehen. Und egal wie scheiße es mir die letzten Tage ging, ich bin unfassbar dankbar, alle diese Erfahrungen gemacht haben zu dürfen, mit all diesen Leuten geredet haben zu dürfen. Und egal, wie viel ich geheult habe, wie weit weg und nah zuhause gleichzeitig aussieht, ich bin froh, die letzte Zeit mit diesen Leuten noch genießen zu dürfen. Ich habe gelernt, wieviel ich mit Ehrgeiz und Willen alles schaffen kann und werde.

!DANKE AN ALLE DIE MIR DAS ERMÖGLICHT HABEN!

Danke, an meine Eltern, meine Großeltern, meine Schule und meine Lehrer, ihr habt dafür gesorgt, dass ich das alles erleben durfte.
Danke an Ocean College und Seas your Future.
Danke an meine Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann, mit denen ich hier um 04:00 Uhr morgens gebraced, Faszinierendes gelernt habe und die mich immer unterstützt haben. Ich weiß, dass ich mich auf euch so gut verlassen kann wie ihr euch auf mich.
Das ist mein letzter Tagesbericht und auch wenn er schon früher Tage früher geschrieben wurde, gilt er für mich heute, morgen, nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr … DANKE!

28 days left

Datum: 25.03.2023
Autorin: Emily
Nautische Position: N 33 34,806 W 053 35,283
Etmal: 8990
Schiff: Regina Maris


Every day one step closer to home 

Today we had a really wavy day on our way to the Azores. Over the last night we lost two Bikinihalyards. In the morning while the watch from 05-09:00 our ex-student Justus drove a Patenthalse.  But it was really funny so it lightened up our day. When it’s so cold and wavy and everything flies around, a lot of us get really homesick and are exited for the arrival in Amsterdam. We have 28 days left and a few of us want to stay longer on our Reggie but most of us are looking forward to home. 
Personally, I am so excited for my family and friends, my own room and I am always fantasizing about the food at home. We are counting the days. 


Every day the same

In the morning we had individual and seamanship class with Kilian. The days at sea frequently have a very similar rhythm, so often it is really boring. But now all of us have to write their motivation letter for their positions in the handover after the Azores. I was lucky enough to have watch with Fox 2 from 17:00 to 21:00, so we had the watch every day during sunset. During dinner we always turned on the autopilot and ate in our round and spilled the tea. The waves today were like baby tsunamis and you couldn’t stay on the main deck because of the huge waterwalls that came on deck. Steering was also very difficult so every time I was off course, I had a bad conscious because of the yelling people in the mess room. 


What are you most exited for ?

Vanessa: I’m looking forward to my family, my own room and windows which you can open every time.
Marlene: I look forward to my parents, my bed and a 24 hour access to a fridge.
Marvin: I’m exited to go crazy with my friends.
Lenya: My doggo.
Anita: Family and Friends.

P.S. Ich freu‘ mich schon so auf alle Zuhause, dicke Umarmung Mama, Papa, hab‘ euch lieb!

Marlene: Mama, Papa, ich habe Seekrankheit mal wieder überstanden, alles super! Ich hab‘ euch lieb und freu‘ mich auf euch:) 

Vanessa: Ich habe heute schon von Zuhause geträumt. Ich vermisse euch und freue mich schon auf euch! Melli, Mama, Papa, hab‘ euch lieb 🙂

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