Ocean College

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Louiz auf dem Mast

Back at Sea

Datum: 06.03.2019
Autor: Louiz
Position: On our way to Bermuda
Nautical Position: 25°30.728 N/ 79°49.185 W
Etmal: (total) 8583

Mein heutiger Tag begann mit einem fröhlichen: “Louiz, du hast Tagesbericht!”, das ich schon zu hören bekam, als ich noch völlig verschlafen in die Messe torkelte.

Mit dem Tagesbericht im Hinterkopf machte ich mir also meine Haferflocken, unser derzeitiges Highlight beim Frühstück, und freute mich darauf, wieder ins Bett gehen zu können, da wir ja immer noch nicht losfahren durften.

Mein Plan wurde allerdings von Niki durchkreuzt, der mir mitteilte, dass wir wegen des starken Windes nun auch tagsüber eine Ankerwache bräuchten. Diese bestand letztendlich aus Peer und mir.

Um 9.30 Uhr, kurz nachdem ich den Anker gecheckt und den derzeitigen Luftdruck notiert hatte, kam endlich die Nachricht, auf die wir jetzt mittlerweile schon seit mehreren Tagen warteten.

Nach viel Hin und Her mit den Rangers von Key West, viel Arbeit für unseren Engineer Brian und Massen an Bürokratie bekam unser Captain ein DIN A4 Blatt Papier in die Hand gedrückt, welches uns erlaubte Amerika zu verlassen, in das wir ja eigentlich nicht einmal eingereist waren.

Die Nachricht verbreitete sich sehr schnell und allgemeine Euphorie kam auf. Um 10:00 Uhr wurde dann der Anker hochgeholt und es ging los. Nachdem Tati und ich ungefähr eine Stunde lang ‘aloft’ waren, wo wir Gaskets gelöst und Bunts ‘overhault’ haben, konnten wir dann endlich wieder Segel setzen.

Der Rest meiner Wache verlief relativ ereignislos und ich war froh, als uns um 12:30 Uhr die White Watch ablöste und wir zu Mittag essen konnten.

Nach dem üblichen Meeting und der Happy-Hour war es dann Zeit für das Fach ‘Beographiologie’, eine Mischung aus Biologie und Geografie, welches von Christin und Miriam zusammen geleitet wurde.

Da die meisten von uns allerdings ziemlich fertig waren, woran die Ankerwachen und die erneuten Wellenbewegung Schuld waren, gönnten unsere Lehrerinnen uns allen einen Power-Nap von zehn Minuten.

Allerdings reichten diese zehn Minuten den meisten nicht und so war es auch in den beiden xxx-Stunden nach ‘Beographiologie’ sehr leer in der Messe. Die meisten ruhten sich aus oder kämpften gegen die Seekrankheit an.

Um 18:15 Uhr gab es dann wie immer die Ansage: “First Sitting for Red Watch, Blue A and Permanent Crew” und die Messe füllte sich wieder.

Nach Rippchen und Kartoffelsalat und Cookies zum Nachtisch zerstreuten sich dann alle wieder und ich spielte noch ein paar Runden UNO. Danach hieß es nur noch Zähne putzen, ausziehen, Kopfhörer ins Ohr und ab ins Bett.

Um ca. 23 Uhr tackten wir noch einmal, sodass sich unser Schiff auf die andere Seite neigte und ich auch endlich schlafen konnte, ohne Angst haben zu müssen aus dem Bett zu fallen. 

Mit ‘Gestern’ von Luciano im Ohr verabschiedete ich mich also und freute mich auf volle acht Stunden Schlaf.

Viele Grüße nach Deutschland und an Zuhause!

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