Ocean College

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Barracudas, Flamingos und der ganz normale Bordalltag

Autorin: Lisa
Position: Curaçao
(12°32,35 N 68°28,25 W)

Einen guten Anfangssatz zu finden ist leichter gesagt als getan, vor allem wenn man etwas Originelleres als „Heute begann mein Tag mit…“ sucht und da es leider schon so spät ist, wird mir nun auch nichts mehr einfallen. Also, mein Tag begann damit, dass ich das Läuten der Schiffsglocke zum Frühstück überhört hatte und nur noch knapp vor 08:30 Uhr aus dem Bett gekommen bin. Vormittags hab ich dann gelernt, was euch bestimmt brennend interessiert, ich jedoch nicht weiter ausführen werde. Irgendwann um ungefähr 11:00 Uhr hörte ich dann einen aufgeregten Ruf vom Achterdeck, denn es wurde ein Barracuda im Wasser gesichtet! Natürlich wurde ich neugierig und bin ebenfalls nach oben gegangen. Erst sah ich nur das extrem blaue Wasser und dann einen riesigen Schwarm kleiner Fische, die durch die Sonne silbern schillerten. Im Schutz des Bordschattens sah ich dann einen ein Meter langen Schatten, der den Schwarm zu beobachten schien. Doch griff nicht er plötzlich an, sondern ungefähr ein dutzend kleiner Thunfische. Eine Weile lang sah ich zu, wie der Schwarm einerseits von den Thunfischen und später ebenfalls von dem Barracuda immer wieder gespalten wurde. Ein beeindruckender Anblick.

Während des Mittagessens begann Sietse dann seine Harpune zu suchen, die er irgendwo an Bord versteckt hatte. Als er sie dann endlich gefunden hatte, ging er gefolgt von einem Haufen neugieriger Jungs und später auch mir auf die Jagd. Immerhin kommt Sietse frisch aus der holländischen Armee, da sollte er wissen, wie man damit umgeht. Inzwischen waren es zwei Barracudas und während die meisten dem einen hinterher schwammen, beobachtete ich den anderen, der immer noch mit dem Schwarm chillte. Ich war ungefähr zwei Meter von ihm entfernt, als er sich plötzlich um 180° drehte und nun genau auf mich zuschwamm. Durch das klare Wasser konnte ich so viele Details erkennen und nachdem ich sein Gebiss gesehen hatte, weiß ich nun, dass man sich mit dem Vieh am besten nicht anlegt. Leider wurde die kleine Schnorchel-Expedition dann irgendwann von einem Briefing von Johan bezüglich der Organisation für die Sprachschule in Costa Rica unterbrochen. Darunter war ein Formular mit Fragen für die Zuteilung in die verschiedenen Klassen in der Sprachschule und in den Gastfamilien und auch eine Abstimmung, welchen von drei Ausflügen wir machen wollen. Das war sogar noch schwerer als einen Anfang für diesen Bericht zu finden, da alle Optionen ziemlich geil waren. Letztendlich gewann eine Rafting Tour in einem ´Whitewater` Fluss, die wahrscheinlich, wie so gut wie jeder Ausflug, ziemlich genial wird.

Um 15:00 Uhr rum wurden wir an Land gefahren, da wir zu einem naheliegenden See laufen würden, bei dem es Flamingos gab. Ich muss sagen, dass es zwar ganz cool war, Flamingos in freier Wildbahn zu sehen, aber erstens war der See direkt an einer Straße und sah insgesamt ein wenig fehlplatziert aus und zweitens hatten wir kaum Zeit, sie gescheit zu beobachten, da wir direkt weiter gelaufen sind. Auf Hälfte des Weges trafen wir dann plötzlich auf Martin, der mit was zu trinken auf uns gewartet hatte. Als wir wieder am Steg waren, teilte sich die Gruppe in männlich und weiblich für ein wenig Boys und Girls Talk. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel man doch verpasst, obwohl man auf so kleinem Raum lebt. Während ich diese letzten Sätze schreibe, rasieren sich unten bei den Kabinen wieder ein paar Leute die Haare. Darunter bisher Lennard und Basti. Ich werde mir jetzt unten noch kurz das Chaos anschauen, bevor ich in 15 min Ankerwache mit Tobi B., Mona, Finn, Thorben und Matthias hab.

Grüße gehen an meine Geschwister raus. Ich wünsche euch ein frohes Fest und hoffe ihr bekommt was ihr euch gewünscht habt. Esst eine große Portion Plätzchen für mich mit!!!

Eure Lisa

 

2 comments

  1. Sabine Morch - 22. Dezember 2017 18:20

    Lennard, du wolltest Dir doch Rastalocken machen ???!!!!

    Viele Grüße,

    Mama

    Antworten
  2. Johanna Steinbach - 22. Dezember 2017 19:35

    Hallo Lisa

    Hab’ vielen Dank für diesen sooo schönen und unterhaltsamen Bericht! Es ist ein großer Spaß zu lesen, was Ihr erlebt und wie Ihr das wahrnehmt – ich bin sicher nicht die einzige, die sich schon immer auf die tägliche Lektüre des Blogs freut!
    Lieben, weihnachtlichen Gruß and Dich und die gesamte Besatzung,
    Johanna (Mama von Finn)

    Antworten

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