Ocean College

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Nachricht von Bord von Johan

Liebe Eltern, Verwandte, Geschwister und Freunde unserer Teilnehmer,

nach unserem sehr entspannten Auslaufen in einen wunderschönen Sonnenuntergang hatten wir eine ruhige Nacht auf See und einen sehr schönen ersten Segeltag. Wir konnten unsere ersten Einheiten beginnen, wir Lehrer haben uns mit den ersten Schülerinnen und Schülern in Einzelgesprächen hingesetzt, Mikroplastik und Coaching fing an und die erste Sicherheitsübung wurde gemacht. Ab Nachmittags wurde es dann jedoch zunehmend rauer mit direktem Wind von vorn und so motoren wir jetzt seit einigen Stunden.

Das Wetter ist zumindest so, dass in der Messe die ersten Sachen durch die Gegend flogen und einigen Jugendlichen wurde vom Meer klargemacht, dass das hier keine durchgehende Spazierfahrt wird. Will sagen, es hingen schon die ersten über der Reling. Leider hat es auch Kathrin und mich etwas erwischt und so konnten wir die die ersten Tagesberichte noch nicht finalisieren, aber das passiert alles heute im Laufe des Tages, samt ein paar Bildern. Aber um die Relationen zu verdeutlichen: Ich fragte unseren Steuermann Sietse, ob das jetzt schon der Sturm sei von dem Martin gesprochen hat, weil die Wellen vorne ja schon auch mal über das Deck schlagen würden… und er grinste mich nur entspannt an und sagte, das sei „nur ein bisschen Wind von vorn.“ Also alles gut 🙂 Aber dennoch: Die Sicherheitsleinen sind gespannt, die Schüler sind an Deck also eingehakt.

Weiterhin hatten wir in den letzten Tagen vergessen zu erwähnen, dass wir kurzfristig einen anderen Koch bekommen haben, weil Thomas kurzfristig gesundheitliche Probleme bekommen hat. Aber so rockt jetzt Erlin von früh bis spät die Küche und die Qualität des Essens ist wirklich super, auch wenn das derzeit nicht alle geniessen können. Erlin kommt aus Frankreich und bringt damit noch eine Sprache mit an Bord. Und reagiert auch sehr gelassen, wenn Vorschläge wie gestern von Lennard beim Spülen kommen, ob man nicht einfach das Geschirr in ein Netz packen könne und hinter dem Schiff herziehen kann, dann würde es ja auch sauber…Apropos Lennard: Er war gestern unser erstes Geburtstagskind an Bord, bekam schon in seiner Nachtwache um 0:00 etwas gesungen und dann zum Frühstück nochmal, ausserdem noch ein Ständchen von Martin auf holländisch, immerhin sind wir auf einem holländischen Schiff. Neben dem Geschenk von zu Hause gab es von uns das Geschenk, was alle bekommen werden, nämlich 1kg Süßigkeiten, was auf dem Wasser immer sehr begehrt ist. Aber Lennard war spendabel und erwarb sich schnell als Sponsor von Gummitieren einen Namen.

Jetzt ist es 4:00 nachts, ich konnte die Nacht selbst nicht schlafen, weil ich mich hier in der Projektleiterkabine wie geahnt bei Wellen von vorne wie auf einem Trampolin in Bewegung fühle und werde jetzt mal schauen, wie es der Nachtwache geht. Soweit in aller Kürze aus dem Ärmelkanal, irgendwo hinter Dover. Die ersten Tagesberichte folgen heute.

Besten Gruss, Johan

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Der erste Tag unserer 6-monatigen Reise um die Welt

Autor: Alisa Denisov

Position: Steigerweg, IJmuiden,

(52°21 N 04°26 E)

Heute war der große Tag des Aufbruchs. Die 6-monatige Reise konnte beginnen. Um 11.00 Uhr waren die meisten Teilnehmer bereits vor Ort. Auch ich schleppte meine schweren Sachen die steile Treppe hinab zu den Kabinen. Wie sollen wir unseren ganzen Kram nur in dem 5m² großen Zimmer unterbringen? Ganz so wie geplant lief es allerdings nicht. Vor dem Auslaufen mussten noch der Herd und das Dinghi repariert werden. Nachdem Martin von der Ärztin seinen Finger ohne Lokalanästhesie zusammen genäht bekommen hat, hielten er und Johan eine kleine Rede, bei der sie sich bei den Eltern für ihr Vertrauen bedankten und ihre Freude zum Ausdruck brachten.

Danach konnte es mit 45 Minuten Verspätung endlich losgehen. Nach einer emotionalen Verabschiedung ist das Schiff langsam in Richtung Schleuse gefahren. Die Eltern haben noch lange gewunken. Einige sind sogar bis zum Leuchtturm gelaufen, um das Schiff auslaufen zu sehen. Wir alle waren schon bereit ins weite Meer zu fahren, jedoch musste erst noch der Kompass kalibriert werden.

So drehten wir noch 3.5 Stunden lang große Runden im Hafen von IJmuiden. Als der Kompass eingestellt war, verließen wir den Hafen unter Motor. Und auch hier wurden wir noch von den letzten Eltern verabschiedet. Dann erreichte uns eine Sturmwarnung: alle Sachen mussten sofort festgemacht werden. Alle liefen in ihre Kabinen und befestigten alles, was nicht niet- und nagelfest war, an den Wänden.

Kurz nach 19:00 Uhr fing die erste Wache an. Die Aufgaben wurden verteilt: Logbuch eintragen, Ausguck und Steuer. Es war kalt, wir hatten einen schönen Sonnenuntergang und unser Steuermann Michael hat uns in die Navigation eingeführt. Um 21:00 Uhr fand die erste Wachübergabe an Wache D statt. Für mich bedeutete dies: ab in die Koje, denn schon um 06:00 Uhr sollte die nächste Wache für mich anfangen.

Eure Alisa

Vorbereitungswochenende OceanCollege

Von: Johan Kegler

Am vergangenen Wochenende war es endlich so weit. 26 Teilnehmer gingen in Kiel an Bord der Regina Maris, um sich auf die große Reise im Oktober einzustimmen. 

Nach einem ersten Kennenlernen am Freitag abend und natürlich auch gleich der ersten Hafenwache über Nacht gab es am Samstag früh noch eine theoretische Einweisung in das Segeln sowie eine Teamaufgabe an Land. Eine Rettungsübung später legten wir ab und die Schüler wurden sofort in Verantwortung genommen. Steuern, Segelsetzen, Ausguck halten… bei bestem Wetter und gutem Wind bekamen alle eine erste Vorstellung davon, was Segeln auf einem Großsegler bedeutet. Und natürlich gab es auch schon Küchen- und Putzdienst. 

Am Abend legten wir in Strande an und konnte ein millimetergenaues Anlegemanöver von Martin bewundern. Nach zwei Stunden Landgang für die Schüler und einer Pastaparty an Deck gab es eine ausführliche Einweisung in die Reiseroute sowie die Erläuterung der Packliste. 

Am Sonntag ging es nochmal raus auf die Ostsee und hier bekamen wir dann sogar noch etwas mehr Wind bei bestem Segelwetter. Viele Schüler gingen auch schon ins Rigg und konnte die Ostsee von oben betrachten. Und es zeigten sich auch schon erste besondere Fähigkeiten beim Segelpacken, Steuern und Navigieren. 

Pünktlich um 14:00 legten wir dann wieder an der Blücherbrücke an und die Eltern konnten das Schiff anschauen und bei der anschliessenden Vorstellungsrunde alle offenen 
Fragen stellen. 

Insgesamt war das ein sehr gelungenes Wochenende und ab jetzt wird es ernst für die Teilnehmer!

Wir sehen uns im Oktober wieder!