Ocean College

Reiseblog 21/22

Einlaufen in Cartagena

Datum: 13. Dezember 2021
Autor: Hanna
Position: Carbibean Sea – Cartagena
Geographische Position: 10°24.29’N, 075°31.80’W
Etmal: 80 NM (gesamt: 6621NM)

Der Tag heute hat sehr wackelig begonnen. Als ich geweckt wurde, dachte ich zu erst: „Huch, was ist denn hier los?“. Wir waren etwas schräg und es hat ordentlich geschaukelt. Später habe ich erfahren, dass in dem Moment der Kurs um 100 Grad geändert wurde. Das heißt, wir sind nicht mehr mit den Wellen gesegelt, stattdessen sind die Wellen von der Seite gekommen. Nach ein paar Stunden hat sich der Wellengang gelegt und man konnte gegen 10:00 die ersten Hochhäuser Cartagenas sehen. Das sah richtig cool aus, weil wir seit über einem Monat keine richtige Stadt mehr gesehen hatten und Cartagena eine richtig schöne Skyline mit vielen Hochhäusern hat.

Irgendwann kam der Pilot an Bord, der uns durch den Kanal zum Hafen gefahren hat. Die Fahrt war richtig schön, weil sie direkt an der Stadt vorbei ging. Wir haben viele Pelikane und so kleine Boote, wo ein Mann drin steht und rudert, gesehen. Da hat man ein richtiges Kolumbien-Feeling bekommen. Im Hafen angekommen wurden wir zuallererst von ein paar herum rennenden Pfauen empfangen. Anschließend mussten wir die Segel wieder ordentlich verstauen. Glücklicherweise ist das Kreuzfahrtschiff, das direkt vor uns stand, in dem Moment weggefahren, so dass wir einen schönen Ausblick auf die Stadt hatten. Man konnte auch richtig viele Papageienschwärme sehen, die über uns geflogen sind. Ein Zitat von Maria, das mir sehr gut gefallen hat: „Hier gibt’s ja bunte Vögel“. Den restlichen Nachmittag haben wir dazu genutzt, um unser Deutsch-Projekt zu Ende zu bringen und ein bisschen Schlaf nachzuholen.

Nach dem Abendessen hatten wir dann unsern Egg-Drop. Der Egg-Drop ist ein Ritual, wo jedes Team ein Ei bekommt und dieses von der Course-Plattform hinuntergeworfen wird. Dabei muss das Ei unbeschädigt bleiben und einen abgetrennten Bereich treffen. Die Jury, bestehend aus Simon und den Bosuns, bewertete dann den Auftritt. Neben den eben genannten Kriterien darf das Gerüst, welches gebaut wurde, um das Ei zu schützen, nicht mehr als 300g wiegen und jede Gruppe musste eine Rede halten, mit so vielen Egg-Jokes wie möglich.
Am Ende haben nur drei Eier überlebt: Die von der Crew, Main B und Mizzen A. Main B hat zum Beispiel das Ei in eine Klorolle gesteckt und dann mit Eierkartons nochmal geschützt. Mizzen A hat ein ganz dünnes Gerüst aus Schaschlikspießen gebaut. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das hält. Wegen des starken Windes sind leider ein paar Eier an einem Seil hängengeblieben oder ins Meer geflogen- sie konnten zum Glück noch rausgefischt werden. Nur Mizzen A hat den abgetrennten Bereich getroffen. Knut hat es sehr schlau gemacht, indem er es von oben gegen den Wind geworfen hat, sodass der Wind das Ei zur richtigen Stelle geflogen hat. Schlussendlich haben alle Teams, die noch ein heiles Ei hatten, es von Simon auf den Kopf geklatscht bekommen – eieiei.

Clean Ship mit Brasso

Datum: 12. Dezember 2021
Autorin: Jule
Position: Karibisches Meer, kurz vor Kolumbien
Geographische Position: 11°33.2’N, 075°08.5’W
Etmal: 138NM (insgesamt: 6482NM)

Sonntag. Sonntag heißt clean ship. Clean ship heißt Putzen.

Clean ship ist jeden Sonntag um 10.30 Uhr und dauert eine halbe Stunde bis Stunde. Eine Watch putzt die Greenmile, also die Cabins, eine den Messroom und den Saloon und die dritte Watch das Deck.

An dem Tag war Fore watch in der Greenmile, Main watch im Messroom und Mizzen watch an Deck. Zwei Schüler:innen aus der Mizzen watch, Ann und Maxim hatten eine ganz besondere Aufgabe und wollen ihr Erlebnis mit uns teilen: BRASSO.

Ann:

Wir hatten Clean Ship und Maxim und ich sollten das Wheelhouse putzen. Das Wheelhouse ist übrigens das Steuerhaus auf der Bridge, in dem sich das ganze Navigationssystem etc. befindet. Dann hielt uns aber etwas Anderes ab. BRASSO. Die Bosun kam und hat uns gefragt, ob wir Brasso kennen und dann damit den Kompass polieren. Wir hatten keine Ahnung, was um Himmelswillen Brasso ist. Die Bosun und der Captain waren entsetzt, aber haben uns Brasso dann mit großer Begeisterung vorgestellt. Brasso sind kleine Tücher zum Polieren von Messing. So haben wir dann mit voller Begeisterung angefangen, in kleinen Schritten den Kompass zu polieren. Wir haben nichts anderes gemacht, nur ordentlich geschrubbt. Wir kamen sogar zu spät zum Meeting nach Clean Ship, aber das war nicht so schlimm, weil Maxim stolz das Brasso hochgehalten hat. Unsere Hände waren richtig schwarz und sind danach fast abgefallen, aber dafür sah der Kompass vom Feinsten aus und wenn man ihn angeguckt hat, wurde man geblendet. Zwischendurch wussten wir nicht ganz was wir davon halten sollen, aber letztendlich wollte Maxim Brasso zu seinem Geburtstag einladen 🙂 Ein erfolgreicher Tag mit Brasso. Das ist keine Schleichwerbung, wir wollten euch einfach nur mal was von Brasso erzählen.

Liebe Grüße an meine Family:)

Ann mit eigenem Brasso

Maxim:

BRASSO ist das Tollste auf diesem Schiff. Es hilft uns wöchentlich, all das ganze Messing an Bord zu polieren, so dass man sein Spiegelbild sehen kann. Nachdem wir dann 2h währen der Happy Hour, auch Clean Ship genannt, an dem Kompass geschrubbt und jede kleinste Kleinigkeit poliert hatten, sah der Kompass einfach blendend aus. Unsere Hände taten weh, waren schwarz aber es war einfach nur ein befreiendes Gefühl, Brasso nun zu kennen. Als wir dann paar Tage später die Gloria, das Navy Training Ship Kolumbiens, besuchen gingen, erzählte uns der Offizier, dass auch sie Brasso benutzen. Da taten mir die jungen Navytrainees sehr leid, da auf der Gloria alles so glänzte, was bedeutet, dass bestimmt jeden Tag gebrassot wird. Trotzdem ist es echt eine der schönsten Sachen, die ich je hier auf deer Pelican gemacht hatte 🙂

Problem an der ganzen Sache: Nach zwei Tagen sah der Kompass wieder aus wie davor 🙁

Liebe Grüße an Mama, Papa, Valentin und Nikita (:

Alles in allem hatten alle Erfolg beim Clean ship. Der Sonntag verlief weiter wie ein ganz normaler Sonntag. Jeder ging seinen Watches nach, Schule war keine und jeder hat den gechillten Tag genossen. Wir haben Outer Banks geguckt, geschlafen, Musik gehört und gegessen, wenn auch nicht in dieser Reihenfolge.

Viele Grüße an Mami, Papi, Kaschi und Rasmus (:

Average fun day at Sea

Date: 11.12.2021
Author: Bennett
Position: Caribbean Sea
Geographical Position: 12°40.3’N 072°33.8‘W
Etmal: 135NM (in total: 6344NM)

Today I had to wake up at 3:40 AM for my 4:00 AM watch. Tired and hungry I managed to get out of bed and get myself ready. Luckily the first half and hour I was on standby, so I got myself another 40 min of sleep on the poop deck. After I did Met obs I got another quick 30 min nap. I then proceeded to start my lookout and helming, feeling way better. Simon told us that we need to keep an extra good lookout because there was a very VERY small chance that we might encounter pirates.

At about 06:00 the sky started to get bright. The sky turned light red as we sailed with about 5 knots along the Colombian Coast. We could see the massive mountains on the horizon. It was a beautiful sight and the first time for me seeing mainland South America. The atmosphere was peaceful as the wind started picking up, pushing us forward towards our destination. The AIS only showed two tankers in our range. It was a Saturday which meant Nutella for breakfast! (of course, only a tiny bit so everybody can have some) During standby I went down to finally fill my stomach with fresh bread and Nutella that Abbie made in the Galley. Now that the sun was rising, I got to go to bed and sleep till 11:20 AM (right before the crew meeting).

After the meeting I went down to my bunk to listen to some music and read my book for English class while I waited for lunch. After lunch I went down to look over my biology book before going to physics class. During my free period I wrote my Essay for German class. Due the immense heat, (a lot of sweating) I went to have a cool shower before dinner. Later we needed to hand the T’gallent, so I got to climb up in the dark.
That evening I simply enjoyed the cool breeze as much as I could while I gazed into the endless night.

Grüße an meine Familie: Frohe Weinachten in Ungarn!

×

Hallo!

Klicke einfach an, mit wem du sprechen willst, oder sende uns eine Mail an info@oceancollege.eu

× Fragen?