Ocean College

Reiseblog 21/22

Tagtäglicher Report vom stolzen Kahne „Pelican of London“

Datum: 13. November 2021
Autor: Victor
Position: Auf dem Atlantik
Geographische Position: 24°44.5’N, 021°22.4’W
Etmal: 97 NM (gesamt: 3077NM)

Wie schon seit einigen Tagen wurde ich beim ersten Morgengrauen um sieben Stunden nach Mitternacht erweckt. Obgleich es sich sehr wohl gelohnt hätte aufzustehen, da es die überaus rare Nuss-Nougat-Creme an diesem Tag gab, konnte ich mich nicht dazu durchringen, meinen noch in allen Knochen müden Körper aus meinem Bett zu bewegen. So schlief ich wieder ein. Erst nach einiger Zeit bemerkte ich mein Fehltun: Die Schule begann doch um acht!

Wenngleich ich nicht durch die Nuss-Nougat-Creme erquickt wurde, trat ich den Mathematikunterricht mit gutem Mut an.

Nach Freiarbeit und drei Stunden rackern kam die alltägliche Durchsage von Simon (1st Mate). Er hatte zuvor die Gemächer ersucht, um sich zu vergewissern, dass sie in vollem Glanze bleiben. Nun rief er die Reisegefährten zum alltäglichen Treffen der Schiffskompanie zusammen.

Er und der Captain Chris unterrichteten uns über die Position und den Zustand der Reise. Auch brachte er uns die frohe Botschaft, dass ein gewisses Mörderspiel in wenigen Tagen beginnen solle. Wer nicht will, der möge sich melden, doch alle wollten sich diesen Spaß nicht entgehen lassen.

Fröhlich wartete die Sippe auf das lang ersehnte Mittagsmahl. Als dieses kam, waren die Gefühle ein wenig gemischt. Ein Auflauf aus Eiern mit Paprikastücken. Doch den meisten mundete das Mahl und wir labten uns gemeinsam an der Speis.

Glücklich und frohlockend traten wir den Rest des Tages an. Jeder verbrachte ihn anders. Die einen begnügten sich mit Watch, den anderen erging es wie zuerst unserem Teil mit Schule und die wenig übrigen legten sich zur Ruhe oder genossen ihre Freizeit. So erging es uns bis zum Abendmahl.

Doch der Tag möge nicht so schnell vorübergehen, denn nun beginnt erst meine Watch. Gesättigt und mit einer guten Motivation trat ich die Watch an. So auch meine Genossen. Achtsam doch gleich auch gesprächig verlief es bei uns, während der Rest der Sippe sich dem schnell ausartenden Spiel Poker widmete, Tagebücher befüllte oder sich einfach ein bisschen unterhielt.

Watch auf der Pelican of London

Als es Mitternacht war, wurden wir erlöst durch die pünktliche Mizzenwatch und wir gingen glücklich in unseren wohlsam wartenden Gemächern zu Bett. Ein weiterer wunderbarer Tag ging auf unserem Schiffe zu Ende, auch wenn es für die nächsten Tage wahrscheinlich nicht so viel anders sein wird.

Viele Grüße an meinen Deutschlehrer

Aber natürlich auch an meine Eltern, Schwester generell an meine Familie und alle die ich jetzt vergessen habe oder die gegrüßt werden wollen…

Ein Tagesbericht inmitten eines Ozeans

Datum: 12.11.2021
Autor: Jonathan
Position: Auf dem Weg auf die andere Seite des Atlantiks
Nautische Position: 26°11.8 N 020°33.1 W
Etmal: 109 NM (insgesamt: 2976 NM)

Schule!

Die meisten werden, wenn sie an Schule bei Ocean College denken, sich nur wenig bis gar nicht vorstellen können, wie es hier läuft. Deshalb kläre ich euch heute auf!

Wir haben hier auf dem Schiff zwei Watchgruppen. Die A Gruppe, die jeweils nachmittags Watch und morgens Schule hat und die B Gruppe, die jeweils morgens Watch und nachmittags Schule hat. Wir haben nicht nur die normalen Fächer wie Deutsch, Mathe und Physik, sondern auch Stunden wie Freiarbeit und Seamanship.

In der Freiarbeit haben wir Zeit, die Schulsachen von den Heimatschulen zu bearbeiten.

Seamanship gibt es nur manchmal, wenn wir zum Beispiel noch Sachen machen, die wir sehr effizient bei starkem Wind erledigen können. Diese Stunden leitet dann der/die Bosun. Bei unserer neuen Bosun hatten wir aber noch keine Seamanship Stunden.

Lehrerin beim Unterricht auf dem Schiff

Allerdings gibt es auch Schulen, die die Bewertungen von Ocean College nicht akzeptieren. Connor hat dann während der Stunden Zeit, seine Schulsachen zu erledigen. Bis jetzt hatten wir an den Tagen zwischen den Häfen Schule. Wir haben jeweils auch zwischen den Stunden eine halbe Stunde Pause.

Genug von dem ganzen Erklären. Ich hole mir ein paar Meinungen zur Schule hier ein und frage, wie sich die einzelnen Personen dabei fühlen.

Mir persönlich gefällt das System, da es auch erlaubt ist, uns während der Stunden kurz rauszusetzen, um sich auf den Horizont zu konzentrieren. Wenn man sich lange (mit den Wellen) auf das Whiteboard oder auf das Blatt Papier vor einem konzentrieren muss, wird einem sehr schnell schlecht.

Ich habe bis jetzt nicht das Gefühl, dass ich viel zuhause nacharbeiten muss, da wir genug Zeit bekommen, auch den Schulstoff von den Heimatschule zu bearbeiten.

Unterricht auf dem Schiff

Helene

Ich freue mich, dass die Schule lockerer gesehen wird als zuhause. Wenn zum Beispiel draußen Delfine sind, dürfen wir rausgehen und sie angucken. Trotzdem bin ich besorgt, dass es schwer wird, den Anschluß zu finden. Doch dann muss man halt zuhause mehr Zeit investieren, aber mit ein bisschen Anstrengungen bekommt man das schon hin. Die Schule ist hier eine 7/10.

Till

Die Schule auf dem Schiff ist anders als zuhause. Zuhause muss ich viel theoretische Sachen bearbeiten, während wir auf dem Schiff viele praktische Dinge in den Unterricht integrieren können. In manchen Fächern allerdings schreibe ich, wenn ich wiederkomme, Abschlussarbeiten. Liebe Grüße an Krissi übrigens.

Julian

Ich fühle mich in der Schule hier eigentlich ganz wohl. Vor allem da ich jetzt Vormittagsunterricht habe, findet eine bessere Lernatmosphäre statt, wodurch wir schneller im Unterricht vorankommen. Allerdings hatte ich die meisten Themen schon längst im Unterricht, was ein bisschen schade ist, da es mich dann schnell langweilt. Ein guter Aspekt ist aber, das der Unterricht praxisbezogen ist, sprich, wir viel im Unterricht mit dem Meer
machen und wir uns viel mit den Ländern befassen, die wir bereisen. Also alles im allem ist der Unterricht eine 7.1/10, da der Stoff teilweise zu leicht ist.

Noch Grüße von

Yarina: Ich wünsch dir Sophie alles Gueti zu dim 17te Geburtstag und hoff du hesch din Tag gnosse au wenni nit debi ha chöne si.
Und Mami chöntisch du mir d Polaroidkamera uf Costa Rica schicke? Vermiss euch alli und ha euch fescht lieb.
Lilli: Mama Papa, ich denke an euch und hab euch lieb.

Fortsetzung: Vulkannacht mit Sören

Datum: 11.11.2021
Autorinnen: Luise, Jele
Position: Atlantik
Nautische Position: 27°57.3‘N, 019°27.1‘W
Etmal: 119NM (insgesamt: 2862NM)

Susanne und Ich wachten zusammen auf dem Foredeck auf. Alles um uns herum war voller Asche vom Vulkan, welchen wir uns gestern Nacht zusammen angesehen hatten. Weit und breit war kein Land mehr zusehen. Dann war der Vulkan also das letzte Land, was wir in den kommenden drei Wochen gesehen haben…
Während die eine Hälfte der Kinder drinnen Schule hatte, beschlossen Susanne und ich, die Watch oben auf dem Poopdeck besuchen zu gehen. Sie redeten über irgendeinen Ball, der auf der Mitte des Atlantiks stattfinden soll: „Das ist meine Chance, mehr Zeit mit Susanne zu verbringen!“ sagte ich mir.

So wie wir heraushören konnten, haben sich wohl schon die ersten Paare für den Ball gebildet. Wie aufregend! Nun muss ich mir übelegen, wie ich Susanne am besten frage, mit mir auf den Ball zugehen, denn obwohl der Ball erst in zwei Wochen stattfindet, herrscht schon so ein Aufruhr darum. Ich will ja nicht, dass sich irgendeine andere Socke denkt, sie könnte mit Susanne dort hingehen. Ich muss einfach nur auf den richtigen Moment warten, um sie zu fragen. Als das Mittagessen angesagt wurde, gingen wir runter an die Picknicktische und haben gegessen. Als wir fertig waren, rannten auf einmal alle nach vorne und schrieen „Delfine!“ Wir standen sofort auf und krochen ebenfalls nach vorne, um uns die Delfine anzusehen. Susanne hatte noch nie Delfine gesehen und freute sich riesig, als sie durchs Wasser sprangen. Es waren bestimmt zwanzig!

Wir schauten ihnen noch eine Weile beim Schwimmen zu, bis wir bemerkten, dass die Sonne anfing unterzugehen. Da auch wir schon unsere Monkeys haben, fragte mich Susanne, ob wir uns den Sonnenuntergang von der obersten Plattform aus ansehen wollen. „Das ist meine Chance sie zu fragen, ob sie mit mir zum Ball gehen will“ dachte ich mir. Das Hochklettern ist für eine Socke natürlich schwieriger als für einen Menschen, aber wir hatten es schließlich geschafft und machten es uns auf der Plattform gemütlich.

Ich war sehr nervös, doch während die Sonne nur noch zur Hälfte über dem Meeresspiegel zu sehen war, fragte ich sie schließlich, ob sie mich zum Ball begleiten möchte. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch, als ich hörte, wie sie ja sagte. Glücklich guckten wir uns den Rest des Sonnenuntergangs an und genossen den Abend.

Jetzt muss ich nur noch tanzen lernen.
Naja, wie es dann gelaufen ist berichte ich euch dann nächstes Mal!
In Liebe, euer Sören <3

Clara N : Hallo lieber Oskar, nochmal alles alles Gute zum Geburtstag. Du bist jetzt neun und jetzt kann ich dich ganz bestimmt nicht mehr Pubi nennen, denn du bist schon echt groß. Ich hoffe, Dein Geburtstag war klasse und ich habe dir ganz leise auf meiner Morgenwatch ein Ständchen gesungen. Hab dich lieb!

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