Ocean College

Reiseblog 19/20

Coming home, but leaving home behind

Datum: 12.04.2020
Autorin: Joana
Position: Cuxhaven

Wow, jetzt ist es tatsächlich vorbei.

Ein halbes Jahr voller Abenteuer geht plötzlich einfach so verschwunden. Als Laura, Frida, Johanna, Marlene und ich gestern unsere letzte Nacht-Watch gemacht haben, war uns zwar bewusst, dass wir bald unsere Familie und unser Zuhause verlassen müssen, aber so wirklich haben wir es immer noch nicht realisiert.

Es hat sich eher so angefühlt, als würden wir ein zweites Mal nach Costa Rica gehen und dann aber wieder zurück nach Hause kommen, doch das war nicht der Fall.

Da ich beim Anlegen geholfen habe, konnte ich meine Familie sofort sehen, als wir in den Hafen rein gefahren sind und dieser Moment war einfach der traurigste aber auch der schönste auf dieser Reise. Irgendwann konnte man sie von ganz nah sehen und sobald alle unten von den Yards waren, ging es auch schon los.

Wir alle lagen uns weinend in den Armen und wollten uns gar nicht mehr loslassen. Wir wollten unser Zuhause nicht verlassen.

Durch Corona sind wir ja, wie bekannt, in Deutschland angekommen und wurden dann aber nacheinander nach einer Liste von Bord gelassen…

Es war ein so schlimmes Gefühl, die ersten Leute von Bord gehen zu sehen, denn wir wussten, dass sie nun nicht mehr zurück auf die Pelican können, geschweige denn, dass wir sie nochmal an Land umarmen dürfen.

Doch unsere Eltern haben wirklich alles gegeben, um uns den Abschied irgendwie noch so gut wie es geht zu machen und auch die Crew ist bis zum Ende dort geblieben und hat uns mit Umarmungen versorgt, wie eine Familie es eben macht.

Es fällt mir wirklich schwer, diesen allerletzten Tagesbericht zu schreiben, aber ich gebe jetzt einfach mal mein Bestes.

Ich wollte mich nochmal ganz dolle bei Franzi und Johan bedanken, die uns das alles ermöglicht haben, diese Reise war wirklich das Beste, was mir je passieren konnte und dafür bin ich einfach sehr dankbar.

Durch euch konnten wir so viele unfassbare Dinge erleben und so viele coole Leute kennenlernen! Das hat uns alle wirklich sehr geprägt und wir werden das immer in unserem Herzen behalten.

Außerdem möchte ich auch noch unseren Lehrern danken: Alsoooo Mascha, Jens und Miriam! Ich weiß, wir waren nicht immer die einfachsten Schüler und wir haben haben uns auch nicht immer an alle Regeln gehalten, aber wir haben wirklich immer das Beste gegeben und ich glaube, das gehört einfach auch dazu, mal auszuprobieren, über welche Grenzen man gehen darf… Danke auf jeden Fall für dieses halbe Jahr mit euch, ich hoffe, wir haben euch nicht alle Nerven geraubt :).

Aber am meisten möchte ich meinen bzw. unseren Eltern danken. Ihr seid wirklich Helden für uns…

Was ihr uns ermöglicht habt, ist einfach unglaublich, es bedeutet uns einfach so viel und wir sind wirklich dankbar dafür und ihr könnt gar nicht glauben, wie viel uns eure Briefe jedes Mal geholfen haben und auch, wie ihr uns in Cuxhaven abgeholt habt und euch so schöne Überraschungen überlegt habt. Also vielen vielen Dank!

PS: Thanks to the crew, i know, it was sometimes very hard but we loved you all even tough we hated happy hour 😉
So thank you for everything and I promise that we’ll see us again.

Die letzten 24 Stunden

Datum: 11. April 2020
Autorin: Marlene M.
Position: Nordsee/vor Cuxhaven

Es ist soweit, es sind nur noch um die 24 Stunden bis wir in Cuxhaven einlaufen und eine unglaubliche Zeit zu Ende geht.

Heute hat das große Packen begonnen. Die Schränke werden leergeräumt, das Zimmer wird unordentlicher als zuvor und es herrscht ein lauter Tumult in den Fluren. Alle sind fleißig am Packen und Sachen zusammensuchen.

Ich muss jedoch sagen, dass ich es trotzdem immer noch nicht realisiert habe. Es kommt mir vor wie ein weiterer Landaufenthalt. Ein weiterer Stop unserer Reise. Es fällt mir schwer an den Abschied zu denken, vor allem weil er sich immer noch so weit weg anfühlt, obwohl er direkt vor der Tür steht. Bei vielen sind schon Tränen geflossen und die Umarmungen sind intensiver als zuvor, aber genau deswegen verdränge ich den Abschied umso mehr.

Wir haben in diesem halben Jahr so viel zusammen erlebt und durchgemacht.

Wir haben Ängste überwunden, Streiche gespielt, Regeln gebrochen und uns selbst neu entdeckt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es wird, ohne diese Menschen zu leben.

Wie es sein wird, alleine in einem Zimmer zu schlafen, sich das Bad nur noch mit drei weiteren Personen teilen zu müssen oder nicht mehr einfach so ins nächste Zimmer zu gehen und da die tollsten Menschen überhaupt vorzufinden.

Es wird eine weitere Herausforderung, sich wieder in den Alltag zuhause einzuleben und nicht mehr 24/7 von seinen Freunden umzingelt zu sein.

Ich glaube, diese Reise hat uns zu einer Familie zusammengeschweißt, eine Familie, die immer füreinander da sein wird, egal wie viele Kilometer dazwischen liegen. Eine Familie, auf die man immer zählen kann und die Tag und Nacht erreichbar ist.

Eine Familie, die einem so ans Herz gewachsen ist, dass man sie nie wieder loslassen möchte.

die letzten 24 Stunden mit der neuen Familie