Ocean College

Reiseblog 17/18

Teide 2.0

Datum: 09. November 2019
Autorin: Jonas
Position: Teneriffa, St. Cruz
Nautische Position: 28°27.908 N/ 16°14.708 W
Etmal: 0

Ihr alle habt bestimmt die schönen Fotos von Marlene bei ihrem Blogeintrag gesehen. Hier könnt ihr lesen, wie wir den Teide bezwungen haben und wie der Weg zurück war.

Auf dem Teide: Teilnehmer haben es geschafft und freuen sich.

Früher Aufbruch

Heute morgen wurden wir alle um halb vier geweckt, das war viel zu früh nach dem ersten anstrengenden Tag und einer unruhigen Nacht in einem 14-Bett-Zimmer. Wir wurden so früh geweckt, weil wir die Bergspitze (3.718 m) vor dem Sonnenaufgang um 07:20 Uhr erreichen wollten. Nach dem exklusiven Frühstück, was aus Haferflocken mit Wasser und Rosinen bestand, durften wir in der stechenden Kälte und bei tiefster Dunkelheit den Berg weiter hoch wandern.

Teilnehmer Rucksäcke im Dunkeln bei der Besteigung des Teide-Gipfels.
noch vor dem Sonnenaufgang ging es zur Bergspitze!

Das Wandern war am Anfang anstrengend und erforderte am Ende viel Ausdauer. Der Weg war steinig und sehr steil. Nach 1,5 Stunden waren wir endlich oben angekommen, das war wunderbar. Wir haben uns alle riesig gefreut, nicht mehr weiter laufen zu müssen. Es war so windig und uns war so kalt, dass wir nach kurzer Zeit Windschutz hinter einem Felsen circa zehn Meter unter der Spitze Zuflucht suchten.

Der Weg lohnt!

Als der Sonnenaufgang anfing, sind wir doch nochmal alle hoch zur Spitze gelaufen. Der Sonnenaufgang war sehr schön, besonders nach diesem anstrengenden Weg. Wir konnten nicht abwarten, bis die Sonne vollständig aufgestiegen war, weil es so lange gedauert hat und uns so kalt war. Zum Glück gab es ein paar warme Schwefelquellen, an denen wir uns aufwärmen konnten.

Teilnhemer stehen auf dem Teide

Eine andere Sache, die das Ganze viel besser machte, war, dass wir Gipfelschokolade von Jens bekommen haben. Nach der Schokolade haben wir uns endlich wieder auf dem Weg nach unten gemacht. Wieder bei der Hütte, hatten wir unser zweites Frühstück, das aus kalten Nudeln und ein paar Keksen bestand.

Jeder Meter, den wir weiter runter gegangen sind, wurde es wärmer und der Wind liess nach.

Endlich wieder auf Meeresspiegel

Als wir endlich unten angekommen waren, waren wir alle sehr erleichtert. Der Bus brauchte noch etwas länger, um zu dem verabredeten Ort zu kommen, deshalb hatten wir noch eine etwas längere Verschnaufpause, bevor wir dem Heimweg im Bus antraten.

Teilnehmer liegen auf Felsen und ruhen sich nach der Besteigung des Teide aus.
Verschnauf-Pause bevor der Bus kommt

Nach dem BBQ, das wir auf dem Deck hatten, durften wir noch einmal die Stadt besuchen.

PS: Linus hat heute seinen 16 Geburtstag gefeiert. HAPPY BIRTHDAY
PPS: Alles, alles Liebe zum Geburtstag an die beste Schwester der Welt sendet Elena :*
PPPS: toilet blockage record: 10 days!!
PPPPS: Im Übrigen möchte die Allgemeinheit anmerken, dass wir es toll finden, dass wir vielleicht in der Mitte des Atlantiks schwimmen gehen dürfen. 🙂

And now my last watch has ended

Autor: Nico

Position: Ijmuiden, Niederlande

(52° 15,03 N 03° 31,89 O)

Eigentlich sollte ich zu meiner 01:00-05:00 Uhr Wache geweckt werden, aber da ich noch Briefe geschrieben habe, die wir bis Ijmuiden abgeben müssen, war ich eh bis dahin noch wach.

Das Wetter war wie gestern sehr neblig und es nieselte leicht. Aber dafür war unsere Stimmung umso besser. Unsere vier Stunden in der Nachtwache verbrachten Mika, Mona, Charlotte, Alisa und ich durchgehend mit tanzen und Musik hören (von Bayrischen Volksliedern bis Elektro war alles dabei) und so wurde uns gar nicht erst kalt. Irgendwie war die Wache schneller vorbei, als mir lieb war.

Nach meiner Wache bin ich noch kurz duschen gegangen (zum Glück dürfen wir ja so oft wie wir wollen duschen gehen). Danach bin ich nochmal für kurze Zeit auf das Achterdeck gegangen, um mit meiner Mutter zu telefonieren, die zurzeit auf den Philippinen ist. Dem Internet sei gedankt! Schlauerweise hatte ich mir vor dem Telefonieren Wasser aufgesetzt und so konnte ich direkt danach mit einer Wärmflasche ins Bett gehen. Draußen war es doch noch etwas kühl, wenn man nur in kurzer Schlafanzughose rumsteht.

Irgendwann wurde ich mit der Aussage, es sei schon 12:45 Uhr und ich hätte gleich wieder Wache, geweckt. Total verwundert darüber, dass ich so lange geschlafen habe, vermute ich, dass ich das doch wohl dringend nötig hatte. Mit dem Mittagessen bewaffnet machte ich mich hoch zur zweiten Wache des Tages. Doch kurze Zeit später kam Johan zu mir hoch und meinte, dass es Arbeit zu tun gibt. Ich als Projektleiter musste erst mal wieder den gestrigen Tagesbericht und andere Emails rausflanken. Da am Ende der Reise vor allem nur noch die Zeugnisse verfasst werden müssen und ich das ja logischerweise nicht übernehmen kann, war mein heutiger Auftrag eine Dia-Show für unseren letzten Abend zu erstellen. Bevor ich damit anfangen wollte, bin ich zurück zur Wache gegangen, die ich ja eigentlich hatte und habe die restlichen 1 ½ Stunden noch mitgemacht, da es meine letzte Tag-Wache sein wird.

Nachdem wir abgelöst wurden, half mir Mona netterweise bei den Fotos. Sie organisierte von einzelnen Personen Aufnahmen und ich suchte die besten raus. Kurz nachdem Abendessen war ich dann fertig und beschloss, dass ich jetzt Feierabend habe. Leon und Johan wollten eine letzte Risiko-Runde spielen und ich schloss mich ihnen an. Die beiden waren eingespielte Feinde und im Vergleich war ich ein blutiger Anfänger. Während Johan Süd- und Nordamerika fokussierte, Leon Australien und Asien nach und nach eroberte, hatte ich schon Probleme damit, Afrika einzunehmen.

Einige Male wurde sich über Johan beschwert, der es nicht fassen konnte, drei Einsen auf einmal geworfen zu haben und dementsprechend laut wurde. Obwohl Johan uns wiederholt erklärte, er habe schon Risiko gespielt, da waren wir noch flüssig, ging Leon zum Schluss als Sieger hinaus.

Um etwas mehr Ruhe zu bekommen, ging ich in mein Zimmer, wo ich dann meinen Tagesbericht anfing. Zwischendurch kam Karl einmal vorbei und zusammen mit Mona schauten wir ein paar lustige Fotos bzw. Videos an. Danach wollte ich eigentlich weiter schreiben, doch viel Zeit hatte ich nicht bis mir wieder zur Wache Bescheid gegeben wurde. Anscheinend hatte sich das Wetter so stark verschlechtert, dass wir nicht mal mehr an Deck Wache halten durften, sondern alle in der Messe hocken mussten. Da wir jetzt gerade nichts zu tun haben, kann ich meinen Tagesbericht fertig schreiben.

Das Wetter hat sich jetzt so weit verbessert, dass wir wieder ans Deck dürfen. Zwischen 05:00-06:00 Uhr werden wir dann ankommen. Die neue Wache zu holen würde sich nicht lohnen, deswegen werden wir das jetzt durchziehen. Somit waren wir die letzte wirkliche Wache überhaupt (Samstag fahren wir ja nur kurz rüber zur Schleuse)!

Ich werde meine Wache echt vermisse und mache mich jetzt auf den Weg auf das Deck, um meine leider letzte Wache noch zu Ende zu laufen.

 

Euer Nico

 

Es ist neblig, ich bin müde und wir sehen nichts anderes als weiß

Autor: Simon
Position: (50°20,4 N 0°23,3 W)

Ich bin heute völlig müde aufgestanden und habe erst noch was von den letzten fünf Minuten von dem Frühstück genossen. Kurz darauf machte ich mich an meine Bio-Sachen, die ich noch bis zum Ende der Reise fertig machen musste. Das habe ich nun endlich geschafft und kann mich in nächster Zeit auf andere Dinge konzentrieren. Danach habe ich mich noch ein bisschen ausgeruht, um dann mit neuer Energie zu meiner Wache von 13:00-17:00 Uhr gehen zu können. Der Grund, wieso ich so müde war, war dass ich von 01:00-05:00 Uhr Wache hatte und danach nicht viel schlafen konnte. Gegen Nachmittag haben Tobi B. und Lisa ihre Referate gehalten. Leider konnte ich den beiden nicht zuhören, da ich in meiner Rolle als Steuermann die Brücke bewacht habe, deswegen hoffe ich, dass ich nicht zu viel verpasst habe. In meiner Wache, die ich bei der gerade laufenden Schiffsübergabe als Steuermann mitlaufe, gab es für meine Tagwache nicht viel zu tun, aber dafür in der Nacht umso mehr. Da wir uns in einer Verkehrssteuerungszone befanden, waren wir im Nebel mit vielen anderen Schiffen beschäftigt und sahen diese oftmals gar nicht, selbst wenn diese nur 5 SM von uns entfernt waren. Das machte die Sache nur noch anspruchsvoller, trotzdem würde ich darauf verzichten können, die ganze Zeit im Nebel nur ins Weiße zu schauen. Nach meiner Wache habe ich dann noch einen Brief geschrieben an eine Person an Bord. Danach gab es Abendessen, was fast schon wieder zu Ende war. Da ich auch wieder Nachtwache morgen haben werde und nicht so müde, wie ich heute war sein wollte, ging ich danach schlafen.

Euer Simon