Ocean College

Reiseblog 17/18

Socken auf dem Boden

Pancakes & election

Date: 31.03.19
Author: Lauryn
Position: North Atlantic
Nautical Position: 38° 24.8 N; 29° 54.4 W
Etmal: 11625 nm

My day started with a wake up call that there are pancakes for breakfast. So I hurried up to get ready and was earlier in the mess than on the other days.

After a delicious pancake with fruits, I realised that today is Sunday. I went back to bed and hoped for some more sleep, because the last nights weren’t easy for us to sleep because of the heeling, which was caused by the strong winds.

At 10:45 I got another wake up call for the weekly deep clean. Normally White Watch had to do the deck but because of the weather we should help the others with heads and showers.

I did the floor of the green mile and started to clean our room. A few minutes later Ronja came into our room and wanted to help me. We found a lot of socks as every time when we clean our room.

In my watch after lunch I was the first one on the helm. It was very hard to steer because of the wind, which was coming from the front. At 14:00 Anousch allowed us to go to the navigational class about the stability of tall ships. It was interesting to see why all the ships like Concordia capsized and sank. Then we just had one hour of watch left, which went by very fast.

Afterwards, we had a meeting for the election of the handover teams to decide which team will bring us into Boulogne. All of us prepared a presentation in each team and tried to convince the others to vote for them. Captain Sophie wrote a wonderful poem for us and we all presented it together.

This was our presentation:

Our trip started five and half months ago
and the weather was always good, because the wind did blow.
The time here on board has past so incredible fast.
So when we take a look back to the beginning,
no one thought that we would spend evenings together with singing.

Our time here on board was amazing ever since,
Also because we got to see so many dolphins.
During those months we’ve learned a lot,
also when it was outside incredible hot.

But now the time for the handover has come
and that’s pretty sad, because that means that our voyage is nearly done.

But still we have to more weeks to go
and for all we’ve learned Boulogne is a good place for us to show.
We have learned much more than just sailing,
for example to help each other out if someone is failing.

I mean if you take a close look at our group
you will realize that we are a mixed soup.
Remember that big discussion we’ve had
and now Kira and Robert are standing here without being mad.

You all know that we’re not one big group full of best friends
but that just remarks that we will give everybody our hands.

It tells you that we won’t do our own thing,
because we want that last part to be for everybody amazing.
We will have Theresa and Lauryn in the Galley preparing our food
and that’s very good for all of us because it will raise up our mood.

What the food is gonna be we didn’t yet discuss
but if you have a certain wish you can go ahead and tell us.

Even though we’re so different, in common we all have one thing
and that’s as you can see our little yellow ring.

Yellow stands for special as we all know,
we learned that in the buoyage system which was taught by Mo.
For our group, being a special does mean
that we all have developed extremely well as you have seen.

Felix came on board as a boy who was shy
but now he is a funny and pretty cool guy.
There’s another thing we want you to show
that’s how many women we have because we don’t go with the flow.

We think that all groups are on the same level when it comes to knowledge because no one of us has succeeded the sailing college.
In the end we hope that we gave you a good report
even though our preparation time was very short.

There’s one more thing which we like to add
and that’s no matter how the decision is going to end, we all love you, that has to be said.

The rest of my freetime

In the rest of my freetime, I spend my time with listening to music and had some good talks with my room mates.

For Dinner we had pulled pork, corn and Brezeln and for dessert the nice galley duty prepared cinnamon rolls. That was so good! Before I went to bed, I was sitting in the mess with Elisa, Nele, Theresa with a guitar and we sang a few songs.

This is so lovely every time. All these things I will miss, when we are back home, because this is also for me the last daily report of the journey.

Have a good sleep at home without heeling.
We`ll see you in 13 days.
Lauryn

Unser Ocean College Kaffee oder “learnings einer Kaffee-Odyssee”

Unser Plan:

Bei Ocean College geht es nicht nur darum, die Schulinhalte angepasst an den Kontext und die Umgebung zu vermitteln (und damit Wissen an Erfahrung zu knüpfen), sondern auch darum, relevante außerschulische Inhalte unserer Gegenwart zu unterrichten.

Dafür arbeiten wir mit externen Experten zusammen, die ihr jeweiliges Fachthema unseren Schülern nahebringen. Rüdiger Stöhr (von One Earth One Ocean) vermittelte das Thema Mikroplastik (Vorkommen und Messung), Joseph Dillard machte unsere Schüler fit für den Umgang mit Konflikten, Natija Dolic war für Marketing und Kommunikation zuständig und schließlich hatten wir noch Joachim Kühne von der Berlin School of Coffee dabei.

Ein außerschulisches Thema war Kaffee. Kaffee kann man jederzeit bekommen und gehört nahezu zur Grundausstattung jeden Haushalts. Die Herkunft und der Prozess dahinter werden aber häufig gar nicht hinterfragt. Hier haben wir angesetzt und uns gefragt:
Wo kommt der Kaffee her?

Wie wird Kaffee geerntet?

Wer erntet den Kaffee?

Was passiert nach der Ernte?

Wie lange dauert es, bis der Kaffee als Kaffee in der Tasse landet?

 

 

 

 

 


Getreu dem Motto: learning by doing wollten wir unseren Schülern zeigen, wie die Kaffee-Ernte und die Lieferkette Kaffee funktioniert. Als Abschluss des Projektes planten wir, den geernteten Rohkaffee mit unserem Schiff zurück nach Hause zu bringen – die Lieferkette und den CO2 Verbrauch also zu minimieren und über Röstereien in Deutschland zu verkaufen. Die entstehende Gewinnsumme sollte einem Schülerstipendium für Ocean College zugutekommen.

So weit in der Theorie, die Praxis ließ jedoch ein paar Überraschungen und Optimierungsbedarf für das nächste Jahr offen.

Fangen wir auf der Kaffeefarm in Costa Rica an. Hier waren wir bei „Don Eli“ untergebracht und unsere Schüler wurden bei der Kaffee-Ernte mit eingespannt. Auf unserem Reiseblog gibt es die Schülerperspektive der Tage auf der Kaffeefarm:

21.01.2018: Der fast übersprungene Reisebericht (von Wanda) 

22.01.2018: Lehrreicher, aber auch entspannter Tag (von Mika)

23.01.2018: „Hier sind wir ja flexibel!“ (von Elena)

 

Das Problem: Wie kommt der Kaffee nach Hause?

Nach den schönen Tagen auf der Kaffeefarm sollte nun der geerntete Kaffee direkt mit auf unser Schiff verladen werden, denn wir hatten die Vision, die reguläre Lieferkette von 17 auf 2 Zwischenstationen zu minimieren.

Unser nächster geplanter Aufenthalt nach Costa Rica war jedoch Panama. Nach Einschätzung unseres Kapitäns würden aktuell enorme Zolle bei der Einreise fällig werden und dazu die Unsicherheit, den Kaffee überhaupt wieder ausführen zu dürfen. Nicht, dass wir das schon im Vorfeld theoretisch durchgeplant hätten… Erschwerend kam der Zeitdruck hinzu, da wir einen festen Reiseplan und Zeiten für die folgenden Landprogramme hatten. Daher mussten wir schweren Herzens den Kaffee in Costa Rica lassen und weiter nach Providenzia fahren. Jedoch leiteten wir bereits die Verschiffung via Container in die Wege und uns wurde die Lieferung für Anfang Mai garantiert.

Da wir mit den veränderten Transportbedingungen leider nicht mehr unsere ursprüngliche Story im Sinne Verringerung des CO2 Verbrauches und der Händlerzwischenschritte halten konnten, sprangen einige unserer weiterverarbeitenden Röster ab. Als zertifizierte fairtrade Händler funktionierte der Absatz an dieser Stelle nicht mehr.

Somit verringerte sich natürlich unsere geplante Import-Kaffeemenge und damit auch unser zu vergebendes Schülerstipendium.

Erneute Lieferverzögerungen über Ende Mai, Mitte Juni und Anfang Juli spannten uns und unsere verbleibenden Röstereien stark auf die Folter. Unsere Lernkurve stieg steil an und zudem der Respekt vor Unternehmen, die ohne Zwischenhändler auskommen. Aber auch generell gehören als Produktvertreiber offensichtlich zwei Dinge dazu: – „Warten“ und „Ausharren“.

 

 

 

 

 


2. Problem: Den Kaffee ins Büro bekommen.

Mit dem Eintreffen unseres Kaffee-Containers in Hamburg hatte unser Dazulernen noch kein Ende, denn statt des ursprünglichen Direktversands vom Schiff an die Händler (den wir vor Ort übernommen hätten), mussten wir den Kaffee zu uns ins Büro liefern lassen.

Mit erneuten Terminverzögerungen stand jedoch ENDLICH der heißerwartete LKW mit der Palette Kaffee vor der Tür.

Nun haben wir unser Büro nicht ebenerdig – dafür zwar einen Fahrstuhl, der jedoch nur über Treppen zu erreichen ist. Eine 400kg Palette zum Fahrstuhl zu tragen ist ein eher unrealistisches Unterfangen, daher hieß es Anpacken und die 13x30kg Pakete eines nach dem anderen in die erste Ebene bringen – bevor diese wieder zurück zum Auto getragen und an unsere Röstern verschickt werden konnten.

Wir haben derweil zumindest an Muskelmasse zugelegt und überlegen, auf Tee umzusteigen…

 

 

 

 

 

 

Unsere Helfer.

Was wir sehr schnell gemerkt haben: keines der Themengebiete rund um den Kaffeeverkauf hätten wir alleine realisieren können. Die anfängliche Aufsetzung und Unterrichtung der Coffee-Class in Costa Rica geschah in Zusammenarbeit mit Joachim Kühne von der Berlin School of Coffee. Nachhaltige Lieferketten unterrichtete unser Mitgründer Johannes Borchardt selbst und mittels Handelsspiel lernten unsere Schüler schnell, wie sich aktuelle Preise jeglicher Produkte zusammensetzen.

Ohne Kaffeefarm gäbe es natürlich auch keinen Rohkaffee zum Mitnehmen. Wir freuen uns sehr, auch beim nächsten Törn wieder bei „Don Eli“ tatkräftig bei der Ernte zu helfen.

Doch wie weit kommt ein Produkt, wenn man zwar selbst allerhand über den Prozess gelernt hat, jedoch sonst keiner von diesem Produkt weiß? Dafür braucht man einen Marketing-Experten. In unserem Fall Natija Dolic, die hierfür zwei Wochen bei uns mitgesegelt ist und unseren Schülern eine Einführung zu dem Thema gegeben hat. In Zusammenarbeit mit Natija wurde ein Mission Statement für den Kaffee erarbeitet sowie überlegt, wie ein passendes Logo für unseren Ocean College Kaffee aussehen könnte. Bei der finalen Umsetzung der Schülerideen und Übertragung auf Sticker half uns heimat active!

 

Try our coffee.

Nach dem ganzen Prozedere um die Kaffee-Ernte, Auslieferung und Marketing ist abschließend natürlich interessant: Wie schmeckt denn jetzt dieser Kaffee?

Überzeugt euch selbst! Bei folgenden Röstereien könnt ihr unseren Ocean Coffee erwerben.

Bestellt liebe Grüße und lasst es euch schmecken!

Wir planen derweil eine optimierte Kaffee-Lieferkette und freuen uns auf Costa Rica im Januar 2019.

Euer Ocean College

 

Segelsetzen, Backschaft & get to know: Unser Vorbereitungswochenende für die Reise 18/19

Am vergangenen Wochenende fand in Kiel auf dem Dreimaster Swaensborgh das Vorbereitungswochenende für die kommende Reise 18/19 ab Herbst statt.
Die 29 Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland, um einen Eindruck vom Leben auf einem Schiff und vor allem von den anderen Teilnehmern zu bekommen, denn immerhin geht es um die Entscheidung, ob man sich vorstellen kann, auf so engem Raum für ein halbes Jahr zusammen zu leben. Außerdem kamen fünf Teilnehmer der vergangenen Reise, um aus Schülerperspektive Fragen zu beantworten.
Am Freitag gab es ein erstes gemeinsames Abendessen und danach eine allgemeine Vorstellungsrunde, am Samstag wurde mit wenig Wind gesegelt und am Sonntag nochmals eine kleine Runde auf der Kieler Förde gedreht. Alle bekamen einen kleinen Eindruck in das Segelhandwerk und die Befehle an Bord. Am Samstag Abend kamen dann noch die zukünftigen Lehrer Nikolas, Miriam, Christin und Johannes an Bord, um sich den Schülern vorzustellen.
Außerdem wurde ausführlich über die gesamte Reise informiert. Adrian Ragbourne, der Betreiber unseres neuen Projektschiffes „Pelican of London“, war von England nach Kiel gekommen, um das Schiff und die Route vorzustellen. Weitere Punkte des Informationsabends am Samstag waren Schule auf dem Schiff, die neuen sog. „Pathways“, Code of Conduct, Regeln an Bord und ganz konkret auch die Packliste. Am Sonntag gab es dann noch eine kurze Runde mit den Eltern, die ihre Kinder wieder abholten, in der einige letzte offene Fragen beantwortet wurden. Auch hier war es wieder sehr gut, einige Schüler und auch Eltern der letzten Reise vor Ort zu haben.

Wir glauben, dass wir eine sehr gute Truppe zusammen haben, freuen uns auf die weitere Vorbereitung der Reise 18/19 und wünschen allen Teilnehmern bis zur Abfahrt Mitte Oktober in Dublin einen schönen Sommer!
Euer Team von Ocean College