Ocean College

Reiseblog 18/19

Zwischenstopp in Richtung Costa Rica

Datum: 26.12.2018
Autorin: Lauryn
Position: Aruba
Geographische Position: 12° 21.7 N ; 69° 51.0 W
Etmal: 57 NM (total: 5941 NM)

Mein heutiger Tag begann um 02:00 Uhr morgens, weil ich Harbour Watch hatte. Marlen und ich saßen auf dem Well Deck und haben uns über unsere Weihnachtstraditionen von zu Hause ausgetauscht. Um 03:00 Uhr kamen dann auch die letzten beiden Crewmitglieder von ihrem Landgang zurück und wir amüsierten uns, wie man auf die Idee kam, um diese Uhrzeit noch alle Töpfe abzuwaschen.

Dann erfreute ich mich noch über meine drei Stunden Schlaf bis zum Frühstück. Nach dem Frühstück fingen wir an, die Pelican zu putzen, unsere Zimmer aufzuräumen und alles wieder seefest zu machen. Gegen 10:00 Uhr legten wir dann unter Segeln in Willemstad ab. An diesem Tag war ich so dauermüde, dass ich mich nach dem Mittagessen noch einmal schlafen gelegt habe.

Als ich dann zu meiner Wache von Ronja geweckt wurde, war ich so durcheinander, dass ich sie erst einmal gefragt habe, ob es jetzt Frühstück gäbe… In meiner Wache saß ich mit Tati auf der weißen Kiste, wo die Rettungswesten drinnen sind und wir haben die letzten Spekulatiuskekse gegessen. Dann passierte eine sehr komische Sache… Johannes sah, dass wir Spekulatiuskekse hatten, kam wie ein hechelndes Hündchen angelaufen und schnappte Tati einen Keks aus der Hand.

Als er dann noch anfing, sehr verrückt zu tanzen, beschlossen wir, dass er entweder zu viel geschlafen hatte oder sich das Geschaukel der Pelican nicht so gut auf ihn auswirkte. Wie ich dann, meiner verträumten Art zu verschulden, erst später mitbekam, wurde bekannt gegeben, dass wir einen Zwischenstopp auf Aruba machen müssen, weil Tabi leider unglücklich auf ihren Arm gefallen war und im Krankenhaus überprüft werden sollte, ob alles in Ordnung ist.

So steuerte ich uns gegen 20:00 Uhr in den Hafen von Aruba ein und vor uns lag ein riesiges Kreuzfahrtschiff, welches schön weihnachtlich beleuchtet war. Nachdem wir fertig angelegt hatten, wurde noch ein Film über die Flüchtlingskrise angemacht.

Ich ging aber nach ungefähr der Hälfte ins Bett, weil ich schon wieder müde war. Tabi ist zum Glück nichts weiter passiert. Sie wurde geröntgt und ein Bruch wurde ausgeschlossen. Jetzt soll sie ihr Handgelenk etwas schonen. Better safe than sorry!

Noch nachts konnten wir wieder ablegen. 
Liebe Grüße an alle zu Hause und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Lauryn

Merry Christmas

Date: 25.12.2018
Author: Elisa
Position: Willemstad, Curaçao 
Geographische Position:  12°06,5 N, 68°56,0 W
Etmal: 0 NM (total: 5884 NM)

What happened over night? Where did all our christmas presents from under our christmas tree disappear to? Was it dear Santa Claus who took them? These were the questions every one carried with them while eating egg and bacon burgers for breakfast. But we didn‘t have to wait long for the answer. While hearing the song „Santa Claus is coming to town“ we spotted Santa on his motorised water sled coming closer with high speed!

And of course he had a big full bag with him. Every crew member was called out by him and had to sit next to him. With his loud voice he talked about their good behaviour but also their sins and then he decided if the person deserved his present – everyone did. You need to imagine the atmosphere when 45 excited and curious people open their presents at the same time. Many of the crew members had tears because of their presents. They were so creative: Self made necklaces and bracelets, a self made compass, a box full of shared memories, small self created books, a „Du Bist Wunderbar Glas“ and compliment cards.

Over the whole town people could then hear our chanty singing while carrying the picknick tables from a restaurant to the Pelican because we all wanted to be able to eat together on Christmas. The delicious smell that came out of the galley and filled the air in and around the ship motivated us to help preparing the food and decorate the tables.

Electric candles and ropes were put on top of the blue bed sheets, that were used as table cloths. The late lunch/the early dinner was delicious and very graceful. The crew served us and we even had a small salad as a starter and a very tasteful apple crumble for desert. To prevent anyone to get bored we played the game where we had to guess the person that was standing on the paper that was sticking to our foreheads. I was on a table with two Angela Merkels, Donald Duck, Spongebob, Lili Fee, Johny Depp and Legolas. 

Singing our chanties so loud that cars stoped besides us, pulled down their windows and started videoing, we carried the tables back to the restaurant after giving our cook a never ending applause. We were allowed to stay ashore and so we were heading for an ice cream. Back on the ship some of us played a game called „psychologist“ which was really fun. One after another went to bed and fell a sleep still having the smile of an unforgettable Christmas day on their faces.

Dear Salomon, Ruben, Julian and Mum and Dad
Thank you sooo much for your lovely letters and the excellently painted picture of the Pelican. Everything is now hanging besides my bed so I can always see it! While you were skiing today and drinking tea and hot chocolates, I met Santa Claus who brought me a present and I ate an ice cream while only wearing shorts and t-shirt. As you see, I had a very different and very special Christmas. I hope you had a nice Christmas day too. Take care and don‘t run over anybody on the slopes (that also counts for Eliza and Lex 😉 ) 
yours Elisa
Also special Christmas greetings to Family Kappeler und Kaiser. 

P.S.: Nele: Ich wünsche meinem Papa einen wunderschönen Geburtstag mit der Familie. Weihe dein neues Lebensjahr, wie unser neues Haus angemessen ein und fühl dich gedrückt! Alles Liebe, Deine Nele.

P.P.S.: Helena: Ganz liebe Grüße an meine Familie, die zur Zeit größtenteils in München versammelt ist. Ich wünsche euch noch schöne Weihnachtsfeiertage und hab euch alle ganz fest lieb.

Ein ungewöhnlich außergewöhnliches Weihnachten

Datum: 24.12.2018
Autor: Peer
Position: Curaçao
Geographische Position: 12°06,5 N, 68°56,0 W
Etmal: 0 NM (total: 5884 NM)

Für mich und ein paar andere begann Weihnachten ungewohnt mit einer Sporteinheit. Das seltene Glück, direkt an der Hafenmauer anlegen zu dürfen und damit die Freiheit zu haben, „jederzeit“ das Schiff zu verlassen, musste genutzt werden, um früh aufzustehen und vor dem Frühstück zu joggen. Wie ihr euch schon denken könnt, ist die Bewegung auf einem Schiff sehr beschränkt und vielen fehlt der fast tägliche Sport. So entschieden sich einige wie in Teneriffa die Chance zu nutzen.

Am Abend zuvor war die Gruppe noch relativ groß, jedoch halbierte sich diese Liste während der Nacht. Danach bestand die Gruppe aus den motivierenden Lehrerinnen Christin und Miriam sowie unserem Besucher Johannes und sechs Schüler_Innen. Wir baten am Abend zuvor Ronja und Kira M., die uns wecken sollten, uns alle ganz lieb und motivierend zu wecken. 05:45 ist eine Zeit, in der viele zuhause noch im Tiefschlaf vom Weihnachtsmann träumen, während wir uns aus dem Bett schleppten, um gegen 06:00 loszulaufen.

Ich als einer der Ersten schnappte mir ein Glas Wasser und fing an mich aufzuwärmen. In Deutschland würden wir jetzt bei zwei Grad und nassem Wetter wahrscheinlich eher weniger motiviert rennen gehen als bei 20-25 Grad ohne eine einzige Wolke am Himmel, daher auch ganz wichtig: Wasser trinken! So ging’s dann um 06:10 endlich los, immer am Wasser entlang, bis wir nach 25 Minuten umdrehten, denn keiner wollte das Frühstück verpassen.

Zurück am Schiff erhielten wir die großartige Nachricht, dass Niki zusammen mit Abby Pancakes vorbereitete. So schaffte ich es auch, die letzten Meter zur Dusche und in die Messe schnell zurückzulegen. Gestärkt von einem ausgezeichneten Frühstück versammelten wir uns alle, um gespannt den Tagesplan anzuhören. Zuerst machten wir uns auf den Weg zu einem sehr schönen neuen Museum über Sklaverei in der Karibik bevor wir dann die Chance bekamen entweder in die Kirche zu gehen oder die restliche Zeit bis um 14:30 zu verwenden weiterhin die Stadt zu erkunden. Ab 14:30, und dies war ganz wichtig, versammelten wir uns alle auf dem Schiff um nach typisch deutscher Tradition alle zusammen den Tannenbaum zu schmücken, die letzten Geschenke zu verpacken und darunter zu legen und das Essen vorzubereiten.

Sobald wir damit fertig waren gab es im Gegensatz zu deutscher Tradition ein BBQ in Sonne und Wärme, bis ab 20:00 abendliche Tätigkeiten bereitgehalten wurden. Nach dem morgendlichen Crew Meeting packte jeder noch seine letzten Sachen, vor allem Mückenspray, Wasser und das Lunch Paket. Kaum 10 Minuten später spazierten wir alle zusammen durch Willemstad, wo es großen Trubel gab.

Dies ist nicht nur auf die Weihnachtszeit zurückzuführen sondern auch auf die drei großen Kreuzfahrtschiffe, die nacheinander heute morgen in den Hafen einliefen, aber, so meinte Pete, heute Abend wieder ablegen, um nachts zum nächsten Hafen weiterzufahren. Beim Museum angekommen musste Niki noch schnell den Preis verhandelt bevor wir alles über die Sklaverei erfahren durften. Das Museum war wirklich schön aufgebaut und hatte viele nützliche Informationen, die interessant dargestellt wurden.

Nach einer schönen Stunde Geschichte über die Karibik und Sklaverei wurden wir entlassen, um die Stadt eigenständig weiter zu erkunden. Viele nutzen diese Chance, zuhause anzurufen und ihre Weihnachtspost über Email, WhatsApp oder in echten Postkarten an Freunde und Familie zu verschicken. So saß ich in einem italienischem Eiscafé mit meinem Eis und wünschte allen Frohe Weihnachten… schon ein wenig paradox und gewöhnungsbedürftig, zudem fehlte die Weihnachtsstimmung.
Pünktlich fanden sich fast alle um 14:30 wieder am Schiff ein und schon ging es los mit den Vorbereitungen.

Draußen auf dem Tisch fand sich der Bastelklub für Weihnachtssterne, drinnen die Verpackungsstation, damit auch jedes Geschenk schön verpackt wurde und in der Galley… naja… dort wurde eifrig Fleisch geschnitten, damit das BBQ ausreichend gefüllt werden konnte. So hatte wirklich jeder etwas zu tun und alle liefen herum, schmückten den kleinen Baum und das große Schiff, während Weihnachtsmusik lief, womit man soz. gezwungen war mitzusingen, weil es um einen herum aus jeder Ecke kam. Ich übernahm zusammen mit Niklas den Job, den Grill anzuschmeißen und aufzuwärmen.

Als irgendwann die Ansage kam “macht euch schön für Weihnachten”, war ich erstaunt, dass schon zwei Stunden vorüber waren und wir bald anfangen würden, zu Abend zu essen. Der Baum sah sehr prachtvoll aus und die Lichterketten, gespannt über den Mainmast sowie über den Sitzbereich, würden das Schiff dann erleuchten, sobald die Sonne unterginge. Wir bereiteten uns alle vor, während Captain Ben den Grill unter seine Kontrolle brachte.

Als alle fertig waren und sich hübsch gemacht hatten, stellten wir uns um den Weihnachtsbaum herum und warteten darauf, dass Anoush das Buffet eröffnete. Mit einem Burger, Chicken, einer Wurst sowie Kartoffelsalat und Cole saw und reichlich Soße setzten wir uns alle irgendwo auf das Deck, genossen den Sonnenuntergang und schauten den Kreuzfahrtschiffen hinterher, die sich auf den Weg machten. Eins davon hatte direkt neben uns angelegt und irgendjemand hatte die grandiose Idee, unsere Schiffswelle zu machen. Wir standen alle an einer Seite und klatschen die Hände gegen die Seite des Schiffes bevor wir nacheinander die Hände hoben wie eine mexikanische Welle.

Wir hatten viele Augen auf uns gezogen, denn wer sieht schon die schöne Pelican einfach so dort liegen. Weiter ging es mit unserem Schiffslied: Anoush schreit “Peli” – und wir schreien “can”- und so gehts dann “Peli” – “can”, “Peli” – “can”, “Peli” “Peli” “Peli” – “can” “can” “can” und dies so laut, dass ganz Curaçao uns hören konnte. Das Gleiche wiederholten wir mit Ocean College. Wir verabschiedeten das Kreuzfahrtschiff mit Winken und dem Klang unseres Signalhorns. Danach ging es aber gleich weiter mit dem Essen, welches einfach ausgezeichnet schmeckte.

Um die Zeit zu überbrücken, die gebraucht wurde, um das Geschirr sauber zu machen, kamen ein paar von uns zusammen und sangen wild und durcheinander Weihnachtslieder, bis mehr und mehr dazukamen und dann perfekt zum abendlichen Meeting alle beisammen waren.

Miriam hatte ein paar englische Weihnachtslieder ausgedruckt, die wir alle zusammen sangen womit es sich schon ein ganzes Stück mehr nach Weihachten anfühlte. Die Geschenke unterm Baum durften jedoch noch nicht geöffnet werden, da Bescherung erst nach britischer Art morgen passiert. Wir durften jedoch die Weihnachtspost unserer Eltern aufmachen, die Niki uns austeilte. Jeder / jede bekam ein Moment für sich, um zu genießen und die ganzen Briefe durchzulesen.

Danach war der Abend auch wieder frei gestaltbar. Einige saßen zusammen in einem Kreis und lasen sich ihre Briefe untereinander vor. Ich saß mit einigen anderen zusammen und hörte, wie Johannes die Gitarre meisterte und dazu haben wir zusammen Lieder gesungen, bevor ich mich zu den anderen gesellte, die einen Film schauten. Zum Glück durften wir morgen ausschlafen, sodass alle die Zeit hatten, abends noch länger aufzubleiben.

So zeigt sich Weihnachten wirklich mal von einer anderen Seite. Vergleichbar mit Zuhause – Nein!, Besser oder Schlechter? – überhaupt nicht vergleichbar. Aber ich glaube, jeder fand den Abend sehr schön auch ohne Familie, zumal dieses Weihnachten einfach einmalig ist. Und eins bin ich mir sicher, keiner wird dieses Weihnachten vergessen.
So wünsche ich euch allen von der Pelican aus eine wunderschöne Weihnachtszeit.

Peer

PS: Nele: Liebe Lisa, ich wünsche dir alles Liebe und Gute zum Geburtstag 🎁 , wir feiern nach wenn Ich wieder da bin! Fühl dich gedrückt.🎀