Ocean College

Reiseblog 18/19

Es weihnachtet noch nicht so recht

Autorin: Ronja

Datum: 20.12.18

Geographische Position: Irgendwo bei den Tobago Cays

Nautische Position: 12°41.6´N 061°25.1´W
Etmal: 5414 – 20NM seit gestern

Ahoi! Kaum zu glauben, dass in vier Tagen Weihnachten ist – gerade in Anbetracht der sommerlich paradiesischen Aussicht und des badelastigen Tages. Nachdem wir heute Morgen unseren nächtlichen Ankerplatz vor Mayrue verlassen hatten, haben wir eine neue karibische Insel angesteuert, auf der wir nicht nur am Strand baden und sonnen, sondern auch in Sechsergruppen schnorchelnd die Unterwasserwelt erkunden konnten. Ich war „nur“ am Strand, habe mir aber von Rochen, bunten Fischen und Schildkröten erzählen lassen. 

Während ich hier gerade fleißig tippe, läuft übrigens bereits die Maschine, damit wir in Kürze Richtung Curacao aufbrechen können – Weihnachten möchte ja keiner seekrank sein, weshalb wir pünktlich sein müssen und wollen! Sobald das „all hands“ also ertönt, heißt es wieder ran an die bracing stations, Segel gesetzt und „duty watch report to the bridge, please“. 

Nach anstrengenden handover-Tagen war der heutige Erholungstag mit viel Freizeit mehr als willkommen und hat uns allen wohl die notwendige Energie gebracht, um uns gleich richtig reinzuhängen, unsere Pelican wieder auf See zu bekommen und mit Pathways und Schule wieder zu beginnen.

Á propos Pathways: Seit wenigen Tagen ist Johannes an Bord und unser Economics Pathway hat begonnen – die nächsten Wochen werden intensiv, aber bestimmt spannend! 

Jetzt gibt es gleich Essen, danach die Weihnachtsgeschichte des Tages aus meinem Adventskalenderbuch und dann geht es auch schon in mein frisch bezogenes Bett (ein Hoch auf die Kombination aus Waschtag und frisch geduscht!), damit ich für meinen morgigen Küchendienst fit bin. 

Da ich als Mentorin davon nicht betroffen bin und es beinahe zu erwähnen vergessen hätte, noch eine Bereicherung des Tagesberichts durch Marlen: Die Gesellschaft ändert sich – auch an Bord! Weniger prosaisch: Zeit für Wachwechsel! Nur im Kleinen jedoch; A und B werden in den drei Wachen getauscht. Wer also von den Schülern zuvor tagsüber Wache hatte, schiebt nun nachts Wache und andersherum. Für uns Mentoren wie gehabt zwei Wachen.

Kurzum, das war ein schöner, entspannter Tag, meinerseits ohne allzuviel Aufregung und spektakuläre Erlebnisse. Das Beste zum Schluss: Frohe Weihnachten daheim! Esst ein paar Schmalzkuchen und Kringel für mich mit 🙂

P.S. von Marlen: Danke Mama, dass du mir die Rezepte mit gegeben hast. Wir haben heute die Schoko-Kokos-Plätzchen gebacken und sie haben alles sehr, sehr lecker geschmeckt!

P.S. von Robert: Alles Gute zum 14ten Geburtstag Flo!

P.P.S: Yes, it’s been Elisa‘s and Sophie‘s turn yesterday. „The lucky person for today’s chocolate is a guy with a nice style. With his braided hair he fits perfectly into the Caribbean. He loved his job during the hand over. Not only because he didn’t have to do the night watch but also because he was allowed to play with the engine. He loves to listen to his “music” and he is always up for a joke. // Today’s calendar goes to a nice person who reads with an incredible speed and finishes a book in one day. She is a vegetarian. Because of the fact that she loves cooking she always wants to join our cook for shopping. She is very caring. Not only about us but also about the environment.“

Willkommen in Bequia, wieder!

Datum: 19.12.18
Autor: Basti
Position: Bequia bis Tobago Cays
Geographische Position: 12,42,5’N 61,29,6’W
Etmal:  (total: 5419NM)

Nachdem wir gestern Abend wieder in Bequia eingelaufen waren, hatte ich das Gefühl, an einen sehr vertrauten Ort zurück zu kommen, obwohl wir dort auch erst einmal waren. Bequia ist nach wie vor eine wunderschöne Insel, die Menschen sind nett, die Häuser sind schön, das Essen ist gut und die Getränke auch!

Heute nach dem Frühstück ging’s los, ab in das Dinghy und rüber in den Hafen. Wir hatten nur begrenzt Zeit (bis 12:30 Uhr). Das hieß für uns schnell alles einkaufen, was wir wollten, ab in ein WiFi Café, um nochmal vor Weihnachten mit Familie und Freunden schreiben beziehungsweise telefonieren zu können. Als wir dann alle wieder auf der Pelican waren, wurde der Anker gelichtet und es ging los zu den Tobago Cays.

Mein erster Gedanke, als wir ausliefen, war: Ich muss auf jeden Fall nochmal nach Bequia kommen. Während einer sehr schönen siebenstündigen Fahrt, bei der wir sehr viele kleinere Inseln sehen konnten und ich das Gefühl hatte, jetzt erst richtig die Karibik kennenzulernen, war auch das erste “Lehrer-Handover” und Kapitänin Miriam, erster Offizier Niki, zweite Offizierin Christin und Bosun Johannes haben ihre Jobs erstaunlich gut gemacht.

Trotz einer starken Schräglage, die wir mittlerweile allerdings gewöhnt sind, kamen wir gut in den Tobago Cays an. Wir werden morgen nochmal den Ort wechseln und dann geht es schnorcheln!

Liebe Grüße, euer Basti

Vom Segeln und so…

Datum: 18.12.2018

Autorin: Lizzy

Position: Auf den Weg nach Tobago Keys – Mit Zwischenstopp auf Bequia
Nautische Position: 13° 06.9´N 61° 18.4´W
Etmal: 5366 Seemeilen

„Ladies and Gentleman, boys and girls! This was pretty amazing! Well done!“ tönt Bens Stimme aus den Lautsprechern. Christin und ich, die bis vor 10 min noch alleine auf dem Vordeck standen und keine Ahnung hatten, was zu tun war, schauen uns von port zu starboard glückwünschend an:

Eine Vorzeige-Wende… Gut, es gab vielleicht ein paar Probleme, wie zum Beispiel, dass mindestens fünf Leute vom Poopdeck zu uns rufen mussten: „Foresails leewards!“ bis wir das Kommando hörten oder dass wir wieder einmal die Seile vom Staysail und Inner Jib verwechselt haben. Trotz allem haben wir es geschafft. Der Wind kommt jetzt aus der anderen Richtung… (und zum Glück gibt es ja noch Pete und Eugenio von der „Permanent Crew“, die einem immer helfend zur Seite stehen).

Unser Ziel ist die Inselgruppe der Tobago Keys mit einem Zwischenstop auf St. Vincent. Dort soll unsere Köchin mit dem Motorboot an Land gefahren werden, um neue Vorräte einzukaufen und dort dann auch später wieder eingesammelt werden. Dies stellt sich jedoch als schwierig heraus, wie die Blue Watch, die diese Etappe unserer Inselhopping-Tour durch die Karibik übernimmt, heute feststellen muss.

Seit 04:00 Uhr morgens ist sie schon dabei, das Schiff zu manövrieren und bis zu der Windflaute hatte dies auch gut funktioniert. Schon St. Vincent in Sichtweite, flatterten die Segel und man freute sich schon über eine Spitzengeschwindigkeit von zwei Knoten. Mindestens vier Stunden ging es so voran, bis wir das Motorboot ins Wasser lassen konnten und nun vor der Küste verschiedene Segelmanöver trainieren…

Was es heißt, die Segel nach Lee zu bringen, was der Preventer macht und was es bedeutet, eine Wende zu segeln, wissen Christin und ich zwar nun, durch die Flaute haben wir jedoch Zeit verloren und werden so heute Abend wieder vor Bequia ankern. Was jedoch kein Problem ist… für das Abendprogramm ist schon gesorgt:

Mit Plätzchen, die heute mit allergrößter Liebe in der Galley gebacken wurden, Weihnachtsmusik und (Plastik-)Teelichtern werden wir uns auf das Deck setzen und die Beleuchtung von Bequia bei Nacht bewundern… jetzt fehlt nur noch der Christbaum, damit Weihnachten kommen kann (und vielleicht der Schnee).

PPS: 14. Today the advent calendar is dedicated to a wonderful girl who is always happy and thinks positively. Even when she had to deal a lot with seasickness, you always see her smiling or making music. During the watches she loves telling funny stories about here three brothers at home.

// She is a very brave girl – there is proof for that on her legs. Those huge purple bruises she got from her jump off the bowsprit. But she’s not only brave, she also is creative, funny, eloquent, opinionated and interested. She always sits with a straight back and she is very straightforward in general. When you go and visit her at home some time, make sure to say hello to one of the two small dolphins.

P.S.: von Elisa: HAPPY BIRTHDAY King Julian!