Ocean College

Reiseblog 18/19

About Saint Lucia

Date: 17.12.2018
Author: Nick
Position: Caribbean, Saint Lucia
Geographical Position: 13°50 N, 61°03 W
Etmal: 0 NM (total: 5300 NM)

Saint Lucia 🇱🇨
the beautiful rainforest that covers the whole island is GREEN
the ocean around the island shines in many different types of BLUE
the people are RICH of kindness and happiness
the beaches are POOR of plastic and garbage
on the streets you can hear LOUD music and laughter
at night there is the SILENT sound of waves and animals which are living in the forest

As you can read Saint Lucia is a beautiful island with a lot of contrasts. For me especially the underwater-world was very impressive. I was able to see hundreds of different fishes and corals in the crystal clear sea and when I looked up while diving sun beams would cut through the water and set everything in a beautiful golden light. Now I’m really looking forward to Tobago which is a hotspot for divers and maybe will even top Saint Lucia.

I wish all parents a wonderful Christmas time even without your children who are having a great time here in the Caribbean!

Unsere Spuren

Datum: 16.12.2018
Autorin: Theresa
Position: Karibik, St. Lucia
Geographische Position: 13°50 N, 61°03 W
Etmal: 70 NM (total: 5300 NM)

Jeder Mensch hinterlässt Spuren. Meist nur Fußspuren. Oder im schlimmsten Fall Plastikmüll. Heute, als ich mit Penelope, Nick, Nils, Poldi und Justus auf diesem großen Felsen saß, der von den Wellen in der Brandung umspült wurde, habe ich über Spuren nachgedacht.

Unsere Spuren. Die Spuren eines jeden einzelnen von uns. Fußspuren haben wir natürlich alle massig hinterlassen. Aber die zählen nicht. Ich denke an die, die bleiben. Die nicht verweht oder weggespült werden. Ich denke an Bequia, wo wir in den noch nicht harten Zement unsere Anfangsbuchstaben gezeichnet haben. Ich hoffe, keiner hat das bemerkt, bevor er getrocknet ist. Dann wären wir dort für die nächste Zeit verewigt.

Was wir auch hinterlassen haben, sind Eindrücke in den Köpfen der Menschen, die wir getroffen haben. Ich erinnere mich an die Jungs, die auf Santo Antao (Kapverden) mit uns Fußball gespielt haben und mit uns baden waren. Und obwohl sie nur portugiesisch gesprochen haben, was wir so gut wie nicht verstehen konnten, haben wir einen schönen Tag miteinander verbracht, an dem wir uns eben mit Händen und Füßen verständigt haben.

Ich frage mich, ob sie noch manchmal an uns denken. Oder die beiden Jungen von heute, die am Morgen extra zum Schiff geschwommen sind, weil sie es sich mal ansehen wollten. Wir haben ihnen alles gezeigt und als wir dann die Messe putzen mussten, haben die beiden uns sogar geholfen.

Ich denke, auch in deren Gedächtnissen haben wir Spuren hinterlassen, denn das haben sie auch in meinem. Ich hoffe, es werden noch viele dazukommen. In jeglicher Art und Weise – außer natürlich das mit dem Müll.

Dass die Strände von St. Lucia frei von Müll bleiben, ist den Einheimischen wohl echt wichtig. Wir haben an jeder Ecke Schilder gesehen, die darauf aufmerksam gemacht haben, als wir an den Strand geschwommen sind. Ja, wir sind vom Schiff aus an den Strand geschwommen, um dann nach einer Runde Schnorcheln in die Stadt zu gehen, um eine oder zwei Kugeln Eis zu essen und in Läden herumzustöbern. Viele von uns haben noch ihre Wichtelgeschenke für Weihnachten besorgt. Weihnachten auf Curaçao. Ich freue mich schon.

Bevor wir wieder zurückgeschwommen sind, haben wir uns mit ein paar gekühlten Drinks auf diesen Felsen in der Brandung gesetzt und den Sonnenuntergang bei rauschendem Meer genossen. Da saß ich also und habe über meine Spuren nachgedacht.

Liebe Grüße an Zuhause!

Eure Theresa

Das Schiff gehört uns!

Datum: 15.12.2018

Autor: Nils

Position: Zwischen Dominica und St.Lucia

Etmal: 52 NM (5230 NM)
Geographische Position: 14°47,4 N / 61°38,0 W

Da Poldi und ich gestern noch während unserer Ankerwache von 22:00-00:00 Uhr bis spät in die Nacht Knoten geübt haben, war ich heute morgen ziemlich geschafft und schlecht gelaunt. Dann wurde auch noch um 06:00 Uhr zum “All-Hands”, also “Alle Mann an Deck” gerufen, was dazu führte, dass ich den ganzen restlichen Tag auf einer Reserve von nur vier bis fünf Stunden Schlaf lief. 

Nachdem wir dann also unter Kommando des Handover Captains Poldi den Anker gelichtet und die Segel gesetzt hatten, konnte ich jetzt endlich frühstücken. Nach dem Frühstück verbreitete sich eine allgemeine Trägheitsstimmung an Bord aus und nur wenige hatten wirklich etwas zu tun. Währenddessen wurden Bücher gelesen, Briefe geschrieben und Schlaf nachgeholt. Doch da dieser ganze Tag ein Handover war und nicht alles nach Plan lief, waren stets Personen auf Standby gesucht. 

Als ich zum Nachmittag meine eigene Wache antrat, war der Wind stärker geworden und wir machten mit einer Schräglage von rund 20° nach Steuerbord gut 8kn Fahrt, was allgemeinen Enthusiasmus auf der Wache auslöste. Als der Wind aber dann zu stark und die Schräglage mehr wurde, begannen wir alle Segel runter zu nehmen, wobei sich beim T-Gallant ein Problem auftat, weshalb einer der Bosunsmates, Eugenio, geweckt wurde. Dieser kletterte mutig auf besagtes Segel und schnitt es los. Erst kurze Zeit später fanden wir heraus, dass er das falsche Seil losgeschnitten hatte, was bei der Schräglage für einiges an Aufregung sorgte. 

Als nach langer Tortur dann alle Segel runtergenommen waren und wir nur noch durch Motoren vorwärts kamen, ließ unser lieber 1. Mate Michael verlauten, dass doch bitte Spanker, Foregaff und Forestaysail wieder gesetzt werden sollen. Gut zwei Stunden später wurde meine Watch dann für das nächste Frühstück abgelöst. Aber das gehört ja schon nicht mehr zu meinem Tagesbericht. Kurz vor meiner Tageswache hatte ich mich dann noch mit Poldi über das Handover und sein Empfinden darüber unterhalten und ich muss sagen: Die Aussichten auf wenig Schlaf und viel Stress lassen mich nicht wirklich sehnsüchtig auf dieses Event blicken. 

Aber ich werde mich dennoch der Herausforderung stellen und ich hoffe, ich werde viel aus dieser Erfahrung mitnehmen. Abschließend lässt sich zum Tag sagen, dass ich mit Blasen an den Händen und schlafverschlossenen Augen definitiv davon überzeugt bin, dass das keineswegs ein toller Tag war. 

Aber!!! Spoiler Alert!!! Der nächste Tag wurde nur umso schöner.

P.S.: Viele Grüße an meine Familie: Ich liebe Euch sehr und wünsche euch schöne Vorweihnachtstage!!!