Ocean College

Reiseblog 18/19

Ein Ameisenalarm, ein Wasserfall, ein Fluss und viele Früchte

Datum: 14.12.2018
Autor: Leopold
Position: Karibik, Dominica, Portsmouth
Geographische Position: 15°34´495 N 61°27´785 W
Etmal: 0 NM (total: 5178 Nm)

Der Tag begann um 07:00 Uhr, als ,,Last Christmas“ und dazu Anouschs Gesang durch die Lautsprecheranlage dröhnte. Jetzt wusste jeder: Weihnachten ist an Bord der Pelican angekommen! Den Gesang mussten wir uns das ganze Frühstück über anhören, bis Niki uns mit einen Crewmeeting erlöste.

Dort erfuhren wir, wie unser weiterer Tag aussehen würde und wir freuten uns schon alle auf das kommende Programm. Doch bevor es an Land ging, stand noch Putzen an. Trotz aller Präventionsmaßnahmen sind Ameisen in Kabine 10 aufgetaucht und so stand ein gründlicher Putz an. Wir mussten alle Schubladen, Fächer und Boxen leeren, putzen und wieder einräumen. Der ganze Korridor war mit Rücksäcken, Schachteln und Kleidung vollgestellt und nahezu unpassierbar. Doch nach zwei strapazierenden Stunden standen wir stolz in unseren Zimmern, die seit Dublin nicht mehr so sauber waren.

Daraufhin bekamen Tabea und Robi als Chief Officer und ich als Captain der Red Watch noch ein Briefing von Anousch und Michael zur morgigen Schiffsübergabe. Danach ging es dann auch schon an Land. Nachdem die gesamte Gruppe dort angekommen war, wurden wir in Kleinbusse gequetscht und nahmen die holprige Fahrt Richtung Syndicate Falls an. Unser Fahrer fuhr uns über eine schmale Bergstraße zu einer Abzweigung, wo Nils und ich die Zeit nutzten, um auf den anderen Bus zu warten und um die Obstplantagen nach etwas Essbarem zu durchforsten.

Als dann auch der andere Bus zu uns gestoßen war, ging es auf zu der halbstündigen Wanderung, die aber bei uns länger gedauert hat, da unser Guide uns alle möglichen Früchte gepflückt hat. So hatten wir die Möglichkeit, Grapefruits, Papayas und Mandarinen zu verkosten, welche natürlich viel besser schmecken, wenn man sie frisch gepflückt und im Dschungel isst.

Nach einigen Flussüberquerungen und schlammigen Wegen kamen wir alle tropfnass und von Schlamm überzogen bei den Syndicate Falls an. Der Anblick überwältigte uns. Wir sahen einen ca. 30m hohen Wasserfall, mitten im Dschungel, von Bäumen und Grün umgeben.
Die Gelegenheit wurde natürlich genutzt und ein paar Minuten später sah man die ganze Gruppe in dem Becken schwimmen.

Es war eine spektakuläre Erfrischung: Die Wassermassen ragten über uns empor und man konnte sich vor lauter Wasser kaum verständigen. Auch hinter dem Wasserfall war einiges los. Justus und Niklas hatten dort eine heiße Quelle entdeckt und so machte ich mich umgehend durch die erdrückenden Wassermassen hindurch dorthin auf. Aber dann ging es auch schon wieder zurück.

Wir hatten ja heute noch einiges vor. Auch auf dem Weg zurück haben wir uns noch an allen möglichen Früchten bedient: Es fanden sich Kürbis, Piri-Piri und Ingwer für die Küche. Auch die Rückfahrt war holprig und natürlich wurde, wie immer und überall ein Rennen daraus gemacht, wer schneller wieder am Hafen ist.

Dort angekommen ging es aber auch schon gleich weiter auf kleine Ruderboote, um den Indian River zu erkunden. Der Indian River ist ein Naturreservat, das auch aus einer Sumpflandschaft besteht und sich weitläufig ins Landesinnere erstreckt. Auf der Tour bekamen wir Echsen und Vögel, aber besonders die atemberaubende Landschaft zu sehen. Der Flusslauf war wirklich einer der schönsten und friedlichsten Orte, die man je in seinen Leben sehen kann.

Nach einer Stunde kam jedoch eine Überraschung. Eine kleine Abzweigung des Flusslaufes führte zu einem Steg und als wir anlegten, tat sich dahinter eine ,,Bush Bar“ auf. Versteckt im tiefsten Dschungel genossen wir nun einen frischen Drink, der auf OceanCollege ging.

Kein Wunder, dass der Indian River eine Setlocation für „Fluch der Karibik“ war. Die Rückfahrt ging deutlich schneller und wurde, wer hätte es gedacht, zu einem Rennen.  

Ein weiteres Highlight des heutigen Tages war das Barbecue zum Abendessen. Thierry hatte wieder einmal der Grill angeschmissen und es gab köstliche Burger und Steaks und dazu Colesaw. Die friedliche Stimmung wurde wieder einmal durch den, für BBQ-Abende obligatorischen, Feueralarm unterbrochen, aber das war ja alles nichts Neues und es handelte sich um einen Fehlalarm.

Ich habe mich heute in diese wunderschöne Insel verliebt und hoffe, dass ich bald zurückkommen kann.

Viele Grüße
Poldi

P.S.: Alles Gute Marli, feier schön

Silent Night – Holy Ben

Datum: 13.12.2018
Author: Ricarda
Position: Carribbean, Dominica, Portsmouth
Geographical Position: 15°34´495 N 61°27´785 W
Etmal: 175 NM (total: 5178 Nm)

Today is the 13th of December, the official start of Christmas season on board the Pelican of London. It is also our captain‘s birthday and to make him feel more special we weren‘t supposed to decorate or sing Christmas songs until today. But Ben‘s orders left some room for interpretation, which is why – of course – Anousch had the lovely idea to decorate the whole mess with christmas stuff, like setting up a fake christmas tree, during the night watch.

However, since the Air Condition was broken, it felt more like mid-summer than Christmas time. We slept with open doors for most of the night and it still felt like being in a sauna.

At midnight a group of students sang Happy Birthday for Ben. The rest of the night went quite silent. After a normal breakfast with porridge, the handover of white watch continued. While our white watch kept us safe under their command we had a medical safety drill. They taught us how to keep someone safe that has several wounds while we were only allowed to use everyday stuff instead of medical equipment.

The casualties were (editor’s note: bravely) played by our teachers. Our watch had to save Miriam from the starboard dog kennel, where she had stabbed her leg with a screw driver and broken her neck during the fall. (Editor’s note: She is physically fine and currently recovering from the mental trauma.)

Then, finally, in the afternoon we arrived in Dominica. After a fast deep clean we went ashore and had some free time. While Ronja, Tabea and I went swimming, some others just went to the supermarket as fast as possible to buy peanutbutter.

When we returned to the ship we started celebrating Ben’s birthday. Our cook had made delicious Lasagne and we surprised Ben with a self-designed T-shirt and a special Christmas song. These are the lyrics:

Silent Night- Holy Ben

Telling us jokes, explaining us ropes,
Singing and dancing, you teach us a lot,
How to set sails and how to steer,
For those who need help you have a big ear,
You are the Pelican‘s king,
Thank you for everything!

Silent night, holy night,
All is calm, all is bright,
Round you virgin mother and child
Holy infant, so tender and mild Sleep in heavenly peace,
Sleep in heavenly peace.

Happy birthday, have a great day,
We all love you, you are the best.
Best captain that we‘ve ever had,
Always funny and never mad,
You‘ve got a big ego, too,
Happy birthday to you.

The evening ended with a special movie night: We all sat on the poop deck while Pirates of the Caribbean 3 was projected onto the course (sail).

P.S.: I miss my lovely Family and best friends Oda, Lillie and Kara. Tati

P.P.S.: This goes to the Pelican‘s Rapunzel! She is a lovely, funny and beautiful girl. Her prince at the Mid Atlantic Ball must also have liked her a lot so that he gave her the cutest present anyone could think of. That’s why many of us copied his great idea and made theirselves some necklaces, too! // She is a strong, independent woman who also fights for equality in discussions for example. Although she already had beautiful hair, she tried something new which is typical for the Caribbean and just looks awesome. Besides that, she is a very polite and intelligent person who always tries to help others.

P.P.S.: Yes, it was Theresa‘s and Marcel‘s turn yesterday 😉

Alle an Deck – die White Watch übernimmt das Kommando

Datum: 12.12.2018
Autor: Rene
Position: Karibik, Kingstown/ Saint Vincent
Geographische Position:  13°12 N, 61°19 W
Etmal: 0 NM (total: 5003 NM)

Mein Tag begann heute um 06:00 Uhr mit der allgemeinen Durchsage: ALL HANDS ON DECK! Da ich am Tag davor bis Mitternacht Ankerwache hatte, war ich dementsprechend ziemlich müde, aber da wir jetzt losfahren und dafür so gut wie alle Segel setzen wollten, mussten wir alle mithelfen.

Nachdem wir etwa eine Stunde Seile gezogen hatten, schafften wir es unter Segel, ohne auch nur einmal den Motor anzumachen, aus dem Hafen, Richtung Saint Vincent. Danach legte ich mich noch einmal für ungefähr zwei Stunden in meine Koje, um etwas Schlaf nachzuholen. Später weckte mich Christians Stimme über die Schiffslautsprecher – schon wieder mit „All hands on deck“! Dieses Mal setzten wir keine Segel, sondern nahmen sie wieder runter, weil wir uns jetzt Kingstown näherten.

Das bedeutete, wir machten alles wieder rückgängig, was wir zuvor hochgezogen hatten. Wie schön! Als wir später fertig waren, ging ich wieder schlafen, um eine halbe Stunde später dann wieder von der Stimme Christians geweckt zu werden. Dieses Mal war sie nur viel lauter und schrie direkt in mein Ohr: “RENE, AUFSTEHEN!” (@Christian: danke dafür…nicht!).

Der Grund für dieses liebevolle Wecken war, dass die White Watch das erste Handover übernahm. Das bedeutet, dass wir die Positionen der Crew übernehmen und uns selbst darum kümmern, wie wir nach Dominica kommen, welche Segel wir wie setzen und wie wir das Ganze organisieren. In unserem Team teile ich mir mit Helena zusammen den Posten des zweiten Offiziers / der zweiten Offizierin und heute habe ich mir von Anousch beibringen lassen, wie man eine Route plant und was man machen muss, um sie durchzuführen.

Als die Einkäufe in Kingstown, Saint Vincent erledigt und wir mit der Planung der Route nach Dominica fertig waren, setzten wir die meisten Segel und starteten auf der von mir und Helena geplanten Strecke, die hoffentlich auch so funktioniert wie sie soll. Nachdem ich die Runde Schere-Stein-Papier gegen Helena verlor, musste ich, wie alle anderen auch, noch einmal bei den Segeln mithelfen (uff!), während sie aus dem Hafen navigieren durfte.

Nach der Abfahrt und kurz bevor es Abendessen gab, übernahm die White Watch die Wache der Blue Watch, damit sie essen gehen konnte. Weil wir bei dem Handover die A- und B Watches machen müssen, musste ich so früh wie möglich ins Bett. Ansonsten hätten mir weitere vier Stunden Schlaf bei der 00:00 – 04:00 Uhr Wache gefehlt.

Während dieser Wache haben wir so gut wie möglich versucht auf Kurs zu bleiben. Das ist zwar an sich keine Änderung, aber man hat eine ganz andere Perspektive auf das Steuern, wenn man sich selbst um den Kurs kümmern muss. Da morgen Bens Geburtstag ist und die Vorweihnachtszeit anfangen kann, dekorierten wir auch die Messe mit einer seltsamen Mischung aus Geburtstag und Weihnachten.

P.S.: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Opa! Ich hoffe, du hattest einen schönen Tag mit dem Rest der Familie. Ich vermisse dich (zumindest manchmal😝) ❤️❤️❤️❤️ Kira 

P.P.S.: Alles Gute zum Geburtstag, Papa! Dein Nick 

P.P.P.S.: Did you know? It was Tati yesterday. Who could open the calendar today? „This goes to a very talented girl. She is not only good with instruments but also a hard rival to beat when it comes to playing cards. Another talent of hers is to draw and arts in general which is why she even made a total eyecatcher out of the t-Shirt that ended up in the lost-and-found-box with no one seeing its potential except for her. // He brushes his teeth every morning on the weather deck and always looks like he hasn’t slept for a long time. He is open minded and always likes to help others. On his head you‘ll always find a white cap with Japanese signs on it. He is a good roommate because he takes care about the needs of others.“