Ocean College

Reiseblog 18/19

Pelican im Segelmodus

Datum: 20.10.18

Autor: Sebastian

Position: Biscaya

Geographische Position: 45°57.969‘N, 8°41.069‘W

Mein Tag begann heute mit einer Nachtwache, welche doch recht kalt war. Um sich nicht ganz auf die Kälte zu konzentrieren und vor allem nicht wieder in den Tiefschlaf zu fallen, wechseln wir uns bei den Wachen jede halbe Stunde mit unseren Aufgaben ab. So rotierten wir beispielsweise von der Position „wheelman“ (Steuermann bzw. -frau) zum „Lookout Port oder Starboard“ (Ausschauhalten auf Back- oder Steuerboardseite) oder hielten wichtige Daten im Logbuch fest (u.a. die nautische Position, Windstärke, Außentemperatur, Wellenhöhe). Zwischendurch gibt es auch Lehreinheiten von Anoush, unserer zweiten Offizierin. In dieser Nacht hat sie uns mit Wissen über das magnetische Feld der Erde gefüttert, das Lesen eines Kompasses erklärt und die Unterschiede bei den Kursbestimmungen deutlich gemacht.

Die Tageswache lief dann ein wenig entspannter ab. Auf dem Lernprogramm standen lediglich Positions- und Erkennungslichter. Zudem ließen sich ein paar Wale aus der Ferne beobachten.

Als blinde Passagiere haben sich zwei kleine Vögel an Bord verirrt. Ihre Herkunft ist unbekannt, aber bei der Namensgebung waren wir uns sehr sicher: Charly und Chaplin.

Mittlerweile können wir auch komplett auf den Motor verzichten, was eine sehr schöne Sache ist. Es macht nochmal mehr Spaß, sich nur mit der Kraft des Windes unter gehissten Segeln fortzubewegen. Allerdings macht es das Steuern um einiges schwerer, da das Schiff in andere Richtungen abdriftet, als man gerne möchte.

Unsere Köchin kocht sehr gut, was wesentlich die Stimmung an Bord befördert; selbst wenn immer noch ab und zu ein paar Leute mit dem Wellengang Probleme haben und über der Reling hängen. Im Großen und Ganzen war der Tag sehr schön und trotz vieler Wolken durchaus erfolg- und lehrreich. Und man merkt: es wird jeden Tag ein bisschen wärmer.


Between pans and pots

Date: 19.10.18

Author: Lizzy

Position: somewhere in bay biscay

Nautical Position: 47´57.804N 8´22.253W


I was a bit jealous when I heard the reports of my watch‘s last nightwatch. The other watch members painted a surreal picture: Dolphins followed the ship for a long while, riding the waves, leaving trails of green lights in the water. The stars were reflected in the dark waters, shining lights that completed that carpet of glitter.

But, as hinted above, I wasn’t there when that happened. The reason: I was on galley duty today. That means you have to help the cook in the galley (= kitchen) all day and therefore get to sleep through the night. I think everybody can imagine that it is hard to cook for 42 people, but I never would have thought that it is that hard. After cutting nearly 5000 beans and peeling 15 onions (happy to have shower day today!), Justus, who was also on galley duty, and I realised that the job of the cook is probably one of the hardest on the ship. But we still had fun causing heaps of chaos trying to turn the vegetables by throwing and catching them with the pan. Or trying to bake a cake while staggering from one end of the galley to the other, being thrown off course with every wave. Believe me, there was not only flour in that cake…

But fortunately we have our wonderful cook, who manages all of this stuff. Even after we had washed up the last dirty dishes of the day (on board we have – who would have thought that – no dishwasher) she was still busy decorating the birthday cake for Renes Birthday Party this evening… In this moment I felt the highest respect for her.

P.s.: Sorry for reporting that late, I was too tired to write anything down on this day.

Landgang Wexford

Datum: 18.10.18

Autor: Felix

Position: Wexford

Nautische Position: 51‘51.786N 6‘28.993W


Liebes Tagebuch,

heute ist der zweite Tag unseres ungeplanten Aufenthalts in Rosslare, welchen wir nutzten, um einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Wexford zu machen. Gerüstet mit Rucksäcken und liebevoll vorbereiteten Lunchpaketen trafen wir uns um „zero-eight-hundred“ (8 Uhr) auf dem Wetterdeck der Pelican und bestiegen unser teilweise recht wackeliges Schlauchboot. Nach einer für einige nassen Fahrt in den Hafen von Rosslare ging es weiter ist dem Bus nach Wexford. Den historischen Kern dieses 20.000-Seelen-Ortes erkundeten wir erst gemeinsam und dann in getrennten kleineren Gruppen. Die Regel ist, dass pro Gruppe mindestens drei Schüler_innen zusammen sein sollen. Meine Gruppe und ich schlenderten durch sehr schöne Straßen und Ecken von Wexford. Nebenbei machten wir letzte Besorgungen vor unserer Überfahrt nach Vigo. So landeten neben diversen Süßigkeiten und Keksen auch Dinge wie Handwärmer, Taschentücher oder auch Socken im Einkaufskorb.

Der gemütliche Aufenthalt in diesem irischen Städtchen endete mit einer problemlosen Rückfahrt zur Pelican, welche nun nicht mehr vor Anker lag, sondern im Hafen von Rosslare lag. Das Problem mit dem Netz konnte behoben werden! 🙂 Schon eine Stunde nach unserer Ankunft stachen wir wieder in See mit dem „all hands“-Kommando. Später haben wir die Pelican dann wieder nach Wachsystem gesteuert und Ausschau sowohl auf Back als auch auf Steuerbordseite übernommen. Meine Wache von 16 bis 20 Uhr war gefüllt mit dem Hissen des „Spankers“, des „Jibs“, des „Fore Staysail“ und des „Gaff Foresails“, die uns mit dem Wind in Richtung Vigo bringen sollen.

Für den Tagesbericht konnte ich mich nun kurz der Wache entziehen. Allerdings verpasse ich gerade womöglich Sterne und Delfine. Aber morgen ist ein neuer Tag zum Bewundern!