Coming Home!

Schiff: Johann Smidt
Datum: 16.04.2026
Position: Auf dem Weg nach Sheveningen
Geografische Position: 49°59,9’N001°44,4’W
Etmal: 16 SM

Immer weiter geht unser Abenteuer zu Ende und jetzt sind auch schon unsere letzten drei Tage angebrochen. Wir sind an einem Punkt, den wir uns vor einem halben Jahr nicht mal vorstellen konnten und die meisten von uns können es jetzt immer noch nicht.

Das Ende fühlt sich immer noch so fern an und doch ist es so nah. Gemeinsam haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die letzten Tage in vollen Zügen zu genießen, denn wie wir alle auf der Reise gelernt haben, ist Zeit wertvoll und Erinnerungen kostbar.

Auch die Seekarte zeigt uns, dass wir auf dem Rückweg sind, denn immer wieder kreuzen wir unseren Weg, den wir am Anfang gefahren sind. Die selben Koordinaten, nur sechs Monate Unterschied.

Anstatt dass jetzt alles neu ist, ist es alles gewohnt und unser Alltag geworden, kaum zu glauben, das dass jetzt bald vorbei ist. Es fühlt sich falsch an, nach Hause zu fahren, obwohl wir doch eigentlich zuhause sind? Wir haben viel überlegt, was unsere Highlights waren und was wir am meisten vermissen. Deshalb habe ich das hier etwas für euch zusammen gefasst.

Gerne zurück erinnern wir uns an:

•⁠ ⁠die Nachtwachen mit Rave auf dem Achterdeck
•⁠ ⁠Das typische Johnny Brot (egal ob verschimmelt oder nicht durch)
•⁠ ⁠Den Krampf, Ölzeug anzuziehen bei hohen Wellengang
•⁠ ⁠Unseren ersten Sturm im Ärmelkanal
•⁠ ⁠Essen aus Kisten
•⁠ ⁠Die verschiedenen Weckmethoden
•⁠ ⁠Die komischen und unnützen Manöver
•⁠ ⁠Backschaft
•⁠ ⁠Fliegendes Essen
•⁠ ⁠Nasse Betten und tropfende Decken im Regenwald (Prinzessinenschlösschen)
•⁠ ⁠Reinschiff
•⁠ ⁠Ritzen Kratzen mit Urs
•⁠ ⁠Weihnachten auf Bequia
•⁠ ⁠Die Landstopps
•⁠ ⁠Land sehen nach drei Wochen Atlantik Überquerung
•⁠ ⁠Kein Zucker, Öl, Butter, Mehl… mehr zu haben
•⁠ ⁠Mit Einheimischen kommunizieren
•⁠ ⁠Ohne Handy klarkommen
•⁠ ⁠Carlos Truck
•⁠ ⁠Trampen in Costa Rica
•⁠ ⁠Surfen in Marokko
•⁠ ⁠Krabbelviecher im Essen
•⁠ ⁠Notstopp auf den Bahamas
•⁠ ⁠Sicherheitsübungen
•⁠ ⁠Nächtliche Pokerrunden
•⁠ ⁠Doppelkopf Duelle
•⁠ ⁠Im Seegarten sein
•⁠ ⁠Das große Kotzen
•⁠ ⁠DIE Krankheit (Fläckchenkrankheit)
•⁠ ⁠Badestopp
•⁠ ⁠Die verschiedenen Crews
•⁠ ⁠Verrückte Ideen wärend Free Shore Leave
•⁠ ⁠Delfine
•⁠ ⁠Whale-Watching
•⁠ ⁠Kombüsenparty
•⁠ ⁠Spieleabende
•⁠ ⁠Filmabend
•⁠ ⁠Pamir gedenken
•⁠ ⁠Zelten auf einsamer Insel
•⁠ ⁠Schiffsübergabe
•⁠ ⁠Als all unsere Segel gerissen sind
•⁠ ⁠Alfred unser Vogel
•⁠ ⁠Dingi Fahrstunden
•⁠ ⁠Lecker und nicht lecker essen
•⁠ ⁠Wenn mit Schokolade oder Vomex gedealt wurde
•⁠ ⁠Schlaflose Nächte
•⁠ ⁠Deeptalks
•⁠ ⁠Hund in Marokko
•⁠ ⁠Umziehen zwischen Kojen
•⁠ ⁠Stundenlanges Rudergehen
•⁠ ⁠Kriesenschüliversammlungen
•⁠ ⁠Tanzen auf dem Vordeck und der Pier
•⁠ ⁠Das Bild in Horta
•⁠ ⁠Stromausfall an Weihnachten

Nicht vermissen werden wir:

  • Mitten in der Nacht geweckt werden
  • schlechtes Wetter
  • Seelkrankheit
  • All Hands
  • Backschaft
  • Sturm
  • Rein Schiff
    •⁠ ⁠Nachts nicht schlafen können wegen Wellengang
    •⁠ ⁠Enge Kojen
    •⁠ ⁠Tiere im Essen
    •⁠ ⁠Immer alles festhalten zu müssen
    •⁠ ⁠Schiefgegangene Manöver
    •⁠ ⁠Anstehen, um auf Klo zu gehen
    •⁠ ⁠Essen aus Kisten
  • Das werden wir vermissen:
    •⁠ ⁠Nächtliche Müslirunden
    •⁠ ⁠Deep Talks
  • Verrückte Ideen und Free Schore leaves
    •⁠ ⁠Gemeinschaftsantenne
    •⁠ ⁠Landstopps
    •⁠ ⁠Das Leben an Bord (wenn das Wetter gut ist)
    •⁠ ⁠Wache mit Musik
    •⁠ ⁠In der Sonne auf dem Vordeck liegen
    •⁠ ⁠Mit 27 anderen dauernd zusammen zu leben.
    •⁠ ⁠Kein normales Leben zu haben
    •⁠ ⁠So entspannten Unterricht im vergleich zu Zuhause
    •⁠ ⁠Die Gemeinschaft
    •⁠ ⁠Dokorunden
    •⁠ ⁠Privatlehrer
    •⁠ ⁠Zusammensitzen in der Messe/ einen Gemeinschaftsraum zu haben.
    •⁠ ⁠Alpenmüsli

Auf das freuen wir uns am meisten:

•⁠ ⁠Freunde und Familie
•⁠ ⁠Ein eigenes Bett und Zimmer
•⁠ ⁠Normaler Schlafrythmus
•⁠ ⁠Essen ohne Tiere
•⁠ ⁠Keine Elephantenhaut mehr
•⁠ ⁠Nicht mehr für 37 Leute kochen
•⁠ ⁠Hobbys
•⁠ ⁠Alles was kommt
•⁠ ⁠Alumnitreffen

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Dadurch, dass uns nur noch so wenig Zeit bleibt, gibt es nun auch viele letzte Male, die wir so richtig genießen müssen, denn wir alle wissen, dass die niemals zurück kommen.

Wir gehen stundenlang Ruder,die letzten Backschaften stehen an und auch unser großes Reinschiff ist im Gange. Tagtäglich gibt es einen Moment, von dem wir wissen, dass es der letzte dieser Art ist. Diese Gedanken machen uns zwar unfassbar traurig, doch wissen wir auch, dass zuhause unsere Familien und Freunde warten.

Denn für die ist das halbe Jahr wahrscheinlich im Schneckentempo vergangen… Ich glaube, wir alle würden am liebsten an Scheveningen vorbei segeln und einfach nochmal alles erleben und doch sind wir unfassbar dankbar für das, was wir erlebt haben, nur fühlt es sich einfach nicht an wie ein halbes Jahr.

Nun heißt es Abschied nehmen. Abschied nehmen von dem, was das letzte Jahr unser Zuhause war, von denen, mit denen wir Abenteuer geschrieben haben und von dem, was uns gegeben wurde.

Doch wie man so schön sagt: Abschied heißt, was Neues kommt. Zuhause werden wir zwar alle wieder unterschiedliche Wege gehen, doch werden wir uns bestimmt irgendwann wiedersehen z.b. beim Alumnitreffen.

So viel zu unserem kleinen Rückblick, da es für euch an Land bestimmt auch interessant ist, was heute passiert ist, dazu jetzt auch noch was. Den gestrigen Abend über haben wir gefeiert, nicht nur unseren letzten Tag an Land, sondern auch in Birtes Geburtstag rein: HAPPY BIRTHDAY 🎁❤️😘 an der Stelle…

Von daher waren wir alle entsprechend müde am Morgen, doch da ein ,,normaler“ Tag auf uns wartete, gab es schon Frühstück um 07:30. Direkt im Anschluss bereiteten wir alles für unser letztes Auslaufen vor und um 09:45 hieß es dann auch schon Leinen Los!

Nachdem wir durch die Brücke waren, durften wir ,,feiern“, wir verabschiedeten uns von Cherbourg mit „Home“ von Dotan, was ein emotional trauriger Moment war.

Wir winkten den letzten Schiffen und stellten fest, das es wirklich wahr ist, das wir nie wieder in dieser Konstellation auslaufen werden. Nachdem wir den letzen Schiffen zu gewunken hatten, setzten wir Segel, um direkten Kurs nach Hause und Scheveningen zu nehmen.

In diesem Sinne, bis in drei Tagen in Scheveningen.

Kleiner Tip: Bereitet euch mental schon einmal darauf vor, das ihr andere Kinder wieder bekommt als ihr sie abgegeben habt. Es besteht auch eine potenzielle Gefahr auf eine Nachtaktivität.

P.S.: Das war mein letzter Tagesbericht, unglaublich!

Eure Johnny Crew

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