Ocean College

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Das letzte Mal Land in Sicht

Date: 23.November 2019
Autor: Max
Position: Tarafal, Santa Antao
Geografical Position: 23° 48,6 N/ 19° 20.5 W
Etmal: 167nm

Ben am Mast

Das nächste Krankenhaus wird 1000 Meilen weit weg sein! Mit diesen Worten begrüßte uns Captain Ben der zweite (mittlerweile haben die Kapitäne getauscht) uns an diesem Morgen beim Meeting.

Im Anschluss daran erklärte er uns die Gefahren und Freuden eines „Ocean Crossings“, wie eben die Abgeschiedenheit von Infrastruktur oder aber auch, dass es eine „once in a lifetime experience“ wird.

Insgesamt müssen wir von der westlichsten kapverdischen Insel namens Santa Antao bis zu unserem Ankunftsort St. Lucia in der Karibik 2100 Seemeilen zurücklegen, das wird zwischen 10 und 17 Tage dauern, je nach Windstärke und -richtung.

In der Mitte der Reise, also nach 1050 Meilen, werden wir eine midatlantik-Feier machen, wo wir tanzen und auch ein bisschen entspannen. Diese Feier ist eine jahrhundertealte Tradition, die viele Segler in dieser oder ähnlicher Weise auch schon praktiziert haben.

Bei der Gelegenheit werden auch die A- und B watches getauscht und Ben meinte, das wir die Reise so in zwei Hälften teilen.

Vorbereitungen für die große Fahrt

Kurz darauf holte uns die 1. Offizierin (Tamsin) aufs Welldeck und gab uns noch eine Einweisung in das Equipment, das man in einer Rettungsinsel findet.

Und das ist wirklich eine Menge!

Unter anderem findet sich dort viel Radar-Zeugs, mit dem man auf sich aufmerksam machen kann, wenn der Notfall eintrifft und man in einem Rettungsboot sitzt.

Außerdem befindet sich dort eine Angelleine zum Fischen und natürlich Notfall-Wasser und Notfall-Essensrationen.

Diese durften wir probieren und sie haben niemandem bis auf Phil geschmeckt und so hat er sich ALLE restlichen eingesteckt.

Für den Notfall sind wir jetzt also bestens ausgestattet.

Pelican of London auf offener See

Und dann ging es los!

Um 9:30 Uhr legten wir auch schon ab und ließen das letzte Stück Land für zwei Wochen hinter uns.

Als ich dann um 12:30 meine Watch begann, war die Insel Santa Antao und damit auch Afrika schon im Dunst verschwunden.

Als wir dann mit einem steten West/Nordwestkurs in Richtung neue Welt segelten, fiel mir erst auf, wo wir waren. Nördlich von uns befand sich nur der Atlantik und dann Grönland, südlich von uns lag ebenfalls nur Wasser und dann irgendwann die Antarkis.

Es war ein tolles Gefühl, komplett frei woanders hinzufahren. Und irgendwie auch komisch, dass wir erst in ca. zwei Wochen wieder Land sehen werden.

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