Ocean College

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Das Schiff gehört uns!

Datum: 15.12.2018

Autor: Nils

Position: Zwischen Dominica und St.Lucia

Etmal: 52 NM (5230 NM)
Geographische Position: 14°47,4 N / 61°38,0 W

Da Poldi und ich gestern noch während unserer Ankerwache von 22:00-00:00 Uhr bis spät in die Nacht Knoten geübt haben, war ich heute morgen ziemlich geschafft und schlecht gelaunt. Dann wurde auch noch um 06:00 Uhr zum “All-Hands”, also “Alle Mann an Deck” gerufen, was dazu führte, dass ich den ganzen restlichen Tag auf einer Reserve von nur vier bis fünf Stunden Schlaf lief. 

Nachdem wir dann also unter Kommando des Handover Captains Poldi den Anker gelichtet und die Segel gesetzt hatten, konnte ich jetzt endlich frühstücken. Nach dem Frühstück verbreitete sich eine allgemeine Trägheitsstimmung an Bord aus und nur wenige hatten wirklich etwas zu tun. Währenddessen wurden Bücher gelesen, Briefe geschrieben und Schlaf nachgeholt. Doch da dieser ganze Tag ein Handover war und nicht alles nach Plan lief, waren stets Personen auf Standby gesucht. 

Als ich zum Nachmittag meine eigene Wache antrat, war der Wind stärker geworden und wir machten mit einer Schräglage von rund 20° nach Steuerbord gut 8kn Fahrt, was allgemeinen Enthusiasmus auf der Wache auslöste. Als der Wind aber dann zu stark und die Schräglage mehr wurde, begannen wir alle Segel runter zu nehmen, wobei sich beim T-Gallant ein Problem auftat, weshalb einer der Bosunsmates, Eugenio, geweckt wurde. Dieser kletterte mutig auf besagtes Segel und schnitt es los. Erst kurze Zeit später fanden wir heraus, dass er das falsche Seil losgeschnitten hatte, was bei der Schräglage für einiges an Aufregung sorgte. 

Als nach langer Tortur dann alle Segel runtergenommen waren und wir nur noch durch Motoren vorwärts kamen, ließ unser lieber 1. Mate Michael verlauten, dass doch bitte Spanker, Foregaff und Forestaysail wieder gesetzt werden sollen. Gut zwei Stunden später wurde meine Watch dann für das nächste Frühstück abgelöst. Aber das gehört ja schon nicht mehr zu meinem Tagesbericht. Kurz vor meiner Tageswache hatte ich mich dann noch mit Poldi über das Handover und sein Empfinden darüber unterhalten und ich muss sagen: Die Aussichten auf wenig Schlaf und viel Stress lassen mich nicht wirklich sehnsüchtig auf dieses Event blicken. 

Aber ich werde mich dennoch der Herausforderung stellen und ich hoffe, ich werde viel aus dieser Erfahrung mitnehmen. Abschließend lässt sich zum Tag sagen, dass ich mit Blasen an den Händen und schlafverschlossenen Augen definitiv davon überzeugt bin, dass das keineswegs ein toller Tag war. 

Aber!!! Spoiler Alert!!! Der nächste Tag wurde nur umso schöner.

P.S.: Viele Grüße an meine Familie: Ich liebe Euch sehr und wünsche euch schöne Vorweihnachtstage!!!

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