Ocean College

From the Blog

Der wahrscheinlich leckerste Tag auf der Kaffeefarm

Date: 29.1.2019
Autor: Sinan
Position: Coffee Farm Don Elí, San Marcos de Tarrazú, Costa Rica

Heute morgen dachte ich erst mal, dass ich in meinem Bett zuhause in Ratingen liege, aber nein, ich lag in Costa Rica auf einer Kaffeefarm in einem stickigen Zelt. Noch dazu auf einer Isomatte, an der das Ventil doch nicht geschlossen war, so dass ich die ganze Nacht auf dem steinigen Boden geschlafen habe (beste Leben). Also erstmal Robert wecken, aufstehen, anziehen & hoch zum Frühstück, welches wie immer aus Porridge, einigen süßen Früchten und Tortillas bestand.

Da ich gerne Kaffee trinke, hat es mich überrascht, dass man trotz des dort angebauten, getrockneten und gerösteten Speciality Coffee den schlechten Industriekaffee trinkt. Auch unser Kaffeeexperte von der Berlin School of Coffee, Joachim, findet den Kaffee nicht ansprechend. Die costaricanischen Bauern verdienen ihren Lebensunterhalt mit Kaffee, daher wird auf eine Tasse Speciality Coffee gerne verzichtet, da der Industriekaffee billiger ist.

Dann fing auch schon die Kaffeeschule an, in der es um die Wirtschaft und die vielen verschiedenen Siegel des Kaffees ging. Wir haben beispielsweise gelernt, dass der Fairtrade Stempel costaricanischen Kaffeebauern nur 0,15€ mehr einbringt. Das überraschte mich sehr, da Fairtrade für mich bedeutet, dass die Produzenten ohne Probleme über die Runden kommen – 15 Cent helfen Kaffeebauern nicht viel.

Das Mittagessen hatte wie immer Verspätung, sodass wir um 13:20 anstatt um 12:00 Essen bekamen, dafür gabs Lasagne. Da es der Geburtstag von Sandra war, haben wir alle ein Eis bekommen. Na ja, uns wurde leider zu spät gesagt, dass es eine schlechte Idee ist, das Eis zu essen, da es den Geschmack des Kaffees beim Cup Tasting verfälscht.

How to to taste a cup of coffee like a Pro:

1. Die Utensilien werden vorbereitet: der Kaffee wird abgewogen und verarbeitet wobei es wichtig ist exakt zu arbeiten (6g auf 100ml).

2. Gerüche des gemahlenen Kaffees notieren.

3. Den Kaffee mit heißem Wasser übergießen, während den 4 min Ziehzeit findet der zweite Geruchstest statt.

4. Farbe und weitere Visuelle Eindrücke festhalten.

5. Die sich gebildete Kruste auf dem Kaffee „brechen“ und abschöpfen.

6. Der Kaffee wird mit speziellen Cup-Tasting-Löffeln geschlürft, um die verschiedenen Aromen bestmöglichst wahrzunehmen.

Bei dem ganzen Prozess darf nicht gesprochen werden, damit man die anderen Verkoster nicht beeinflusst.

So ungefähr lief unser Cup Tasting ab, bei dem wir fünf verschiedene Kaffeesorten verkosteten, welche meiner Meinung zu den besten Kaffees gehörten, die ich jemals getrunken habe.

Nachdem wir uns für den Kaffee bedankt hatten, sind wir in Richtung Gym aufgebrochen, um unser tägliches Workout hinter uns zu bringen.
Auf dem Weg zum Gym haben wir Carlos getroffen, der mit seinem Pickup neben uns anhielt um uns zu fragen, ob wir nicht Lust hätten, mit ihm zu seiner alten Farm zu fahren. Am Anfang dachten wir uns noch wie nett, aber spätestens als wir ankamen wurden wir wachgerüttelt und mussten 20 Säcke Kaffeekirschen verladen. Als wir dann fertig geackert hatten wurden wir beim Gym abgesetzt.

Nach dem zweistündigen Workout sind wir dann wieder zurück zur Farm gelaufen um rechtzeitig für das wieder verspätete Essen anzukommen.
Als wir das Essen beendet hatten, mussten wir nur noch unsere Teller abräumen um uns danach mit Musik in die Schaukel zu packen und noch ein bisschen über dies und das zu labern.

Der heutige Tag war für mich der leckerste Tag auf der Farm, da mir das Essen so wie der Kaffee mir sehr gut geschmeckt hat und wir sehr viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen probieren durften. Das war der vorletzte Tag auf der Farm, was gleichzeitig heißt, dass es bald zurück aufs Schiff geht!

Viele Grüße an Zuhause und gute Nacht.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: