Die Ruhe vor dem Sturm

Schiff: Johann Smidt
Datum: 30.01.2026
Position: Karibisches Meer
Nautische Position: 14°47,85′ N 080°34,46′ W
Etmal: 122 nm
Total: 7318 nm

Vielleicht klingt die Überschrift ein bisschen dramatisch, aber lasst mich erklären. So wie ein üblicher Tag halt beginnt, begann mein Tag mit einer Wache nach dem Frühstück. Mit der Ausnahme, dass wir einen Wendenrekord aufstellen wollten und gleich drei Wenden in den ersten zwei Stunden gefahren sind.

Normalerweise fahren wir höchstens zwei am Tag – nur mal so zur Vorstellung. Der Strom und der Wassergenerator haben dann auch noch beide den Geist aufgegeben. Aber die Backschaft mit Nepomuk, Munguro und Ellena konnte trotzdem super Essen zaubern. Sie haben super Fisch gemacht, echt vorzüglich.

Währenddessen gab es kein Trinkwasser mehr und wir sollten Regenwasser mit einem Kochtopf auffangen. Aber nachdem sich die Maschinisten darum gekümmert hatten, hat alles wieder funktioniert. Dann mussten wir auch noch den Klüver wechseln. Ich habe den Sinn dahinter aber nicht ganz verstanden, weil wir auf den vorhergesagten Sturm zufahren, aber das größere Segel setzten, was für weniger Wind gedacht ist.

Oh. Na ja, jetzt hab ich’s verraten: Wir fahren erneut in einen Sturm hinein. Wahrscheinlich wird es so ähnlich wie am Anfang der Reise. Denn wir sollen den „Schneesturm“, der über Amerika fegte, abbekommen. Manche haben sogar vorsorglich Vomex genommen.

Aber lasst mich nun weiter über den Tag erzählen. Ja, was soll ich sagen, ich habe noch die letzten Züge vor dem Sturm ausgenutzt und mich noch einmal vollkommen auf dem Vordeck entspannt. Das Entspannen hatte um 16:00 dann aber auch schon wieder sein Ende, weil wir wegen des Sturms ein vorgezogenes Reinschiff machen mussten.

Es gab eine normale Einteilung ohne extra Aufgaben und ich wurde das erste Mal für das Vorschiff eingeteilt. Dort habe ich mit Mathilda und Helene die Aufgaben schnell und entspannt gemeistert. Nebenbei ist die Wache die vierte Wende gefahren.

Nach diesem „anstrengenden“ Tag haben wir uns doch eine Pause verdient, oder? Auf jeden Fall haben wir uns dann zur Erholung den Film „Der Schuh des Manitu“ angeschaut.

Davor gab es noch einmal eine Lost-and-Found-Versteigerung. Kurz vor dem Schlafengehen habe ich in der Wache noch gemerkt, wie der Wind und das Wetter stürmischer wurden und der Sturm nicht mehr lange auf sich warten lässt.

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