Ein Tag wie jeder andere?

Schiff: Roald Amundsen
Datum: 26.02.2026
Position: Mitten auf See -> Bermuda
Nautical Position: 29°26,9‘N 069°43,0‘W
Course: 057°
Average speed: 6,8kn
Etmal: 163sm

Bislang schossen wir auf unserem Weg nach Bermuda mit beinahe acht Knoten über die Wellen hinweg, die so manchen zu äußerst unangenehmer Seekrankheit verdammten. Da wir jedoch bereits daran gewöhnt waren, bereitete es uns kaum Probleme und bei Ausfällen wurde überall tatkräftig unterstützt.

Es konnte uns also nichts aufhalten. Wir gingen sogar davon aus, früher als geplant in Bermuda anzukommen.

Ja. Und dann war plötzlich kein Wind mehr da.

Unsere Segel dienen nur noch als Schattenspender und unsere Geschwindigkeit hat die acht inzwischen nur noch hinter dem Komma. Nach einer weiteren kühlen Nacht – bei 18 Grad, was für unsere Verhältnisse arktischen Temperaturen gleicht – ging ich nach einem ausgesprochen leckeren Frühstück, das von unserem „Dönermann“ Emilian und seinen Mitarbeitern (vermutlich Cousins) zubereitet wurde, wieder ins Bett.

Pünktlich zum Mittag weckte uns Peer mit einer wunderschönen Melodie, die er auf seinem Jagdhorn zum Besten gab.

Während man noch völlig verschlafen in Richtung Kombüse torkelte, um sich seine tägliche Ration abzuholen, fing Mila einen ab, um Fotos von playboyreifer Ästhetik zu schießen – natürlich mit angenehm hellem Blitzlicht: Ein Erwachen der etwas anderen Art.

Anschließend vertrieben wir uns die Zeit mit einem Referat, das uns vor Augen führte, wie sehr wir die Meere durch Plastik und Industrieabfälle verschmutzen.

Diese Verschmutzung konnten wir leider auch live erleben, als unser Ausguck ironischerweise noch während des Vortrags einen vorbeischwimmenden Turnschuh und mehrere Plastikteile meldete.

Außerdem stand heute noch eine Feuerübung an.

Wie zu erwarten, fanden wir unseren „verloren gegangenen“ Anton wieder, der als Opfer die Übung realistischer gestaltete und löschten sämtliche imaginären Brände. Ende gut, Roald gut.

Als Belohnung wollte unser Kapitän uns einen Badestopp im Atlantik ermöglichen, der jedoch traurigerweise von portugiesischen Galeeren vereitelt wurde. Damit sind allerdings nicht etwa mit grimmigen Ruderern bestückte Kaperschiffe gemeint, sondern extrem giftige Quallen – für die Meeresbiologie-Anwärter unter euch 😉

Laut unserem Bordarzt können diese Tiere eine ernste Gefahr für Schwimmer darstellen und für ein rasches Ende des Badespaßes sorgen.

Alles in allem also ein ganz gewöhnlicher Tag… Hätte nur noch der legendäre Riesenkraken gefehlt! 😀 Ahoi!

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