Ocean College

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Ein Wahnsinns-Tag auf der Pelican

Datum: 14.02.2021
Autorin: Sophia B.
Position: Bermudadreieck
Nautische Position: 30°24,7’N ; 068°41,3W
Etmal: 97 NM (10304 NM inmsgesamt)

Der gestrige Tag ist für mich unerwartet zu einem der schönsten Tage auf See bisher geworden.

Über Streiche, Nutella-Pancakes und Wale

Fliegender Fisch
fliegender Fisch

Gestartet hat der Tag für mich um 06:00 Uhr mit Morgensport mit Elisa und Nicolas. Dabei durften wir einen wunderschönen Sonnenaufgang genießen. Während wir also unsere Übungen machten, fiel Elisa ein toter fliegender Fisch auf dem Deck auf. Eigentlich sind wir bisher sehr gut ohne viele Streiche über die Runden gekommen aber Nicolas hatte plötzlich die glorreiche Idee, den Fisch in Jo`s (Bosuns mate) Wasserflasche zu stecken… Also liessen wir ihn in der Flasche verschwinden und gingen erstmal dem gewohnten Tagesablauf nach.
 
Nach unserem kleinen Workout ging es zum Frühstück, bei dem die erste Überraschung des Tages auf uns wartete. Abbie, unsere tolle Köchin, hat uns alle mit Pfannkuchen zum Frühstück überrascht! Auf die haben sich natürlich alle draufgestürzt und sogar diejenigen, die das Frühstück gerne mal auslassen um länger zu schlafen, haben sich blicken lassen:)

Sophia B. am Steuer

Gut gelaunt setzten wir ein paar Segel und jeder ging seiner Arbeit nach. Da ich momentan Deckhand bin, habe ich mit dem Bosun-Team gearbeitet. Als wir um 10:00 Uhr unsere erste Smoko (Pause) gemacht haben, hatte Jo noch immer nicht versucht, aus ihrer Flasche zu trinken. Also warteten wir, haben versucht, sie mit Salzstangen durstig zu machen und endlich griff sie zur Flasche. Es war ein unvergesslicher Moment, als sie den Fisch gesehen hat, direkt wusste, dass Nicolas der Verantwortliche dafür war und die Flasche mitsamt Fisch auf ihm ausgeleert hat!

Sophia B. beim Ausguck

Am späten Morgen ertönte dann eine Durchsage von Captain Ben: «We have a large whale on our starboard side!», woraufhin alle nach draussen strömten. Ich glaube, es sah schon sehr witzig aus, wie ca. 30 Leute aufgeregt von vorne nach hinten und von rechts nach links übers Deck liefen, um den besten Blick zu haben.
Der Wal war etwa sechs Meter lang und hat uns eine ganze Weile begleitet. Er ist unter uns her- und sogar ein paar Mal aufgetaucht und es schien so, als ob er unsere Aufmerksamkeit sehr geniesst!  Es war wirklich beeindruckend, einen Wal von so nahe in freier Wildbahn beobachten zu können.

Wal direkt beim Schiff

Ich hörte jemanden sagen: «Auf diesem Schiff gibt es echt nur zwei Dinge, bei denen jeder aufsteht: Pfannkuchen und Wale!»
Dieser Morgen hätte für viele von uns also wahrscheinlich den Tag schon perfekt gemacht.

Aber das war noch nicht alles…

Den restlichen Morgen hat jeder individuell verbracht. Um 10:30 Uhr hatten wir wie jeden Sonntag «Happy-hour» aber danach haben viele entspannt, da natürlich keine Schule war.

Die Party

Um den Tag abzurunden, haben wir mal wieder eine Party gefeiert! Dafür gab es auch mehr als genügend Gründe: Es ist eine Karnevals-, 10.000 Meilen-Premiere-, Valentinstags-, Bermudadreieck- Party geworden! Obwohl die meisten zu Hause gar keinen Karneval feiern, sollten alle verkleidet kommen, was erstaunlich gut geklappt hat! Wir hatten einen Skifahrer, Bojen, Belaying pins, ein Schaf, einen Schlumpf, Clowns, Sportler, diverse Bauarbeiter, ein Cowgirl und noch vieles mehr. Einige haben sich auch dazu entschieden, eine Person von Bord zu imitieren.

Party an Bord

Highlights dabei waren Finja als Captain Ben, die sogar seinen typischen Blick und sein Lieblingswort «marvellous» mit richtigem Akzent beherrschte und Lorn, dem Karun und ich eine Halbglatze rasieren durften, womit er einen perfekten Simon abgegeben hat.

Die fette Fete hat mit ein paar Spielen begonnen. Jeder hat zu Beginn einen Zettel bekommen, auf dem ein Begriff stand, zu dem man seinen Partner finden musste, ohne das eigentliche Wort zu sagen. Ausserdem gab es eine kurze Runde Speed-dating und wir hatten eine kleine Photo-booth aufgebaut. Danach ging es dann über zum Tanzen mit Musik, bei der über Oldies, Techno, Karnevalsmusik und deutsche Klassiker alles dabei war.

Der Abend war sehr erfolgreich und ich denke, die meisten hatten viel Spaß und haben sich über die Abwechslung zum Schiffsalltag sehr gefreut.

Um den Tag dann auch noch perfekt abzurunden, gab es als Nachtisch «Tortilla de Banano», das ist indianisches, frittiertes Bananen-Schokoladen Brot, das wir bei Ken im Regenwald kennen und lieben gelernt haben. Das hat den Tag perfekt abgerundet!

Buffet bei Ken im Regenwald
Das Essen bei Ken war super!

Für die Backfreudigen hier das Rezept:

«Tortilla de banano»
-500g Mehl
-1 TL Zucker
-1/2 Tasse Milch
-1/2 TL Salz
-1/2 Tasse Schokostückchen
-3 reife Bananen
 
Alles zu einem Teig kneten, 30 Minuten stehen lassen und anschliessend in 2 cm Öl anbraten/frittieren.
 
PS: Ich schicke ganz viele liebe Grüsse an meine Familie. Krisi, Elli: Euch vermisse ich ganz besonders und ich freue mich schon darauf, mit euch «tortilla de banano» zu backen, wenn ich wieder da bin. Fühlt euch gedrückt!
 
Elisa: Lieber Bäri, ich wött dir no vo ganzem Härze zu dinere national Talent Card gratuliere. Erscht nachdämi scho kei Wlan me gha ha, hanni die Fotene gseh. Mensch bin ich stolz! Ich ha di ganz fescht gärn und vermiss euch natürlich alli sehr, Schmützli

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