Ocean College

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Engines off – unter Segeln

Datum: 14.10.2020
Autor: Karun
Position: Irgendwo in der Biskaya
Nautische Position: 46°01.0N , 007°57.8W
Etmal: 200 NM (Gesamtstrecke: 890 NM)

Morgenwache von 04:00-08:00 Uhr

Mit den Worten „Guten Morgen, Karun! Du hast in 20 Minuten Wache und es ist kalt draußen!“, wurde ich heute geweckt. Als wir uns dann in der Messe trafen, sahen alle noch sehr müde und verschlafen aus.

Während der Wache tranken wir alle sehr viel Tee mit Zucker,
wir bewunderten den unglaublichen Sternenhimmel und die vielen Sternschnuppen.

Auch Mars und Venus waren sehr gut sichtbar und strahlten uns an.
Zudem durften wir den Sonnenaufgang während der Wache beobachten.
Als wir dann endlich abgelöst wurden, freuten wir uns alle auf das Frühstück.

Dabei waren alle verhältnismäßig sehr leise und aßen ihre Mahlzeit.
Nach dem Frühstück hatten wir dann, wie jeden Tag, ein Meeting. In diesem haben wir erfahren, dass wir schon die Hälfte der Biskaya hinter uns zurückgelassen haben. Aufgrund des guten Windes hatten wir bisher eine gute Wetterlage.

zwei Schüler unter Segeln

Segel setzen

Zuerst mussten die Yards in die richtige Position gebracht werden, dabei waren zwei Wachen involviert. Die Yards sind die Querstangen an dem Mast. Wir zogen vereint an den Braces und bewegten gemeinsam die Yards. Nachdem das geschafft war, kletterten einige auf den Mast. Sie berichteten, dass das Gefühl ein ganz anderes sei als im Hafen auf den Mast zu steigen.

Anders als im Hafen wackelt es auf hoher See sehr viel mehr und beim Aufsteigen wird der Handgriff automatisch fester. Oben angekommen bekommt man das Gefühl der Freiheit, wenn man mit dem atemberaubenden Panorama belohnt wird. Nach dem Genießen der Aussicht wurden die Gaskets gelöst, das sind die Seile, mit denen das Segel an den Yards befestigt ist.

Zum Segelsetzen wurden alle auf dem Welldeck und Poopdeck positioniert und eingewiesen. Mit vereinten Kräften hissten wir das Coursesail und das Topsail. Dann wurde der Motor ausgestellt… zum ersten Mal, seit wir in Emden losgefahren sind, bewegten wir uns nur unter Segeln fort.

Das erste Mal Wäsche waschen

Nach dem Mittagessen ging ich meine Wäsche zum ersten Mal waschen.
Bis ich allerdings an der Reihe war, saß ich mit einigen anderen vor dem Waschraum und hörte Musik. Bei einigen anderen hatte sich dann nach dem Waschen herausgestellt, dass sie ihre Wäsche besser nach Farbe hätten trennen müssen. Bei unserer zweiten Wache sichteten wir Delfine. Anschließend gab es dann schon Abendessen, nämlich Chicken Teriyaki.

Ps: Mama, Papa, Anita und Nike, das Gefühl, nur Wasser um einen herum zu haben, ist auf der einen Seite verrückt und gruselig und auf der anderen Seite fantastisch, aufregend und befreiend. Ich habe euch ganz ganz dolle lieb und vermisse euch sehr.

Pelican of London - Schule unter Segeln

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