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Fahrradmotivation & Zigarrenwahn

Datum: 14. Februar 2019
Autor: Marco
Position: Kuba, Las Terrasas
Etmal: zu viele Kilometer

Fahrräder in Kuba

Kuba – Den Straßenrand schmücken Königspalmen und blattgrüne Büsche. Weiter hinten erheben sich steinige, kuppelförmige Hügel.

Sie sind umsäumt von tonfarbenen Feldern, durch die einige Bauern kreuzen. Zwei mächtige Ochsen schleppen zielsicher einen alten Ein-Schar-Pflug hinter sich her.

Zischend fährt die Hand des Bauern durch die Luft, als dieser den Grund mit Samen bestreut. Leise hört man das Rascheln von Tabakblättern, die gerade geerntet werden.

Plötzlich ertönt das laute Surren unzähliger Fahrräder, die durch die wunderschöne Prärie brettern.

Die Bauern sehen sich interessiert um. Nacheinander tauchen hinter ihnen verschiedene Fahrräder auf. Unsere Fahrräder.

Ganz genau, liebe*r Leser*in, während du dich gerade in dein Sofa kuschelst, cruisen wir einen Berg nach dem anderen hinauf.

Das Gefühl des Fahrradfahrens ist soo unfassbar toll. Nachdem wir uns vier Monate mäßig bis gar nicht bewegt haben, brauchen wir endlich wieder körperliche Herausforderung. Die Anstrengung tat uns allen sehr gut.

Zigarrenproduktion

Nachdem wir einige Kilometer durch die malerische Landschaft gerollt waren, bogen wir in einen kleineren mit runden Steinen gespickten Feldweg ein.

Er führte uns zu einem sogenannten „Tabacktrocknerhaus“, dass ganz traditionell aus Eukalyptusstämmen und Palmblättern errichtet wurde.

Davor saß ein älterer Bauer, der an einer frisch gerollten Zigarre zog. Er erklärte uns die einzelnen Schritte, die bis zum Fertigstellen einer Zigarre durchlaufen werden.

Im Wesentlichen sind die ersten Schritte sehr einfach. Die grünen Tabakblätter werden abgeschlagen und getrocknet. Aber danach wird es kompliziert.

Es spielt eine große Rolle, auf welcher Höhe die nun braun getrockneten Blätter aufgehängt wurden und welche Größe sie haben. Eine Kombination aus den unterschiedlich stark getrockneten Blättern ergibt dann die spezifische Zigarre.

Jede Marke verwendet eine unterschiedliche Anzahl an großen und kleinen, getrockneten und etwas feuchten Blättern.

Dadurch soll die Zigarre ihren einzigartigen Geschmack erhalten. Der Bauer verkauft die mehr oder weniger getrockneten Blätter an große, staatliche Firmen, die die Zigarren per Hand von ihren Mitarbeitern rollen lassen.

Zigarrenwahn

Die meisten von uns wollen natürlich ein paar Zigarren als Souvenir mitnehmen.

Nur sind sie sehr teuer. Die mit dem Siegel, das man zum steuerfreien Exportieren in kleineren Mengen benötigt, starten bei 6€ das Stück.

Natürlich beliebig steigerbar, je nach Preisklasse.

Dadurch, dass es originale, echte und kubanische Zigarren sind, denken sich viele, dass der Preis gerechtfertigt wäre. Für mich ist das nicht so. Über das Zigar(en/etten)-Thema lässt sich generell viel und heiß diskutieren.

In meinen Augen ergibt es jedoch wenig Sinn, Geld im wahrsten Sinne des Wortes zu verbrennen, um im Gegenzug den eigenen Körper zu schädigen.

Man bezahlt für die Schädigung der eigenen Gesundheit, die daraus folgende Unsportlichkeit und eine höhere Krebswahrscheinlichkeit.
Aber wie gesagt, es ist ein heiß diskutiertes Thema, bei dem am Schluss jeder selbst entscheiden sollte, wie viel er von was konsumieren will.

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