Handbremse

Schiff: Johann Smidt
Datum: 14.03.2026
Position: Nord Atlantik
Geographical Position:37’02,86’N 045’08,74’W
Etmal:127
Etmal in total:8.781

Der heutige Tag begann wieder wie ein normaler Tag auf dem Nordatlantik.

Viel zu ruhig! Und bis zum Mittagessen war alles ganz normal, doch dann kam von Herbert, unserem dritten Steuermann, die Ansage, dass es eine Sicherheitsübung geben wird, danach ein aufwändiges Segelmanöver und anschließend noch ein Reinschiff… klingt doch schön, oder?

Das haben wir uns auch gedacht. Nach einer kurzen Zeit ging auch schon das Signal für die Sicherheitsübung los und wir schnappten uns eine Jacke und alles, was warm ist, da uns bei der letzten Sicherheitsübung erklärt wurde, dass, wenn man in 19 Grad kaltes Wasser fällt, es nach einer Zeit ziemlich kalt wird und man deswegen, bevor man an Deck geht, alles Warme mitnehmen soll, was man bekommen kann.

Anschließend wurde durchgezählt, was diesmal deutlich besser und schneller klappte als letztes Mal. Doch dann wurde bemerkt (leider nicht von uns Schülern), dass Phillip, unser zweiter Maschinist an Bord, fehlt, also wurde der Suchtrupp losgeschickt und dieser suchte ihn auf der 36 Meter langen Jonny.

Sie fanden in auf dem Backbord Achternklo, wo er sich auf Anweisung verstecken sollte. Nach diesem kleinen Dilemma war die Übung auch schon vorbei und es ging zum Segelmanöver über, bei dem wir das Großsegel und den Schoner gerefft und runtergeholt und vorne den Klüver 2 abgeschlagen und den Klüver 3 angeschlagen haben.

Diese Aktionen haben wir alle nur gemacht um langsamer zu werden, damit wir nicht gleichzeitig mit einem Sturm auf den Azoren ankommen. Anschließend wurden die (tollen) Aufgaben des Reinschiffs verkündet wie jeden Samstag.

Ich hatte diesmal Luken, Boden und Heizungen saugen mit Munguru, wovon ich erstmal nicht so überzeugt war. Das stellte sich dann auch im Nachhinein heraus, dass diese Aufgabe genauso katastrophal ist wie erwartet, weil Munguru und ich richtig ackern mussten.

Aber dieser ganze Aufwand hat sich sich gelohnt, weil es am Abend einen Filmabend mit Hefezopf gab, es wurde der zweite Teil von „Pamir“ geschaut. Und der Film gilt auf der Johnny als so besonders, dass sogar die Stammcrew unsere Wache übernimmt, damit alle bei dem Film dabei sind.

Was auch ein sehr interessanter Fakt ist, was auch mit dem Film „Pamir“ zu tun hat, ist, dass wir gerade an dem Ort sind, wo die „Pamir“ 1957 gesunken ist. Die übrigens auch ein Schulschiff gewesen ist. Bei diesem Unglück starben 80 Mann und sechs Tapfere überlebten, nachdem sie drei Tage auf See ohne Nahrung und so gut wie kein Trinkwasser überlebt hatten. Von diesen sechs Überlebenden fuhren vier sogar weiterhin zur See und drei sogar später als Kapitän.

Grüße:

Mats: Ich wünsche meiner allerliebsten großen Schwester alles Gute zum Geburtstag 🎁🎉🥳 Ich hoffe, dass Du eine super schönen Tag hattest!

Munguru: Ich kann jetzt auf chinesisch bis 10 zählen und die Pronomen. Was auch immer mir das bringen mag, hat zumindest Spaß gemacht zu lernen. 🍀

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