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Handover als Bosun

Datum: 20.03.2022
Autorin: Helene
Position: Nordatlantik
Nautische Position: 44°17.7’N 019°55.3’W
Etmal: 13498

In diesem Tagesbericht möchte euch etwas mehr über das Handover als Bosun erklären. Die Bosuns haben auf dem Schiff viele unterschiedliche Aufgaben. Am wichtigsten ist die Safety aloft. Sie passen auf, das jeder, der klettern geht, gesichert ist und es zu keine Unfällen kommt. Dafür checken sie regelmäßig die Safetylines und Harnesses, und organizieren das Klettern auf den Yards. Außerdem sind sie für das Sailhandling zuständig. Sie sagen an, welche Segel gesetzt oder eingeholt werden, an welchen Seilen man haulen und an welchen man easen muss (ziehen oder Leine geben) und verteilen jeden auf ihrer Position. Die meiste Zeit jedoch verbringen die Bosens an Deck, um Dinge wieder zu reparieren, zu lackieren oder zu bauen. Das können ganz unterschiedliche Aufgaben sein, wie Flicken von Segeln, alte Seile auswechseln oder ähnliches. Wir haben am Anfang der Reise sehr viel Seamanship als Unterichtsfach gemacht. Die Bosuns haben uns die Knoten beigebracht, die Namen der Segel und der Seile und wir haben bei ihnen unseren Monkey gemacht. Der Monkey ist eine Art Auszeichnung, damit wir in unserer Freizeit selbstständig klettern gehen können.

Für Ariadni gehörte dieser Tag zu einem der besten auf der Reise. Zusammen mit Jele durfte sie den ganzen Tag als Bosuns arbeiten. Sie haben ein kaputtes Segel zusammengeflickt, den Bilge-Alarm getestet, das Sailhandling übernommen, eine Sitzbank im Messroom repariert und oben auf den Yards die Topsailsheets erneuert. Als Bosun hat man immer etwas zu tun. Es kommen täglich neue Aufgaben dazu, die teilweise Monate brauchen. Deswegen ist es auch sehr wichtig, immer den Überblick zu behalten. Der Plan eines Bosuns ändert sich oft meistens noch am gleichen Tag, da oft etwas dazwischen kommen kann. Vor dem Frühstück treffen sich der Bosun und der first Mate, um den Plan fürs Sailhandling durchzugehen. Ariadni hat viele neue Dinge gelernt und einen tieferen Einblick in das Arbeitsleben als Bosun bekommen. Ich persönlich freue mich schon sehr auf mein Handover als Bosun, habe aber auch Respekt davor. Die Handovers sind eine tolle Gelegenheit, die Jobs der Crew besser kennenzulernen und Verantwortung zu übernehmen, da jeder Tag unterschiedlich ist und es immer neue Herausforderungen gibt, denen man sich stellen kann.

Grüsse an die Eltern von Alina und Sara: Wenns nit scho irgenwie anderst buecht isch würde mir s sehr cool finde wenn mir die ersti Nacht nach dr Akunft z Emden übernachte. Ganz liebi Grüessli an alli dehei und mir freue eus euch wider z gseh!

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