Kleiner Welpe, großes Abenteuer – Eine ungewöhnliche Dschungel Tour

Datum: 14.01.2026
Position: Irgendwo bei den Bribris
Kurs: Immer dem Fluss entlang
Etmal: ca. 10.000 Schritte
Durchschnittliche Geschwindigkeit: Langsam durch den Fluss

Hi, ich bin Pascal, ein Hundewelpe, der im Urwald von Costa Rica in einer abgelegenen Bribri-Hütte lebt. Ich denke, ich bin nicht der Einzige, der sich das ständig denkt aber fragt ihr euch auch manchmal: Warum habe ich das gemacht? Warum musste meine Neugier so groß sein? Ich denke, es wäre besser, wenn ich noch einmal von vorne beginne.

Mein Tag begann damit, dass ich von lauten Stimmen geweckt wurde. Eine Schülertruppe war angekommen. Sie reichten halbvolle Sandsäcke in einer Kette vom Fluss nach oben zur Hütte, um mein Herrchen bei seiner Baustelle zu unterstützen.

Ihr hättet ihre Gesichter sehen sollen. Diese Leute trugen lange Shirts und lange Hosen und schwitzten wirklich nicht zu knapp. Ich dachte mir dann einfach, dass ich sie ein bisschen nerve, indem ich an den Säcken knabbere, um auf mich aufmerksam zu machen – denn zum Spielen waren sie viel zu erschöpft.

Nachdem sie mit dem Schuften fertig waren, gab es erst einmal frisch gemachten Kakao und so eine Art Nutella aus unseren Kakaobohnen. Lecker! 😋 (Ich habe es noch nie probiert. Als Welpe darf ich das Zeug nicht essen 🐕.)

Dafür wurde ich dann endlich ausgiebig gekrault – dummerweise wurden wir vom nächsten Programmpunkt unterbrochen. Doch dieser weckte meine Neugier: Die Besucher gingen einen mir unbekannten Weg durch den Dschungel entlang, und ich konnte nicht anders, als ihnen zu folgen.

Das Dickicht wurde immer dichter und schon bald konnte ich das Rauschen des Wassers hören.

Wir liefen am Bach entlang und kamen immer tiefer in den Urwald. Ständig hüpfte ich von Stein zu Stein, mit sicherem Abstand zum Wasser. Je weiter wir hineingingen, desto matschiger und rutschiger wurde es. Bäh! Das mag ich gar nicht!

Ich wollte zwar weiter, aber irgendwann ging es nicht mehr. Meine Meisterlösung: Lass dich von Linn tragen. Genau das machte ich.

An manchen Stellen wurde das Wasser sehr tief und ich zitterte total vor Angst. Wasser und ich sind definitiv keine Besties! Linn streichelte mich aber die ganze Zeit beruhigend.

Es wurde immer enger. Wenn man nach oben schaute, war es unglaublich hoch und extrem steil. Puh – dort hinunterzufallen wäre wirklich keine gute Idee.

Plötzlich wurde uns ganz laut entgegengerufen: „Leute, der nächste Teil wird gefährlich! Passt auf und schaut, was euer Vordermann macht!“ Dieser Satz hallte durch die enge Schlucht.

Der nächste Abschnitt war dunkel und eng. Große Steine verdeckten das Licht und ein dicker Baumstamm versperrte uns den Weg. Wie sollte ich da denn hochkommen? Ich kann nicht klettern, und Linn hatte mit mir im Arm keine Hände frei. Mein Herz schlug wie verrückt – ich dachte, es würde explodieren.

Ganz vorsichtig gingen wir weiter, die Augen auf jeden einzelnen Schritt gerichtet.

Kritisch wurde es, als Linn bis zur Hüfte im Wasser stand. „Bitte nicht fallen lassen, bitte nicht fallen lassen“, war mein einziger Gedanke.

Irgendwann wurde ich an Louisa weitergereicht und später wieder an Linn zurückgegeben, als sie wieder trittsicher stand. Louisa ging voraus und nahm mich erneut. Stück für Stück wurde ich weitergereicht, bis wir ganz oben angekommen waren. Ich war unglaublich erleichtert, als dieses Stück vorbei war. Endlich wieder durchatmen.

Das letzte Stück führte über einen extrem rutschigen Hügel.

Jeder Schritt war eine Herausforderung. Hier war ich wirklich froh, auf Linns Armen zu sein – wie verschlammt wären sonst meine Pfoten gewesen? Außerdem war es ziemlich steil. Es war lustig zuzusehen, wie die Schüler damit kämpften, nicht hinzufallen, während ich ganz gemütlich getragen wurde. Lange dauerte es dann nicht mehr.

Ganz oben konnte man den Fluss mit einem Blick genießen.

Ich bellte laut, als ich unsere Hütte sah. Endlich wieder da. Für mich war das das Abenteuer meines Lebens. Es wäre fast frech zu sagen, dass diese Canyoning-Tour nur „okay“ war. Die Emotionen, die ich dabei fühlte, lassen sich mit dem Herzschlagmesser eines kranken Patienten im Krankenhaus vergleichen.

Ich gestehe allerdings, dass ich das jederzeit wieder machen würde. Es gab so viele Indiana-Jones-Momente – leider ohne Schatz (etwas enttäuschend). Egal. Dummerweise musste ich mich schon bald von meinen neuen Freunden verabschieden. Für sie ging es wieder zurück. Mit sehr viel zu erzählen trennten sich unsere Wege, in der Hoffnung, dass wir uns wiedersehen (ich brauche definitiv mehr Streicheleinheiten).

Um meinen Tag zu beenden, legte ich mich in die Sonne und genoss meine Faulheit. Heute habe ich ehrlich gesagt ganz schön viel erlebt.

Grüße:

Nienke: Hallo an Zuhause, die Flusswanderung heute hat mich heute sehr an euch, Hammer und Ingo erinnert. Wenn ich wiederkomme, müssen wir uns dort mal wieder sehen lassen. Ich hab‘ euch ganz doll lieb und denke in letzter Zeit viel an euch🫶.

Louisa: Heyy ihr Zuhause! Bin heute einfach um 06:00 morgens im Schlamm stecken geblieben 🫣😂… Naja, lange Geschichte, aber dafür kann ich euch die beim nächsten Telefonat erzählen, ich freu‘ mich schon mega darauf, eure Stimmen mal wieder zu hören💕

Sarah: Hallo an zu Hause. Es ist hier mega cool in Costa Rica, leider gibt es viele Mücken, aber auch viele andere tolle Tiere wie Kolibris und andere Vögel. Ich freue mich schon, euch bald davon berichten zu können, ich hab‘ euch lieb❤️❤️

Lotti: Huhu! Mami, Papi, Emmi, euch hätte es hier sicher sehr gut gefallen, ich glaub besonders Papi! Sooo grün hier 😉
In zwei Tagen bekommen wir die Handys, ich werd‘ mich dann irgendwann im Laufe der nächsten Tage mal melden. Hab euch sehr lieb! P.S.: Soooo viele Tierchen ahhhh!

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