Ocean College

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Mein Tag als Bosun bei 4,5m Swell

Datum: 18.03.22
Autorin: Leni
Position: Nord Atlantik
Geographische Position: 43° 01.7’ N. 24° 07.7’ W
Etmal: 13288NM

Um 03:00 Uhr nachts ist erstmal das Inner Jib gerissen und wir sind raus aufs Vordeck. Fi und Janice sind auf den Bowsprit gegangen und haben das komplett zerrissene Segel festgemacht (es kann erstmal nicht repariert werden, weil die Ecke an der Schot rausgerissen ist). Es waren bis zu 55 Knt Wind in der Nacht und auf der 0-4 Watch hatten wir eine Rekordgeschwindigkeit von 12.9 Knt. So viel erstmal zu heute Nacht.

Frühstück am Morgen hab ich sein lassen, weil alles durch die Gegend geflogen ist: Jedes Brot, das ganze Müsli, die Toaster und Obst, einfach alles lag mindestens einmal auf dem Boden und generell herrschte eher Chaos.
So ging das den Tag dann auch weiter. Galley ist deswegen gerade auch bisschen Horror und generell ist es nicht unüblich, jemanden durch sein Bett rutschen, durch den Raum fliegen oder von der Bank fallen zu sehen.
Laure (Bosunmate), ich (Bosun) und das echte Bosunteam sind dann aufs Welldeck, um nass zu werden. Actually sollten wir dahin, um die Mooringlines neu festzumachen, die Mülltonnen zu befestigen und für Safety auf dem Deck zu sorgen. Die Wellen waren höher als das Poopdeck, so 4,5 m und wir sind schwankend ungefähr 8 Knt gefahren -Endergebnis war: Wir waren klitschnass, weil wir bis zum Bauch im Wasser standen und mehrere Wellen über uns rüber sind und zwei Stunden später sah es aus wie vorher, aber es war lustig.
Bis zum Meeting haben wir im Bosunstore an einem so genannten Tausendfüssler gearbeitet, den wir gestern angefangen hatten und haben das alte Inner Jib rausgeholt (auch mit Löchern) um zu gucken, ob wir das benutzen können – können wir nicht.


Den Nachmittag über haben wir dann das Stormwind-Staysail fertig gemacht und waren dann zwei Stunden auf dem Bowsprit, um es zu befestigen. Es ist schon wild, so 3m in die Luft zu fliegen und dann mit der gleichen Geschwindigkeit wieder aufs Wasser zurück zu gehen. Jule und ihr Galleyteam haben, zwar sehr chaotisch, aber wieder sehr gut gekocht:

Mittags: Tomatensuppe und Knoblauchbaguette
Abends: Hotdogs mit Kartoffeln
Nachtisch: Shortbread mit Schokolade

Das wars dann auch erstmal mit Bosun sein für heute:)

Jetzt ein paar Tipps bei Wellengang auf dem Schiff:

Wenn man eine Tür öffnet, fliegt sie einem entweder aus der Hand oder man fühlt sich, als ob man einen Berg verschieben möchte.

Essen ist immer eine spannende Sache, da es nicht mehr genug Schüsseln gibt, es nicht überschwappen darf und man es festhalten muss.

So gut wie jede:r, der/die kann schläft, und die, die es nicht können, wünschten sich, sie könnten.

Die Cabins sind das reinste Chaos, weil alles herumfliegt und man in seiner Bunk rumgewirbelt wird.

Man merkt sehr, wenn jemand of course ist, denn dann schafft man gut und gern auch eine Schräglage von 35 oder mehr Grad, wie z.B. Laure, die deshalb vom Helm geschickt wurde.

Und alles knallt und kracht.

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