Ocean College

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Mit einem Schiff durch ein Land

Datum: 03.01.2021
Autor: Lukas
Position: Pazifikseite des Panamakanals
Nautische Position: 08° 37,3  N  083°09.3 W
Etmal: 163NM (Nautische  Meilen insgesamt: 7673)
 
Diese Nacht war es endlich soweit. Wir sind durch den Panamakanal gefahren…

Naja, eigentlich nicht so ganz. Eigentlich war das schon vor drei Tagen und gerade haben wir fröhliche 04:30 morgens am 04.01.2021. In ein paar Stunden geht die Sonne auf und dann geht es für uns an Land in Costa Rica. Da sind wir alle schon ziemlich gespannt drauf! Und vor ein paar Stunden waren wir noch sehr innig damit beschäftigt, schnell alles, was wir noch brauchen könnten, für den Landgang in unsere Taschen zu packen.

Schülerin vor Kofferberg
Finja will nach draussen…

Dadurch, dass am letzten Abend fast alle auf einmal packen wollten, gab es ein entsprechendes Chaos und wir haben die Greenmile kurzerhand in eine Sauna verwandelt. Nach einer Nachtschicht und viel Gestopfe ist jetzt jeder bestmöglich gerüstet für zwei Wochen an Land.

Schüler in der Bilge
Lukas und Caspar im Keller der Pelican, der Bilge… der Ort des Grauens

Aber zurück zum Panamakanal: Wir haben ihn in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar durchquert, also konnten wir nicht so viel von ihm sehen. Aber dafür war es noch hell, als wir durch die erste Schleuse gefahren sind. Kurz vor der ersten Schleuse führte der Kanaleingang unter einer riesigen Brücke durch und teilte sich dann in zwei Schleusensysteme auf: Eins für jede Richtung. An beiden Seiten standen mehrere Lokomotiven, die die Aufgabe haben, die Schiffe mit Stahlseilen durch die Schleusen zu ziehen.

Einfahrt in den Panama Kanal
Einfahrt in den Panama-Kanal

Da waren wir nun also, vor uns die “Maria”, ein riesiges Containerschiff aus Hamburg, das wir beim Einparken fast mit unserer Bowsprit gepiekst hätten. Hinter uns brummten die gewaltigen Maschinen zweier Schlepper, die sich als letzte noch in die Schleuse gezwängt hatten.
 
Dann ging es los. Die Schleusentore schlossen sich, die vier Loks zogen uns mit ihren Stahlseilen in Position und hielten uns dort. Die Mooringleute, Angestellte vom Kanal, die wir extra vorher an Bord nehmen mussten, machten währenddessen eine kleine Pause. Nach der ersten Schleuse folgten noch zwei andere direkt dahinter, die uns als “Dreifachschleuse” um 26m angehoben haben. Und zu der gesamten Zeit fuhren die Loks gemütlich neben uns her, ihre Anhöhen hinauf und bimmelten gelegentlich, um sich zu verständigen. Mats gab den Lokführern liebevoll den Namen “Jim Knopf”.

Der Panama- Kanal bei Nacht
Bei einsetzender Dämmerung durch den Panama-Kanal

Während wir durch die Schleusen fuhren, musste jeder von uns auch genug Abstand zu den Mooringleuten einhalten. Dafür durften wir uns alle ins Rib (Beiboot) auf dem Poopdeck setzen. So etwas lassen wir uns natürlich nie zweimal sagen und wenige Zeit später saßen um die 15 Leute im Rib und reckten interessiert die Köpfe in Richtung Schleusenrand.
 
Dann ging es in einen großen See, der in den nächsten Abschnitt des Kanals überging.  Leider habe ich von den Schleusen nicht viel mitbekommen, weil ich an dem Tag Galley-Dienst hatte. Aber dafür gab es für uns, das Galley Team (Hannes, Elias und mich), die Extraportion Nachtisch.
Nach dem Kanal haben wir vor Panama City den Anker geschmissen und sind am Nachmittag weitergefahren, nachdem die Crew sich ihre wohlverdiente Portion Schlaf geholt hatte.

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