Ocean College

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Ocean College ist…

Autorin: Sarah
Datum: 8.4.2020
Position: hinterm Ärmelkanal
Nautische Position: 50°28,3’N/ 000°52,5’E
Etmal: 122 Meilen

…wenn man aus einer Schüssel trinken muss, weil keine Tassen mehr da sind.

…wenn man sich einen Kotzeimer teilt.

…wenn man nur alle drei Tage Duschtag hat und ihn trotzdem verpasst.

…wenn man wegen Wellengang das Dusch- oder Spülwasser mit einem Eimer ausschaufeln muss.

…wenn man nach dem Wachwechsel trotzdem immer noch um 04:00 Uhr morgens aufwacht.

…wenn man mit Nachtisch und Nutellabroten dealt.

…wenn man extra zum Frühstück aufsteht, weil es Frischkäse gibt.

…wenn man sehr oft darüber nachdenkt, was man jetzt Zuhause alles essen könnte.

…wenn sich der Standort der günstigsten Eisdiele schneller verbreitet als ein Lauffeuer.

…wenn man die Leute daran erkennt, wie es sich anhört, wenn sie die Treppe runterlaufen.

…wenn die erste Offizierin morgens ein Segel in ihrer Dusche findet.

…wenn man mehr putzt und Tee trinkt als jemals zuvor in seinem Leben.

…wenn einem beim Gedanken an Risotto mit getrockneten Tomaten schlecht wird.

…wenn man immer Menschen um sich hat, ob man will oder nicht.

…wenn man während der Mathestunde an Deck stürmt, weil Delfine gesichtet wurden.

…wenn man schon allein an der Musik erkennt, wer heute Küchendienst hat.

…wenn man drei Mal überlegt, ob sich der Energieaufwand lohnt, um aufs Klo zu gehen (Ölzeug..).

…wenn man Kokosnüsse direkt von der Palme isst und seinen eigenen Kaffee trinkt.

…wenn man sich auf die nächste Unterrichtstunde mit Professor TerraX freut, weil die Lehrer seekrank sind.

…wenn sich die Tür bei starkem Wellengang nur zu zweit öffnen lässt.

…wenn man nur noch Denglisch spricht.

…wenn man sich Listen schreibt was man beim nächsten Anruf an Zuhause alles sagen will.

…wenn es keinen Kuchen gibt, weil der Teig aus der Form geschwappt ist.

…wenn alle nach drei Wochen Karibik bei 18° Skiunterwäsche tragen.

…wenn sich ein Ohrwurm in unter zwei Minuten auf dem ganzen Schiff verteilt.

…wenn man sich ein Leben ohne Dr. Bronners nicht mehr vorstellen kann.

…wenn Leute anfangen, ganze Zitronen zu essen, weil es kein anderes Obst mehr gibt.

…wenn das Bett gleichzeitig Kleiderschrank, Werkbank, Stauraum, Wäschetrockner und Schlafplatz ist.

…wenn jeder die Stromausfälle schon so gewohnt ist, dass man es schon gar nicht mehr bemerkt.

…wenn immer jemand wach ist, egal zu welcher Zeit.

…wenn man ein halbes Jahr keinen Joghurt mehr gegessen hat.

…wenn sich der Regen bei 45 Knoten Wind auf der Wache wie Hagel anfühlt.

…wenn von 30 Tassen nur noch drei einen Henkel haben.

…wenn man beim Abwasch aus Sicherheitsgründen mit einem Klettergurt eingeklippt sein muss.

…wenn man beim Klettern in den Bowsprit einmal in den Atlantik getunkt wird.

…wenn man von einer Durchsage geweckt wird, die über Wale auf Portseite informiert.

…wenn man im eigenen Bad eingesperrt wird, weil der Riegel sich von selbst vorgeschoben hat.

…wenn man im Unterricht kurz raus rennt, um zu kotzen.

…wenn man nichts liegen lassen kann, weil sich alles bewegt.

…wenn man Freunde fürs Leben findet.

1 comment

  1. Avatar

    Patrizia Oswald - 11. April 2020 9:09

    Wow, was für eine Zusammenfassung von 6 erlebnisreichen, anstrengenden, wunderbaren Monaten!

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