Ocean College

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Sailing and Shanties

Date: 27th November 2019
Author: Hannah
Position: In the middle of the Atlantic
Geografic Position: 015°25.2N / 032°20.3W
Etmal: 105 nm

„Bracing staitons, bracing stations, bracing stations. All hands on deck!“
Wenn dieser Satz durch die Lautsprecher ertönt, stöhnen alle genervt auf und gehen raus aufs Deck. Die Yards müssen gedreht werden, damit der Wind besser genutzt werden kann. Besonders morgens ist es schwer, sich zu motivieren. Doch wenn die tiefe Stimme von Pete erklingt, der einen Shanty ansingt, ändern sich die Launen schlagartig:

1. Haul on the bo‘lin,
The fore and maintop bo‘lin
Haul on the bo‘lin,
the bo‘lin haul!

2. Haul on the bo‘lin,
the packet is a-rollin‘,
Chorus

3. Haul on the bo‘lin,
the skipper he‘s a-growlin‘,
Chorus

4. Haul on the bo‘lin
to bristol we are goin‘;
Chorus

5. Haul on the bo‘lin,
the good ship is a-bowlin‘,
Chorus

Shanties sind Arbeitslieder für Seefahrer. Sie dienen der Motivation und der Ausdauer bei anstrengenden Aufgaben. Wann genau Shanties entstanden sind, ist nicht ganz klar, allerdings wird vermutet, dass sogar schon die alten Griechen und Römer beim Rudern eine Form von Shanties gesungen haben.

Die Vorform von Shanties war ein wildes Geschrei, dass zu härterer Arbeit ermutigt hat. Über die Jahrhunderte entwickelten sich Melodien und das wilde Geschrei wurde letzendlich zu Liedern. Die Melodien haben sich an die Form der Arbeit angepasst und so entstanden viele verschiedene Arten:

Der oben genannte Shanty „Haul on the Bowlin“ gehört zu der Kategorie der short drag shanties. Short drag shanties haben generell einen schnellen Takt. Dabei wird pro chorus line einmal gezogen. Beim Bracen ermöglicht es zum Beispiel ein koordiniertes, schnelles Ziehen an verschiedenen Seilen auf dem ganzen Schiff.

Long drag shanties wurden hingegen zum Ziehen an Halyards, dass sind meist Seile die die Yards liften, benutzt. Sie sind deutlich ruhiger als short drag shanties und man zieht zwei mal pro chorus line.

Capstan Shanties wurden gesungen, während der Anker hochgeholt wurde oder andere massive Dinge geliftet werden mussten. Um die schwere Arbeit zu ermöglichen, wurde das Seil um ein „Capstan“ herumgelegt und 5-6 Männer schoben das herausstehende Holzstück vor sich her. Da diese Arbeit sehr lang und mühselig war, wurden Capstan Shanties, die einen sehr langen Chorus haben, zur Ablenkung gesungen. Glückerlicherweise ist das Schnee von gestern und wir haben eine Maschine, die den Anker hochzieht.

Während die Seefahrer Freizeit hatten, versammelten sie sich oft im Forecastle und die Lieder, die dort gesungen wurden, sind unter dem Namen forecastle songs oder forebitters bekannt. Diese Lieder erzählten oft von harten Zeiten, die die Matrosen auf See erlebt haben, aber auch von den guten Zeiten, die kommen werden, sobald Land erreicht wird.
Bsp: Rolling down to old Maui.

Auch wir lernen fleißig möglichst viele Shanties, da es viel schöner ist zu segeln und dabei zu singen. Unser Bosun Pete liebt es, Shanties zu singen und bringt sie uns bei, denn es ist schwerer als gedacht, im richtigen Takt zu bleiben. Heute hatten wir zum Beispiel eine ShantyNight, in der wir alle möglichen Arten von Shanties geübt haben. Selbst nach einer Stunde hatten noch alle Lust, weiter unter freiem Himmel zu singen und die entspannte Atmosphäre zu genießen. Zu einem Shanty „Roll the old Charriot“ dichten wir sogar selber unsere Strophen. In diesem Sinne:

An end of this report wouldn‘t do us any harm,
an end of this report wouldn‘t do us any harm,
an end of this rport wouldn‘t do us any harm
and we all hang on behind.

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