Ocean College

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“Sharing is caring” – Eine Geschichte über Schokolade

Datum: 28. Oktober 2019
Autorin: Ella
Position: Marokko, vor Anker
Nautische Position: 34°22.1 N 010°17.5 W
Etmal:0

“Vier – Gewinnt” – dieses bei uns Schüler*innen sehr beliebte Spiel, wenn es auch auf den ersten Blick primitiv erscheint, beschreibt in seinen grundlegenden Prinzipien recht gut die grundsätzlichen Regelungen im Umgang mit dem wertvollsten Gut an Bord – Schokolade. Zum einen herrscht theoretisch Chancengleichheit (bei Vier – Gewinnt ist es theoretisch immer möglich, ein Unentschieden zu erspielen) zum anderen verliert, wer nicht aufpasst. Simples Prinzip, gnadenloser Wettkampf…

Schüler spielen vier Gewinnt an Deck
Vier Gewinnt – ein gnadenloser Wettkampf 😉

Die Nachfrage bestimmt das Angebot?

Problematisch, wenn die Nachfrage grenzenlos und das Angebot auf Privateigentum beschränkt ist. Somit steigt der Preis – und weil es wenig Sinn ergäbe, Schokolade gegen Schokolade zu tauschen weichen die Bezahlungsmethoden hier auf andere Bereiche aller Art aus – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Du brauchst Zustimmung, Unterstützung, Komplimente, jemand soll Dein Bad putzen, Du willst morgen mehr Nachtisch oder einfach eine Umarmung? Schokolade!

Begrenzt wird dieses System von nur einer einzigen Regel: there are no jokes about chocolate. Wer seine Ehre wahren möchte hält sich an den Deal.

Sozial und so

So weit so gut – gäbe es da nicht auch noch die Gruppe der Schnorrer. Die lassen sich grob den drei Taktiken der mittellosen Allgemeinheit zur Beschaffung des Grundnahrungsmittels zuordnen (Ja, es ist immer noch von Schokolade die Rede 😉 ) :

  1. Die Schleimer: Komplimente, nette Worte, kleine Gefälligkeiten – hier siegt Dreistigkeit
  2. Moralische Sabotage: Wer kennt es nicht? Da reicht eine kleine Sammlung der schönsten Klassiker: “Ich hab‘ Dir auch immer was abgegeben”, “sie/er hat auch was bekommen”, “ich hab meine Sachen auch alle geteilt”… wir sind nun mal sozial
  3. Versprechen und Drohungen: “Dann lass ich Dich auch in Ruhe”, “sonst bekommst Du auch nichts mehr”, “ich teile auch mit xy” – immer gut mit 1 und/und oder 2 zu kombinieren 

Irgendwie lässt sich jeder da einordnen – vor allem seit wir alle drei Taktiken in einem Motto vereint haben: “sharing is caring”… Danke auch, Ruben.

Mein Tipp, was die beste Methode ist? Tee trinken. Viel Tee. Aber das ist eine andere Geschichte…

Jacqueline zeigt Peace-Zeichen
Wie viel Stückchen Schoki sollte man mindestens essen?

Wie war der Tag?

PS: Für alle, deren Interesse sich nicht ausschließlich auf Schokolade beschränkt (aber auch für die, die sich im Laufe des Berichts welche geholt haben 😉 ) jetzt noch eine Zusammenfassung des Tages, einfach weil viel passiert ist:

Der Tag startete nach dem Frühstück (vorher geht hier nix) mit der Geographiestunde von Miriam und Jens für die B–watches – wir haben (aus naheliegenden Gründen) mehr über Marokko bzw. den Orient an sich gelernt. Wobei wir zum Ergebnis gekommen sind, dass “der Orient” eher ein Begriff für die Vorstellungen und Vorurteile dem Gebiet gegenüber darstellt, auch, weil es keine eindeutige (oder geographische) Definition gibt.

Probefeueralarm

Gegen 11:00 Uhr wurde der normale Alltag dann von der Sirene zerissen – ein Probefeueralarm. Auf einem Schiff ist es dabei mit einem Verlassen des Gebäudes natürlich nicht getan. Erst versammeln sich alle nach den watches sortiert beim Foremast und bekommen Schwimmwesten.

Dann wurde zu Übungszwecken eine Suchaktion eingeleitet, da Lilly sich aufgrund einer Knöchelverstauchung noch im “Gefahrenbereich” aufhielt. In einem solchen Fall ist es Aufgabe von Pete und Elly (Bosun und Bosuns Mate) in Feuerschutzanzügen nach der/ dem Verletzten zu suchen. Unterdessen waren Mascha und Jens an Deck mit den Feuerpumpen beschäftigt und einige Schüler assistierten auf der Brücke beim Absetzen des Probenotrufs. Beendet wurde die Übung mit der “Ankunft des Hubschraubers” und der Rettung von Lilly – erfolgreich also.

Seamanship

Nach dem Happy Meeting und der Rückkehr zum normalen Schiffsgeschehen folgte dann Geographie für die A–watches und eine Stunde seamanship mit Pete, in der wir lernten, wie man das Beiboot zu Wasser lässt.

Linus und Florett lernen verschiedene Berechnungen und Kartenlesen…

Der Abend

Seit vier Stunden (Ankunft ca. 17:00) liegen wir jetzt in Marokko vor Anker und ich denke, wir alle freuen uns darauf, morgen an Land gehen zu dürfen. Jetzt sind wir nicht nur wieder in einem anderen Land, sondern auch auf einem neuen Kontinent – gefeiert wurde das mit Lasagne, dem Lieblingsessen von Kapitän Ben. Wir Schüler*innen lassen den Tag jetzt noch mit einer Runde Werwolf ausklingen – wobei unsere Version zwar extrem lustig und lebendig, aber auch chaotisch verläuft…

PPS: Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir in der Mitte des Atlantiks baden gehen sollten (Anmerkung der Allgemeinheit)

PPPS: Wer jetzt spontan beschlossen hat, sich Schokolade zu beschaffen: Lebkuchenschokolade. Probieren geht über studieren – das ist unbeschreiblich… 😉

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