Ocean College

Die kleine Bubble Pelican

Datum: 18. März 2020
Autor: Simon
Geographische Position: sehr kurz vor den Azoren
Nautische Position: 37°40.4N 030°37.6W
Etmail: 144nm

Envelopes and letters

Seit einigen Tagen hängt unsere Messe voll mit 55 bemalten Briefumschlägen. Die künstlerische Elite unseres Schiffes hat sich zusammengesetzt und für jeden, der auf der Pelican ist oder uns über die Reise mal besucht hat, einen Namen und ein Bild auf seinen Umschlag gemalt.

So hat man nun die Möglichkeit, an alle Personen Briefe zu schreiben und ihnen zum Ende der Reise nochmal zu sagen, was man so alles toll an ihnen findet. An jeden einen Brief zu schreiben ist tatsächlich einiger Aufwand, denn wer an jede Person einen Brief schreiben will, der müsste von heute an jeden Tag zwei bis drei Briefe täglich schreiben, was gerade bei einer Vielzahl an anderen Aktivitäten oder rauen Bedingungen schwierig werden könnte.

Aber auch wenn man es nicht schafft, an jeden einen langen Brief zu schreiben, so findet man vielleicht die Zeit, an alle doch zumindest ein paar Zeilen zu schreiben. Ich glaube, wir werden uns zuhause, einige Wochen nach der Reise, riesig über die ganzen Briefe freuen.

Unser Bordbuch

Auch die Gestaltung des Bordbuches kommt jetzt so richtig in Schwung. Es gibt Listen, auf denen gesammelt wird, wer gerne was im Bordbuch hätte und Teams kümmern sich um einzelne Aufgaben.

Vor allem Mascha und Ella sind stark dabei, sich um die Ausgestaltung zu kümmern und kommen täglich mit neuen Ideen und Vorschlägen. Das Bordbuch wird dieses Jahr auch ein bisschen persönlicher: Jeder von uns Teilnehmer*innen und auch die Crew bekommen eine halbe Seite, auf die ein Text über uns, ein Vorher- Nachherbild und ein von uns ausgesuchtes Lieblingsbild kommt.

Die Texte schreiben wir über uns gegenseitig. Immer drei setzen sich also für eine Person zusammen und formulieren, was ihnen über diese Person einfällt und was ihnen besonders wichtig an ihr ist.

Das Lieblingsfoto zu finden ist gar nicht so banal, denn es bedeutet für viele, sich erstmal einen Überblick über die ganzen Bilder zu machen, die auf der Reise schon so entstanden sind.

Denn viele haben vielleicht eigene Bilder gesehen und von Freunden welche bekommen, sich aber nie durch die scheinbar endlosen Fotos auf dem Media Laptop von der Ocean College Kamera oder von anderen Kameras der Teilnehmer geklickt.

Heute über den Tag sah man viele Leute in Dreiergruppen sitzen und an den Texten über ihre Freunde/innen feilen oder an einem Laptop durch die Fotos schauen, um ein passendes für seine Seite zu finden.

Überfischungsdebatte

Auf (wohl eher neben :)) den Azoren soll es auch eine Diskussion über Überfischung geben. Das Thema wurde im Unterricht behandelt und wir haben Informationen darüber erhalten.

Damit kann man sich vorbereiten und bei der tatsächlichen Diskussion schlüpft man dann in die Rolle einer bestimmten Interessengruppe zu dem Thema.

Die jeweiligen Politiker, industriellen Fischer, Konsumenten, NGOs und Lobbyisten lesen sich also gerade noch mal ins Thema ein und überlegen sich Argumente und Kontra-Argumente.

Unser gestriger und auch schon vorgestriger Tag waren also ziemlich geprägt von netten Texten, in Dreiergruppen zu formulieren, Fotos sortieren und raussuchen, einzelne Briefe zu schreiben, oder sich in die Überfischungsthematik einzulesen.

Allgemein herrschte meiner Meinung nach relativ geschäftiges Treiben und alle haben etwas zu tun, woran sie arbeiten wollen oder sollen. Durch das gemeinsame Texte schreiben oder Bilder durchschmökern wird die Beschäftigung aber zum Glück zu einer Gemeinschaftssache und recht lustig.

Diesen Text habe ich unglücklicherweise geschrieben, nachdem ich heute von der Corona Situation zuhause und für unsere Reise erfahren habe. Das war leider kein Thema mehr für meinen Tag, aber es kommt einem schon komisch vor, jetzt über ein ganz anderes, im Vergleich doch recht irrelevantes Thema zu schreiben.

Von hier kommt einem alles surreal vor, was zuhause so passiert und dadurch, dass wir alle Informationen geballt bekommen, erfahren wir es auch sehr intensiv.

Wahrscheinlich ist es das aber auch für euch alle. Ich wünsche euch allen, dass es euch und euren Familien gut geht, sie gesund bleiben und man diese etwas spezielle Zeit zusammen und mit positiver Stimmung durchlebt.

Viele Grüße von der kleinen, isolierten “bubble” Pelican

Unser Leben sieht anders aus

Datum: 15. Februar 2020
Autor: Simon
Position: Las Terrazas, Campingplatz
Etmal: 0nm

Unser Schlaf sieht anders aus

Mir ist aufgefallen, das mein Schlaf leichter ist. Schon zuhause hatte ich einen leichten Schlaf und bin schnell aufgewacht, aber hier hat man sich nochmal in einem anderen Maß an das ständige Gewecktwerden und Aufstehen gewöhnt.

Bei allen Personen, die vorbeilaufen, aufstehen und auf die Toilette gehen, oder eben beim wirklichen Wake-up, werde ich direkt wach.

Und ich bin nicht nur direkt wach, sondern ich bin auch geistig fit und gut orientiert (auch wenn mir gesagt wird, dass ich morgens nicht sonderlich gesprächig bin).

Auch an die Zeiten gewöhnt man sich.

Seit vier Monaten habe ich niemals länger als bis 8:00 Uhr geschlafen mit der Ausnahme von ca. einer Woche direkt vor den Kap Verden, als ich White Watch war und bis 04:00 Uhr morgens Wache hatte.

Niemals. Nicht mal an Sonntagen oder in der Gastfamilie.

Die allermeiste Zeit wurde ich zum Frühstück um 6:45 Uhr geweckt. Kein Wunder also, dass ich morgens meistens fit bin. Gegen 7:00 Uhr oder 8:00 Uhr wird man einfach fit und wacht fast von selbst auf.

schlafende Kinder auf dem Schiff

Unser Miteinander sieht anders aus.

Auf dem Campingplatz haben Paul und ich es tatsächlich geschafft, mit in einer Hütte zu schlafen, da noch Plätze frei waren, nachdem die ohne Zelt versorgt waren.

Die Hütte ist klein und alle müssen hier herein, um auf die Toilette zu gehen.

Deswegen ist unser Boden sicher dreckiger, grasiger und mit mehr Rucksäcken und mehr Handtüchern zum Trocknen gefüllt als alle Zelte zusammen.

Ich aber genieße es, freien Raum um mich zu haben, den ich auf dem Schiff und im Zelt so selten habe.

Beim Ausräumen und Einräumen wuseln nicht nur die vier Leute aus unserer Hütte im engen Raum, sondern auch noch alle Personen, die auf die Toilette wollen, die Sachen zum Trocknen aufhängen wollen, oder ihre Rucksäcke nicht im Zelt haben möchten.

Aber daran gewöhnt man sich: Ständig Leuten auszuweichen, die etwas machen wollen, ständig zu warten bis man durch kann, oder bis Leute damit fertig sind, etwas zu machen. Oder einfach permanent Leute, die etwas brauchen, weitergeben, leihen oder abgeben.

Am Anfang fand ich es nervig, ständig Leuten etwas weiterzugeben oder aufzustehen, damit sie an etwas rankommen oder durch können.

Jetzt frag ich mich tatsächlich, ob es mir nicht sogar fehlen wird, permanent Leute um mich herum zu haben.

Obwohl oder vielleicht gerade weil man die ganze Zeit etwas weiter gibt, aufsteht oder auf jemand wartet. Unser Miteinander sieht anders aus.

Unsere Ansprüche sehen anders aus.

Auf dem Campingplatz gibt es drei Toiletten. Ein Mädchenklo, eine Jungentoilette und das Bad in unserer Hütte.

Die Angewohnheit vom Schiff, abzuspülen bevor man die Toilette benutzt, erweist sich hier als sehr, sehr hilfreich, denn ich würde fast sagen, in 50% der Fälle funktionieren die Spülungen nicht.

Allerdings hindert das viele Leute nicht, vor allem, wenn es dringend ist. Und so war unsere Toilette die Nacht über voll.

Am nächsten Morgen wurde einfach drüber gemacht, obwohl die Spülung immer noch nicht funktionierte. Aber was soll man auch sonst machen?

Seit Costa Rica kann man an Land kein Toilettenpapier mehr in die Toilette werfen, da die Rohre zu dünn sind. Das benutzte Toilettenpapier kommt also einfach in den Mülleimer.

Toilettenschüsseln fehlen sehr häufig und die Spülungen sind einfach Schnüre, an die ein Pet-Flaschen-Deckel befestigt wurde.

Am Anfang der Reise bin ich an Land aufs Klo gegangen, um die Schiffstoiletten zu vermeiden. Jetzt freue ich mich über die zuvor vermiedenen Schiffsklos.

Unsere Ansprüche haben sich verändert.

Ich möchte an dieser Stelle meine Familie, meine Freunde und auch die Leiterrunde grüßen. Nachdem nun schon mehr als die Hälfte der Zeit vergangen ist, gab es bei uns einen ziemlichen „an zuhause denken“-Schub.

Ich habe ganz fest an euch gedacht und freue mich wirklich sehr darauf, euch alle wieder zu sehen. Mir fällt hier wirklich auf, was für ein Glück ich habe, zu Hause so geniale Leute zu haben, dass ich mich selbst an Orten wie karibischen Inseln, Costa Rica oder Kuba auf zu Hause freuen kann.

Mein Leben hier sieht anders aus, aber ich freue mich schon, mit neuen Impulsen ins bekannte Umfeld zurückzukommen.

A ships load of new friends

Date: 21 October 2019
Author: Simon
Position: Vigo, port
geographical position: 42°14.419N; 008°43.874W
Etmal: 0

Teilnehmer klettert den Mast hoch

During the last week we have developed a lovely community on board. We left Bordeaux on Monday, the 14th of October. Today, only one week later, the new ship´s inhabitants visited Santiago de Compostela. Even though we have only known each other for one week, we have experienced extraordinary things together: We sailed for almost a week, we climbed up aloft to set sails, we steered a 45 meters long vessel, we saw dolphins jumping out of the water right next to the ship and some even saw fountains of whales near the horizon, we supported friends that were suffering of seasickness or felt like dying of it. But all those experiences also united us. While I boarded a ship of strangers a week ago, I was heading for Santiago with friends.

Santiago de Compostela

The cathedral of Santiago de Compostela is a very impressing building and the old part of the city is very welcoming. We saw many different places and came in touch with various people while searching for the biggest star in Santiago, “las dos Marias” or for a place to eat typical Spanish food. In the end, we met again in front of the cathedral and wrote letters to ourselves. They will be send to Pete’s Sports Bar on the Azores so we will get our own letter when we arrive there and that will be when our voyage will nearly have come to an end.

Gruppe in Santiago vor der Kathedrale

Communication and Reflection aboard

In front of the cathedral, we had group discussions in which we talked about what impressed us the most, what we didn’t like, where we helped others or what we were grateful for. Even though many of us really suffered of seasickness for quite some time, nearly everything we reflected on was positive. We also did the reflections with regards to our “Klarheit” book. In there you can find a weekly reflection section with questions like that. That inspired us to use the book with all its suggested features.

Mehrere Kalender liegen übereinander
unser Klarheit-Kalender…
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