Ocean College

From the Blog

Teamtraining

Datum: 30.12.2018

Autorin: Kira M. 
Position: In der Karibik vor Costa Rica
Geographische Position: 10°10.937 N; 81°22.031 W
Etmal: 176 NM (total 6661 NM)

Der heutige Tag hat eigentlich ganz normal begonnen, zumindest so normal, wie das auf einem Segelboot eben möglich ist. Für mich hieß das um 03:30 Uhr von der lieben Ronja geweckt zu werden, die ganz genau weiß, wie sehr ich den Song „I’m blue“ liebe, weshalb sie sich dachte, sie weckt mich mal mit diesem. (Für alle, die mich nicht kennen, ich gebe oft ironische Bemerkungen von mir.) 

Die Wache verlief soweit ganz ruhig und abgesehen von dem ein oder anderen Meteoritenschauer und einigen ziemlich hohen Wellen, die die Pelican in eine Achterbahn verwandelt haben, ist nicht wirklich viel passiert.

Nach der Wache dachte ich mir: „Da heute Sonntag ist, könnte ich zur Feier des Tages mal ein kleines Nickerchen nach der Wache machen“, weshalb ich euch leider nicht erzählen kann, was am Vormittag so passiert ist, ich schätze allerdings, dass es nichts allzu Spannendes war.

Um 11:20 Uhr wurde ich also zum zweiten Mal an diesem Tag aus meinem Schlaf gerissen, diesmal nicht wegen der Wache, sondern wegen Deepclean.

Wie jeden Sonntag mussten wir auch heute ein wenig gründlicher putzen. Heute sogar noch gründlicher als sonst, da die Pelican im Hafen von Puerto Limon von Gesundheitsinspektoren untersucht werden muss.

Deshalb kann ich euch jetzt erzählen, dass es eine ganz schöne Arbeit ist, eine Mischung aus Staub, Krümeln und Seewasser aus einer Kiste zu kratzen. Wenn ihr dazu noch mehr Details wollt, müsst ihr euch allerdings an Niklas wenden.

Nachdem die Messe wieder ordentlich aufgeräumt und geputzt war, gab’s ein verspätetes Mittagessen und unser tägliches „Happy Meeting“.  Dort wurde die Uhr umgestellt, wodurch die Zeitdifferenz zwischen uns und Deutschland und der Schweiz jetzt sechs Stunden beträgt. 

Im Anschluss folgte Roberts Präsentation über die Wirtschaftskrisen 1929 und 2008, deren Auswirkungen und deren Gemeinsamkeiten.

Nach einer höchst informativen halben Stunde haben wir uns dann wieder draußen versammelt, um der „Hour of Madness“ beizuwohnen. So wahnsinnig ist es im Nachhinein aber gar nicht geworden. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, einmal Jungs und einmal Mädchen, und haben die Aufgabe bekommen, einen Eimer mit Wasser von dem einen Deck auf die zweite Plattform des Hauptmasts und dann auf das andere Deck zu transportieren. 

Gewonnen hatte am Ende das Team, dass weniger Wasser verschüttet, die überzeugendere Teamarbeit leistet, bessere seamanship-skills zeigt und weniger Geld ausgibt. Ja, eine Kategorie war, wie viel Geld ausgegeben wurde, denn wir mussten alle Sachen, die wir für unseren Plan benötigen von Pete kaufen (natürlich wurde kein echtes Geld verwendet). 

Nach einigem Hin und Her stand der Plan des Mädchenteams. Mit ein wenig Bestechungsarbeit in Form von Tee, einem leeren Wasserkanister, Kopftüchern und den Seilen, die zum Bergen von Personen, die in den Masten sind, verwendet werden, haben wir unseren Versuch in die Tat umgesetzt, indem wir das Wasser aus unserem Eimer in den Wasserkanister umgefüllt haben, damit nichts verschüttet wird und diesen dann unter kräftigem Shantie-Gesang (dafür brauchten wir Pete und den Bestechungstee) den Mast hochgezogen. 

Mit einem gewissen Vorsprung vor den Jungs, der, den Bewertungen der Schiedsrichter nach, erfolgreicheren Teamarbeit und durch eine sehr effektive Verhandlungstaktik von Tati, wenn’s um Preise geht, haben die Mädchen diesen kleinen Wettbewerb gewonnen. 

Bis zum Groupmeeting am späteren Nachmittag hatten wir ein wenig Freizeit, die von allen unterschiedlich genutzt wurde. Dabei konnte man so ziemlich zum ersten Mal überhaupt die Stille an Bord genießen, da unsere Generatoren und mit ihnen das durchgehende Hintergrundbrummen ausgefallen sind. 

So schön diese Stille auch war, der Generatorenausfall hatte natürlich auch Folgen. Zum einen ist die Klimaanlage ausgefallen und zum anderen hat natürlich auch der Herd nicht mehr funktioniert, wodurch sich das gesamte Abendessen verzögert hat.

Nach dem Groupmeeting, in dem wir die gestrige Feedbackrunde ausgewertet haben und die Pläne für Silvester besprochen haben, gab’s noch ein Meeting mit Johannes, wo er nochmal einige Sachen erklärt und besprochen hat, die für den Film wichtig sind, den wir heute Abend geguckt haben.

Da ich morgen Wache von 04:00 Uhr bis 06:00 Uhr habe, wollte ich aber eigentlich vorbildlich sein und früh ins Bett gehen. Deshalb hatte ich mich auch entschieden, den Film nicht mit zu gucken.

Als Elisa dann allerdings ins Zimmer gekommen ist, hatten wir eher Lust, zu dem Film eine Serie weiter zu gucken, die wir vorher schon angefangen hatten. So viel zum Thema vorbildlich sein…

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: