Ocean College

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Schülerinnen in der Luke des Schiffs

Trampen ins Trump-Land

Date: 28.02.2019
Autorin: Lauryn
Position: Key West, USA
Nautical Position: 24° 32.591 N; 81° 49.246 W
Etmal: (total) 8403 nm

Mein Tag begann, wie seit längerer Zeit schon, mit der Nachtwache von 0-4 Uhr. In dieser Wache mussten wir am Steuer besonders aufpassen und uns anstrengen, um immer hinter dem Schiff der US Coast Guards zu bleiben.

Dafür mussten wir uns nicht so streng an die Lookouts halten, denn wir fuhren ja eh nicht selbst. Wir durften heute keine Musik hören, weil wir die Funksprüche dann besser verstehen konnten und aufmerksamer waren.

Deshalb musste ich aufpassen, wach zu bleiben, weil ich vor der Wache nicht einschlafen konnte. Als ich mich dann nach einer kleinen Snack-Attack mit Nudeln vom Abendbrot wieder in mein Bett verkrochen hatte, ärgerte ich mich kurze Zeit darauf über mich selbst.

Es war schon 7 Uhr und damit Zeit für den Weckruf zum Frühstück. Dafür gibt es eine Liste, auf der auch mein Name immer steht, jedoch bekomme ich das wegen meiner Nachtwache nie mit. Doch heute, wo ich eh schon schlecht schlafen konnte, war ich natürlich hellwach vom Wecken.

Also brachte ich all meine Begeisterung für ein seltenes Frühstück auf. Nach meiner Schale Cornflakes und einem Brot beeilte ich mich, wieder ins Bett zu kommen, bevor das ganze Schiff wieder zum Leben erwachte. Mein Plan wurde leider eine Stunde zu früh durch die liebliche Stimme von Poldi durchkreuzt, der mich wachrüttelte und mir mitteilte, dass jetzt ein Meeting sei.

Als ich dann verschlafen auf dem Well Deck saß, wurden wir von unserem derzeitigen Kapitän Chris auf den neusten Stand gebracht. Um 11 Uhr solle ein kleines Boot kommen und uns dann bis vor die Küste von Key West ziehen. Da heute mein Duschtag war, genehmigte ich mir nach dem Meeting erst einmal eine kühle Dusche.

Nach dem Mittagessen musste meine Wache die White Watch ablösen, damit sie die Toiletten putzen können. Erst da bemerkte ich, wie schön türkis das Wasser eigentlich geworden ist. Während wir mit 4 Leuten oben am Wheelhouse saßen, bemerkten wir, dass wir eigentlich nur zu dritt sein müssten. Also entschieden Niklas, Tabi und ich Schere, Stein, Papier darum zu spielen, wer wieder nach unten gehen darf.

Ich verlor gegen die anderen, was gleichzeitig ein Gewinn war, weil ich somit runter durfte. In der Schule empfing uns Christin mit einer ordentlichen Portion Euphorie, weil wir heute einen Deutschtest schreiben durften. Zu unserer Freude verbrachten wir die übrigen Stunden damit, den Film „Into the Wild“ zu gucken, den wir als Vorlage für eine Filmanalyse nutzen werden.

Als ich hungrig auf mein Abendessen wartete, kam ein kleines Tow Boat, was uns Essen lieferte und alle mussten erst einmal beim Ausladen mit anpacken. Zur Freude einiger Mädels wurde das Boot von zwei Männern gefahren, wovon einer nicht allzu alt und anscheinend gut aussehend war.

Sie brachten die üblichen Sachen, die uns immer zuerst ausgehen: Milch, Cornflakes, Kekse, Obst und noch vieles mehr. Außerdem brachten sie uns neue Batterien für unseren Motor, welche sich jedoch später als falsch herausstellten. Nach dem Abendessen war noch ein Meeting angesetzt, in dem Sophie ihren Vortrag über die Pressefreiheit und ihre Bedeutung in der Demokratie hielt.

Danach gab es eine traurige Nachricht, nämlich dass Steve uns morgen verlässt. Aber dafür kommt morgen unser Pete wieder, der eigentlich erst auf Bermuda wieder kommen sollte, jedoch wegen unserer Verspätung schon hier eingeflogen wird. Zur großen Freude meinerseits wurde dann auch noch bekanntgegeben, dass wir die Wachen wechseln, sobald wir wieder losfahren.

Das heißt für mich: Endlich wieder einen normalen Tagesablauf! Nach dieser Nachricht ließ es sich sehr gut einschlafen.

Liebe Grüße an alle, die zu Hause auf mich warten… Ich hab euch lieb!
Lauryn

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