Tsunamiiiii !!!!

Schiff: Johnny
Datum: 14.12.2025
Position: Atlantischer Ozean
Nautische Position: 14°58,6’N / 052°07,8’W
Etmal: 154 nm
Total: 4982 nm

Achtung Wellllleeeeee!! Festhalten! Ohhhhhhhh!! Das alles hören wir hier an Bord öfter, als uns allen lieb ist. Obwohl es für uns ab in den Süden heißt, hat es heute ein paar Mal geregnet und die Wellen Richtung Karibik sollen nämlich immer größer werden. Was ein Scheiß …

Demnach müssen wir auch unsere Verhaltensweise an Bord etwas umstellen. Hier mal ein paar Beispiele von alltäglichen Situationen, die bei Wellengang einfach etwas anders aussehen.

Schlafen ist bei starkem Wellengang, wie ihr euch vorstellen könnt, ein ziemlicher Krampf. Vor allem ganz vorne im Prinzessinnenschlösschen wird man bei jeder Welle schön nach oben katapultiert, um dann unsanft wieder auf dem Arsch zu landen.

Beste Bedingungen zum Einschlafen… Um deshalb die blauen Flecken einigermaßen in Schach zu halten, hier ein paar Tipps, um besser zu schlafen:

Die passende Position ist da von großer Wichtigkeit und muss daher gut überdacht werden:

• sich mit den Knien und dem Rücken an den Wänden abstützen, um sich einzuklemmen
• Flacher Pfannkuchen – flach auf dem Bauch liegen, Hände und Beine ausgebreitet (so weit es bei den Betten halt geht …)
• zu zweit schlafen (sehr eng, da rutscht gar nix mehr)
• in der Messe mit dem Kopf auf dem Tisch
• in der Messe in der Kurve
• an was anderes denken (z. B. dass man in einer Stunde wieder geweckt wird)

Steht beim Essen über jeder Menge Elefantenhaut (gegen das Rutschen) nur eine Kiste (für die Teller und das Essen) auf dem Tisch, weiß man schon: Es wird ungemütlich. Dann heißt es nämlich Körperspannung und alles festhalten.

Da kann es nämlich auch mal passieren, dass man bei einer besonders großen Welle den Teller des Tischnachbarn auf dem Schoß abkriegt oder, noch besser, einfach mit seinem Teller in der Kombüsenkiste (die Kiste, wo nach dem Essen immer das Geschirr und die Essensreste landen) landet. Ihr merkt: Langweilig wird es beim Essen auf jeden Fall nie.

Auch die Fortbewegung ist nicht immer so einfach. Man schwankt ständig wie so ein Betrunkener und muss die ganze Zeit ausgleichen. Zum Glück sind fast überall Griffe zum Festhalten oder Leute zum Abstützen/Drauffallen. Mein Tipp: immer auf den richtigen Moment warten, wenn sich das Boot genau in der Mitte befindet.

Größter Endgegner bei starkem Schaukeln sind aber eindeutig die Türen. Ob die vom Klo oder dem Niedergang nach draußen – sie werden alle gleichermaßen gefürchtet.

Ein weiterer Struggle ist der Stuhlgang, der alles andere als entspannt ist. Mit einer Hand an der Wand und der anderen am Griff versucht man verkrampft, über der Kloschüssel zu bleiben. Wenn einem dann auch noch der Klodeckel konstant gegen den Rücken knallt, wird’s auf Dauer echt ungemütlich.

Was das Duschen angeht, hat da jeder eine etwas andere Herangehensweise, hier ein paar Einblicke:

• immer festhalten, Rasierer in den Mund nehmen und den Duschkopf in die Hand
• auf den Boden sitzen wie ein Baby
• unter dem Duschkopf hin- und herschaukeln, um Wasser abzukriegen
• nicht duschen

Jetzt sollten wir aber wirklich langsam zum Ende kommen. Wir hoffen aber, wir konnten euch einen konkreteren Einblick in unseren Bordalltag bei Wellengang geben :))

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