Ocean College

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Ungewohnte Erscheinungen: Regen und Motorengeräusche

Datum: 05.12.2018
Autor: Sophie
Position: Atlantik
Geographische Position: 15’00.01 N / 52’15.7 W
Etmal: 159 Nm (Total: 4435 Nm)

Mein Tag startete heute, wie sonst auch immer, mit einer Schüssel Müsli und Blick auf den Ozean. Perfekt um wach zu werden… naja, nach dem Frühstück ging’s erstmal zurück ins Bett für mich, denn hier an Bord muss man wirklich jede Minute an Schlaf auskosten. Ganze 15 Minuten später wurde ich dann auch schon wieder geweckt, weil der Unterricht losging. Oben angekommen stapften mir einige Schüler*innen ziemlich nass entgegen, was mir komisch vorkam, weil es beim Frühstück noch schönes Wetter hatte und für eine Wasserschlacht war es noch zu früh.

Ein Regenschauer hatte uns besucht, aber lange ist er zum Glück nicht geblieben. Ein bisschen später wurde dann der Englischunterricht von dem Motorengeräusch gestört und in vielen Gesichtern konnte man die Enttäuschung diesbezüglich ablesen… wir hatten es nicht geschafft, den Atlantik komplett ohne Motor zu übersegeln. Naja, die allermeiste Zeit hat uns der Wind getragen und an der Entscheidung konnten wir auch nichts mehr ändern, daher befassten wir uns wieder mit unserem Schulkram.

Halbe Stunde Mittagspause und dann auf zur Wache hieß es für mich. Gestern haben wir total erfreut zugesehen, wie ein Vogel es sich bei uns auf dem Mast gemütlich gemacht hatte und uns begleitete, doch diese Freude war bei mir heute definitiv vorbei, als ich den Auftrag bekam, unser Rettungsboot von der Vogelscheiße zu befreien. Nachdem ich das erledigt hatte, folgte schon das nächste aufregende Ereignis: Der Alarm ging an und wir probten unser Verhalten bei einer zu starken Schräglage des Schiffs.

Meine Aufgabe war es zu steuern, also stand ich (aufgrund der Übung ) zusammen mit Anousch im stickigen Steuerhaus und habe gewartet, bis wir die Fenster und Türen wieder öffnen durften. Die Wache ging schneller vorbei, als man schauen konnte und somit begann meine Freizeit:). Eigentlich wollte ich zusammen mit Kira oben an Deck die Aufgaben unserer Adventskalender durchführen, doch auf dem Weg dorthin haben wir mit Christian beschlossen, wieder auf den Hauptmast hochzuklettern um oben Tagebuch zu schreiben, während die Sonne so langsam unterging.

Zwar wurden wir heute noch vor Sonnenuntergang heruntergepfiffen, aber wenigstens waren wir dann pünktlich fürs Abendessen und Lauryns Präsentation unten. Danach haben Nele und ich noch im Rettungsboot gelegen, um die Sterne zu betrachten, als Christin plötzlich mit dem neuesten Modetrend und dem dazu passendem Licht das Poopdeck als Laufsteg nutzte: Mit Bikini über den Klamotten präsentierte sie sich im Rotlicht unserer Taschenlampe. Das war ihre heutige Aufgabe aus ihrem, von mir gestalteten Adventskalender.

Jetzt sitze ich hier in der Messe und überlege, ob ich noch meine Gummistiefel rausstellen sollte, aber anstatt von Nikolausgeschenken würde ich wohl eher mit einer Welle vom Ozean höchst persönlich überrascht werden und dafür sind mir meine grünen Stapfer dann doch zu schade.

Zum krönenden Abschluss haben wir es dann heute Abend noch geschafft, unser eigenes Schiff zu angeln…(beim Kontrollieren von der Angelschnur hatte sich der Haken an unserem Schiff verhängt und es dauerte einen Moment bis die Pelican ihn wieder losließ).

Naja, jetzt geht es für mich aber wirklich ins Bett, denn morgen steht bestimmt wieder ein aufregender Tag an. Gute Nacht von hier draußen:) 

P.S: Liebe Grüße an meine Familie, ich hab euch lieb!

P.P.S.: It was Elly surprise present yesterday. Who is it for today? „The advent calendar today is for a person who always spreads good mood. He listens to great music and no matter if he is fishing, dancing in the galley or hosting a ball, he does everything with contagious enthusiasm.“

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