Ocean College

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wirtschaftliche Kompetenzen stärken

Unsere Pathways – Kompetenzen fürs Leben stärken

In der Schule wird in erster Linie noch immer Wissen vermittelt, wobei es doch vielmehr darauf ankommt, den jungen Menschen zu zeigen, wie sie selbst Lösungen und Antworten finden. Mit unseren Pathway-Projekten möchten wie die Kompetenzen der Jugendlichen nachhaltig stärken.

Rüstzeug für selbstbestimmtes Leben 

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, war Immanuel Kants Gedanke, der zur führenden Idee der Aufklärung wurde. Heute benötigen wir mehr denn je die Fähigkeit, uns unseres eigenen Verstandes bedienen zu können. Die Welt ist komplex geworden und schon Jugendliche werden mit Fragen konfrontiert, wie es früher undenkbar war: Wie gestalte ich meine Lebenswelt nachhaltig mit? Welche persönlichen Daten möchte ich bei der Mediennutzung preisgeben? Welche Informationen sind vertrauenswürdig, so dass ich sie zur Basis meiner Überzeugungen machen kann – und wie nutze ich selbst die Medien sinnvoll? Die Antwort finden die Jugendlichen selten allein in der Schule.

Zum segelnden Klassenzimmer gehören die drei Pathways Economics, Science und Media. Während unserer Reise können die Teilnehmer*innen in einem der drei Schwerpunkte ihr Wissen und ihre Kompetenzen stärken. Wir sind überzeugt davon, dass die Jugendlichen hierbei fürs Leben lernen, die aktuelle Corona-Krise zeigt, wie wichtig Medienkompetenzen, die Fähigkeit zum analytischen Denken und ein Gefühl für wirtschaftliche Strukturen sind. 

Kompetenzen stärken im wissenschaftlichen Arbeiten
Pathway-Projekt Science erarbeiten sich die Jugendlichen ihre Erkenntnisse ganz praktisch.

Science: Thesen hinterfragen und in der Erkenntnis wachsen

Ein aktuelles Beispiel zeigt sehr gut, wie wichtig ein Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten und Denken ist. Weltweit sind Wissenschaftler*innen auf der Suche nach einem Impfstoff gegen die Viruserkrankung Covid19. Währenddessen beraten Forscher*innen des Robert-Koch-Instituts und andere Expert*innen auch die Bundesregierung, um die geeigneten Maßnahmen gegen die Pandemie zu treffen. 

Über diese Zusammenarbeit zwischen Politik und Wissenschaft gibt es auch eine rege mediale Berichterstattung, es kommen dabei bei Leser*innen immer wieder Fragen auf wie: Die Forscher*innen haben gesagt, dass es ein gefährliches Virus ist? Warum ist die Todesrate dann so niedrig? Die Wissenschaftler*innen haben im April eine Prognose abgegeben, die jetzt gar nicht eingetroffen ist – wissen sie nicht, was sie tun? Sie haben zu Beginn der Pandemie Empfehlungen gegeben, die sie jetzt nicht mehr geben – richten sie ihr Fähnchen nach dem Wind? 

Wer wissenschaftliches Arbeiten versteht und die notwendigen Kompetenzen entwickelt, der kann sich in solchen gesellschaftspolitischen Diskussionen besser orientieren. Denn: Die Wissenschaft lebt vom Erkenntniszugewinn. Was heute noch als wahr gilt, kann morgen überholt sein. So geht es aktuell auch den Wissenschaftler*innen, die das Corona-Virus analysieren. „Erkenntnisfortschritt entsteht dadurch, dass bisherige Erklärungen infrage gestellt werden. Wissenschaft ist, richtig verstanden, in Prozesse gegossener Zweifel“, heißt es in dem Spiegel-Beitrag „Wissenschaft ist keine Wunschmaschine“. Wer besser verstehen möchte, wie Thesen aufgestellt, widerlegt oder bestätigt werden, der setzt sich mit dem wissenschaftlichen Arbeiten auseinander. Im Science-Pathway möchten wir diese Kompetenzen stärken.

Kompetenzen von Jugendlichen stärken
Die Teilnehmer*innen präsentieren ihre Pathway-Ergebnisse auch in der Gruppe.

„Media & Journalism“: Ist das schon Werbung, noch Fake News oder doch Journalismus?

Die aktuelle Corona-Krise gibt es uns neue Einblicke in wissenschaftliches Denken, zeigt aber auch deutlich, wie Medien funktionieren und was hierbei die Herausforderungen in einer digitalen Gesellschaft sind. Eines der wichtigsten Themen: Fake News. Wie unterscheide ich gut recherchierte journalistische Arbeiten von Beiträgen voller Behauptungen und unseriösen Quellen?

Zur Meinungsbildung ist es unabkömmlich, journalistische Qualität unter Einhaltung von ethischen Grundsätzen von populistischer Meinungsmache unterscheiden zu können. Im Rahmen der Shell-Studie 2019  wurden 12- bis 25-Jährige zu ihrem Leben und Werten befragt. Die Jugendstudie zeigt, dass die Mehrheit der Jugendlichen sich zu politischen Themen online informieren:

  • Nachrichten-Websites oder News-Portale (20 %)
  • Messenger Apps (14 %) 
  • YouTube (9 %)
  • Fernsehen (23 %)
  • Radio (15 % )
  • klassische Printmedien (15 %)

Deshalb gehört es zu einer guten Medienkompetenz, die Rolle von sozialen Netzwerken in der Meinungsbildung zu verstehen und journalistische Arbeiten von Werbung unterscheiden zu können. Im Pathway „Media & Journalism“ erarbeiten sich unsere Teilnehmer*innen erste eigene Medienbeiträge, lernen diese zu planen und umzusetzen, womit wir ihre Kompetenzen nachhaltig stärken.

Kompetenzen von Jugendlichen stärken

Economics: Strukturen erkennen und verbessern

Wir shoppen auf Amazon, legen Geld in Wertpapieren an und geben mit wenigen Klicks auf dem Smartphone Geld aus. Nie waren wirtschaftliche Strukturen und wirtschaftliches Denken mehr in unser Leben integriert als heute. Schon Jugendliche können mit dem eigenen YouTube-Channel, über E-Sports oder als Influencer Geld verdienen. Aber was sind wirtschaftliche Prinzipien, wie funktionieren ökonomische Prozesse und wie sind sie mit unserer Lebenswelt verzahnt?

In der Corona-Krise rückt die Wirtschaft in dem Blick der Gesellschaft: Welche Produkte und Dienstleistungen benötige ich wirklich für ein gutes Leben? Was bedeutet mir mein eigener Beruf und welchen Platz nimmt er in meinem Leben ein? Welche Berufe sind systemrelevant? Was ist eine faire Lohnzahlung? Braucht es ein bedingungsloses Grundeinkommen? Wie digital muss die Wirtschaft sein, um in Zukunft solche Krisen zu überstehen?

Schon vor der Corona-Krise war die Wirtschafts- und Lebenswelt im Wandel, die Pandemie verstärkt den Prozess. Junge Menschen möchten heute (wieder) mehr mitbestimmen, haben Ansprüche an die Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft und sie fordern, dass bereits heute die dafür erforderlichen Weichenstellungen vorgenommen werden. 

Auch das zeigt die 8. Shell Jugendstudie. Zu den wichtigsten Themen der Jugendlichen gehören demnach der Umweltschutz und Klimawandel, hier möchten sie mehr Mitsprache und fordern Politik und Gesellschaft, zu handeln. 

Um Ziele im Umwelt- Klimaschutz zu erreichen, muss aber auch die Wirtschaft umdenken: Reduktion von CO2-Emissionen, Stärkung der erneuerbaren Energien und nachhaltige Wirtschaftskreisläufe, um nur einige Punkte zu nennen. Wer versteht, wie Wirtschaft bisher funktionierte, der hat die Basis, um die Wirtschaft der Zukunft mitzugestalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man später selber eine führende Rolle in der Wirtschaftswelt spielen möchte oder als Konsument bewusst und nachhaltig handelt und Dinge hinterfragt. 

Lesen Sie hier mehr über die Pathways im segelnden Klassenzimmer und lernen Sie die Projektergebnisse der früheren Teilnehmer*innen kennen.

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